
Seit dem 15. Oktober 2026 gilt bundesweit ein Alkoholverbot an Bahnhöfen der Deutschen Bahn. Die erste Bilanz zeigt nun, wie häufig Sicherheitskräfte bereits einschreiten mussten. In den ersten sieben Tagen wurden nach Angaben des Konzerns rund 5.000 Menschen mit Alkohol angetroffen. Die meisten reagierten auf die Hinweise des Sicherheitspersonals offenbar verständnisvoll.
Wie die Deutsche Bahn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, registrierten Sicherheitskräfte innerhalb der ersten sieben Tage rund 5.000 Personen mit Alkohol an Bahnhöfen. Die Zahl war zunächst von der Bild-Zeitung veröffentlicht worden. Bahnchefin Evelyn Palla bewertete die Einführung der neuen Regelung positiv.
Nach den bisherigen Erfahrungen reichte es in den meisten Fällen aus, die Betroffenen auf das Verbot hinzuweisen. Die angesprochenen Personen hätten ihren Alkohol überwiegend weggepackt. Nur vereinzelt seien Hausverweise erforderlich gewesen.
Wie viele Verstöße insgesamt unentdeckt blieben, ist nicht bekannt. Auch eine bundesweite Auswertung zur Entwicklung von Gewalt oder Konflikten seit Einführung des Verbots liegt mit dieser ersten Bilanz nicht vor.
Das Konsumverbot umfasst seit dem 15. Oktober sämtliche rund 5.700 Stationen der Deutschen Bahn. Dazu gehören 5.400 Bahnhöfe der DB InfraGO sowie etwa 300 Stationen der DB RegioNetz GmbH.
Untersagt ist das Trinken alkoholischer Getränke in den öffentlichen Bahnhofsbereichen, insbesondere auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Auch Zugänge und bestimmte Vorplätze können betroffen sein, sofern dort das Hausrecht der Deutschen Bahn gilt.
Eine Ausnahme besteht für gastronomische Betriebe innerhalb der Bahnhöfe. Ebenso dürfen Reisende weiterhin verschlossene alkoholische Getränke mitführen. In Fernverkehrszügen ist der Konsum grundsätzlich weiterhin erlaubt. Die Bahn verkauft selbst alkoholische Getränke in ihren Bordrestaurants und Bordbistros. Im Regionalverkehr können abweichende Regeln gelten.
Mit dem Verbot verfolgt der Konzern das Ziel, die Sicherheit für Reisende und Beschäftigte zu erhöhen und die Sauberkeit in den Bahnhöfen zu verbessern. Bereits vor der bundesweiten Einführung gab es entsprechende Regelungen an knapp 40 größeren Stationen, darunter in Hamburg, München und Köln.
Dort beobachtete die Bahn nach eigenen Angaben weniger Konflikte und geringere Verschmutzungen. Eine vom Unternehmen angeführte repräsentative Umfrage ergab außerdem, dass rund 80 Prozent der Befragten ein Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen befürworten.
Die Bahnhofsmission Deutschland unterstützt die grundsätzliche Zielsetzung, mahnt allerdings eine gleichmäßige Durchsetzung an. Feiernde, Fußballfans und wohnungslose Menschen müssten denselben Regeln unterliegen. Zudem befürchtet die Organisation, dass sich Alkoholkonsum und damit verbundene Probleme teilweise auf Flächen außerhalb der Bahnhöfe verlagern könnten.
Für die Deutsche Bahn bleibt das Verbot damit Teil ihres umfassenderen Sicherheitskonzepts. Die erste Bilanz liefert vor allem Erkenntnisse über die Reaktionen auf die Kontrollen. Ob die bundesweite Regelung langfristig tatsächlich zu weniger Gewalttaten führt, ist anhand der bislang veröffentlichten Zahlen noch nicht erkennbar.
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