Vorsätzliche Tat an Stromanlage in Bergheim vermutet

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Nach einer Störung an einer Anlage des Übertragungsnetzbetreibers Amprion im Rhein-Erft-Kreis ermittelt die Polizei wegen einer mutmaßlich vorsätzlich verursachten Straftat. Einsatzkräfte waren am Dienstagabend, 1. September 2026, gegen 20 Uhr nach Bergheim gerufen worden. Dort hatte ein Kurzschluss mehrere Leitungen ausfallen lassen. Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben der Polizei und des Netzbetreibers nicht betroffen. Ursache, Tatmittel und Hintergründe waren am frühen Mittwochmorgen weiterhin ungeklärt.

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Kurzschluss löste Polizeieinsatz aus

Nach Angaben der Polizei Essen begann der Einsatz am Dienstagabend gegen 20 Uhr. Zunächst war eine technische Störung an einer Anlage im Bergheimer Ortsteil Rheidt gemeldet worden. Im weiteren Verlauf ergaben sich für die Ermittler jedoch Anhaltspunkte dafür, dass der Kurzschluss nicht durch einen technischen Defekt entstanden war.

Die Polizei erklärte am Mittwochmorgen, nach dem derzeitigen Ermittlungsstand werde von einer vorsätzlichen Tat und damit von einer Straftat ausgegangen. Die Ursache und die Hintergründe seien bislang nicht geklärt. Mehrere Leitungen seien infolge des Kurzschlusses ausgefallen.

Die Polizei Essen übernahm die Führung des Einsatzes und die Ermittlungen. Nach Angaben der Behörde ist das Präsidium auf entsprechende größere Einsatz- und Ermittlungslagen vorbereitet. Vor Ort waren in der Nacht mehrere Polizeifahrzeuge und kriminaltechnische Kräfte eingesetzt. Am frühen Morgen sollte die Spurensuche bei Tageslicht fortgesetzt werden. Dabei ging es unter anderem darum, mögliche Gegenstände oder andere Spuren zu sichern, die Aufschluss über die Ursache geben könnten.

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Wie viele Polizeikräfte insgesamt eingesetzt wurden, war zunächst nicht offiziell angegeben worden.

Amprion meldet Auswirkungen auf Kraftwerkszuleitungen

Amprion bestätigte den Vorfall. Das Unternehmen sprach von einem Ereignis im Umfeld seiner Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland, das Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen gehabt habe. In der Folge sei es zu Anlagenausfällen bei RWE Power gekommen.

Dabei handelt es sich nicht um einen großflächigen Stromausfall. Amprion erklärte, die allgemeine Stromversorgung sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen. Auch die Stabilität des Übertragungsnetzes sei jederzeit gewährleistet gewesen. Fachleute des Unternehmens arbeiteten gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden an der Aufklärung und an der Bewertung der Folgen.

Amprion gehört zu den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben ein rund 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz, das sich von der Nordsee bis zu den Alpen erstreckt. Anlagen und Leitungen dieses Netzes sind für den Transport großer Strommengen zwischen Erzeugungsanlagen, regionalen Verteilnetzen und Verbrauchsschwerpunkten von Bedeutung.

Tatmittel und Motiv weiterhin unbekannt

Womit der Kurzschluss ausgelöst wurde, war am Mittwochmorgen nicht bekannt. Die Polizei äußerte sich ausdrücklich nicht dazu, ob beispielsweise eine Drohne, pyrotechnische Gegenstände oder andere technische Mittel verwendet worden sein könnten. Entsprechende Darstellungen waren zunächst nicht bestätigt.

Auch ein politisches oder anderes Motiv war nicht bekannt. Ebenso lagen zunächst keine bestätigten Angaben über Tatverdächtige vor.

Ein Bekennerschreiben war bis zum frühen Mittwochmorgen von Polizei, Amprion oder einer anderen zuständigen Stelle nicht öffentlich bestätigt worden. Auch eine Beteiligung der Staatsanwaltschaft oder des Landeskriminalamtes an den Ermittlungen war zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich bekanntgegeben worden.

Damit ist zwar die Einschätzung einer vorsätzlichen Straftat amtlich belegt. Ob die Tat rechtlich oder sicherheitsbehördlich als Sabotage beziehungsweise als Anschlag auf kritische Infrastruktur bewertet wird, war zunächst offen.

Zusammenhang mit Brandenburg nicht bestätigt

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Vorfall, weil nur wenige Stunden zuvor auch in Brandenburg an der Strominfrastruktur manipuliert worden war. Nahe einem Umspannwerk in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße wurde die Polizei am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr über eine mutmaßliche Beschädigung an einer Leitung informiert.

Nach Angaben der Polizei Brandenburg wurden dort mehrere sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden. Einige hatten offenbar nicht ausgelöst. Entschärfer des Landeskriminalamtes wurden eingesetzt und Spuren gesichert. Auswirkungen auf die Bevölkerung gab es nach Angaben der Behörde nicht.

Weitere Berichte zufolge sollten dort Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen ausgelöst werden. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen prüft, ob sich aus den beiden Fällen Zusammenhänge ergeben könnten. Für eine Verbindung zwischen dem Geschehen in Brandenburg und dem Vorfall in Bergheim gab es zunächst jedoch keine Bestätigung. Nach Angaben des WDR bezeichnete die Polizei eine entsprechende Bewertung am frühen Mittwochmorgen als verfrüht.

Angriffe auf Strominfrastruktur gab es bereits mehrfach

Beschädigungen an Energieanlagen beschäftigen die Sicherheitsbehörden seit Jahren. Ein besonders folgenreicher Fall ereignete sich am 5. März 2024 in Brandenburg. Damals wurde ein Hochspannungsmast zwischen Steinfurt und Hartmannsdorf vorsätzlich in Brand gesetzt. Dadurch fiel die Stromversorgung in umliegenden Orten sowie am Tesla-Werk in Grünheide zeitweise aus. Die Ermittlungen übernahm damals der Staatsschutz des Landeskriminalamtes Brandenburg.

Solche Fälle verdeutlichen, warum Störungen an Höchstspannungsanlagen mit erheblichem Ermittlungsaufwand untersucht werden. Umspannwerke und Leitungsverbindungen gehören zu zentralen Bestandteilen des Stromsystems. Aus einer vorsätzlichen Beschädigung folgt allerdings nicht automatisch, dass ein großflächiger Stromausfall eintritt. Übertragungsnetze sind so aufgebaut, dass Ausfälle einzelner Betriebsmittel möglichst durch andere Leitungen und Netzkomponenten aufgefangen werden können.

In Bergheim funktionierte diese Absicherung nach den bislang vorliegenden Angaben. Trotz des Kurzschlusses und mehrerer ausgefallener Leitungen blieb die allgemeine Stromversorgung stabil.

Spurensicherung soll Ursache klären

Die weiteren Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den genauen Ablauf am Dienstagabend. Zu klären ist insbesondere, auf welche Weise der Kurzschluss verursacht wurde und ob sich am oder im Umfeld der Anlage verwertbare Spuren finden lassen.

Offiziell bestätigt war am Mittwochmorgen lediglich, dass die Polizei einen technischen Defekt als Ursache nicht mehr annimmt und von einer vorsätzlichen Straftat ausgeht. Die genauen Hintergründe blieben zunächst offen. Angaben zu Verantwortlichen, Motiv oder einem möglichen Bekennerschreiben lagen nicht vor. Ebenso war nicht bestätigt, dass der Vorfall mit anderen Angriffen auf Energieanlagen in Deutschland zusammenhängt.

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