Amphenol-Aktie auffällig im Kurs: Das steckt dahinter

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Bei der Amphenol Aktie sorgt am Donnerstag eine auffällige Kursveränderung für Aufmerksamkeit. Der Grund ist zunächst kein plötzlicher Einbruch des operativen Geschäfts. Am 3. September 2026 wird ein Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins wirksam. Damit verdoppelt sich die Zahl der Aktien, während sich der Kurs je Anteil rechnerisch ungefähr halbiert. Gleichzeitig gehört Amphenol zu den Unternehmen, die derzeit stark vom Ausbau der weltweiten Infrastruktur für künstliche Intelligenz profitieren.

Anzeige

Die Aktie des US-Konzerns hatte den Handel an der New York Stock Exchange am Mittwoch, 2. September, bei 160,08 US-Dollar beendet. Gegenüber dem Vortag entsprach das einem Minus von 1,90 Prozent. Am Dienstag war der Titel noch um 2,92 Prozent auf 163,18 US-Dollar gestiegen.

Aktiensplit halbiert den Kurs nur rechnerisch

Amphenol hatte den Aktiensplit bereits Anfang August angekündigt. Der Verwaltungsrat beschloss eine Verdoppelung der Aktienzahl im Verhältnis zwei zu eins. Aktionäre, die zum Geschäftsschluss am 17. August registriert waren, erhielten für jede gehaltene Aktie einen zusätzlichen Anteil. Die neuen Aktien wurden nach Angaben des Unternehmens am 2. September verteilt. Für den 3. September wird der Split an den Börsen berücksichtigt.

Aus dem Schlusskurs von 160,08 US-Dollar vom Mittwoch ergibt sich damit rechnerisch ein splitbereinigter Ausgangswert von rund 80,04 US-Dollar. Ein Kurs, der ungefähr halb so hoch erscheint wie am Vortag, bedeutet deshalb nicht automatisch einen Wertverlust von 50 Prozent.

Anzeige

Auch andere Kennzahlen werden entsprechend angepasst. Amphenol hatte seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie im dritten Quartal vor dem Split mit 1,40 bis 1,42 US-Dollar angegeben. Nach dem Split entspricht dies 0,70 bis 0,71 US-Dollar je Aktie. Auch die Quartalsdividende wird von 0,25 auf 0,125 US-Dollar je Aktie angepasst.

Amphenol steigert Umsatz im zweiten Quartal um 55 Prozent

Hinter der rein technischen Kursanpassung steht eine Geschäftsentwicklung mit hohen Wachstumsraten. Amphenol meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 8,8 Milliarden US-Dollar. Das waren 55 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Übernahmen und Wechselkurse lag das organische Wachstum bei 30 Prozent.

Der verwässerte Gewinn je Aktie nach US-Rechnungslegung lag bei 1,37 US-Dollar. Auf bereinigter Basis meldete das Unternehmen 1,35 US-Dollar je Aktie, 67 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die bereinigte operative Marge erreichte 29,8 Prozent. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 80 Millionen US-Dollar aus der Rückerstattung von Zöllen.

Besonders auffällig entwickelte sich der Auftragseingang. Neue Bestellungen hatten im Quartal ein Volumen von 10,7 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Rate, bei 1,23. Ein Wert über eins bedeutet, dass in diesem Zeitraum mehr neue Aufträge hereinkamen, als Umsatz abgearbeitet wurde.

KI-Rechenzentren werden zum wichtigen Wachstumstreiber

Ein wesentlicher Faktor hinter dem Wachstum ist das Geschäft mit IT- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Amphenol stellt unter anderem Hochgeschwindigkeitsverbindungen, Glasfaserlösungen, Stromverbindungen und weitere Komponenten her, die in Servern, Netzwerktechnik und Rechenzentren eingesetzt werden.

Im zweiten Quartal entfielen nach Angaben des Managements rund 43 Prozent des Konzernumsatzes auf den Bereich IT Datacom. Der Umsatz dieses Geschäfts stieg gegenüber dem Vorjahr um 89 Prozent. Organisch lag das Plus bei 63 Prozent. Amphenol führte diese Entwicklung insbesondere auf eine weiter steigende Nachfrage nach Produkten für Anwendungen der künstlichen Intelligenz zurück.

Auch im offiziellen Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC nennt Amphenol das IT-Datacom-Geschäft als zentralen Wachstumstreiber. Der Umsatz des Segments Communications Solutions stieg im zweiten Quartal um 85 Prozent. Organisch lag das Wachstum bei 42 Prozent. Als wesentlichen Grund nennt der Konzern eine außergewöhnlich starke Entwicklung des IT-Datacom-Marktes mit besonderer Stärke bei KI-Anwendungen.

Damit profitiert Amphenol nicht primär vom Verkauf eigener KI-Chips. Das Unternehmen liefert vielmehr technische Infrastruktur, die erforderlich ist, um Prozessoren, Server, Speichersysteme und Netzwerkkomponenten in modernen Rechenzentren miteinander zu verbinden und mit Energie zu versorgen.

KI-Geschäft soll auch im dritten Quartal wachsen

Amphenol erwartet, dass die Nachfrage aus diesem Bereich zunächst hoch bleibt. Unternehmenschef Adam Norwitt erklärte bei der Vorlage der Quartalszahlen, dass der Umsatz im IT-Datacom-Bereich im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal im mittleren Zehnprozentbereich steigen soll. Grundlage dieser Erwartung seien unter anderem weiter zunehmende Investitionen in KI-Rechenzentren. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensprognose und nicht um bereits realisierte Umsätze.

Für den Gesamtkonzern prognostizierte Amphenol Ende Juli für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 9,3 und 9,4 Milliarden US-Dollar. Das würde nach Unternehmensangaben einem Wachstum von 50 bis 52 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entsprechen. Der damals genannte bereinigte Gewinn je Aktie von 1,40 bis 1,42 US-Dollar entspricht nach dem inzwischen vollzogenen Aktiensplit 0,70 bis 0,71 US-Dollar.

Amphenol verbindet KI-Boom mit Übernahmen

Das hohe Wachstum lässt sich allerdings nicht ausschließlich auf künstliche Intelligenz zurückführen. Amphenol wächst seit Jahren auch durch Übernahmen. Im zweiten Quartal schloss das Unternehmen unter anderem die Zukäufe von El.Com und Wilder Technologies ab. Zudem trägt die zuvor erworbene Connectivity and Cable Solutions Sparte von CommScope erheblich zum Konzernumsatz bei.

Für Anleger ist deshalb bei den hohen Wachstumsraten die Unterscheidung zwischen organischem Wachstum und Wachstum durch Akquisitionen relevant. Während der Gesamtumsatz im zweiten Quartal um 55 Prozent zunahm, lag das organische Plus bei 30 Prozent. Im IT-Datacom-Geschäft fiel das organische Wachstum mit 63 Prozent jedoch deutlich stärker aus.

Die auffällige Kursdarstellung am 3. September hat somit einen klaren technischen Hintergrund. Der 2:1-Aktiensplit verändert weder den Gesamtwert der Beteiligung eines Aktionärs noch unmittelbar die Bewertung des Unternehmens. Gleichzeitig steht Amphenol operativ vor allem wegen seiner Position im schnell wachsenden Markt für KI-Rechenzentren im Fokus. Die nächsten regulären Quartalszahlen sollen nach derzeitiger Unternehmensplanung am 28. Oktober 2026 veröffentlicht werden.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu