Mehr Asylerstanträge im September, doch der Rückgang bleibt deutlich

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland ist im September 2026 gegenüber dem Vormonat wieder etwas gestiegen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nahm nach Angaben des Bundesinnenministeriums im vergangenen Monat 5.276 Erstanträge entgegen. Trotz des Anstiegs innerhalb eines Monats liegt die Zahl weiterhin erheblich unter dem Niveau der vergangenen beiden Jahre. Gegenüber September 2025 ergibt sich ein Rückgang um rund 40 Prozent, gegenüber September 2024 sogar um etwa 70 Prozent.

Damit setzt sich in der längerfristigen Betrachtung die seit geraumer Zeit rückläufige Entwicklung fort. Der Monatswert zeigt allerdings zugleich, dass die Zahl der Anträge nicht kontinuierlich von Monat zu Monat sinkt. Kurzfristige Schwankungen bleiben möglich.

5.276 Erstanträge im September registriert

Im September gingen beim BAMF 5.276 Erstanträge ein. Damit beantragten mehr Menschen erstmals Asyl als im August. Der Anstieg verändert jedoch das Gesamtbild im Vergleich mit früheren Jahren kaum. Im September 2025 hatte das BAMF noch 9.126 Erstanträge registriert. Ein Jahr zuvor waren es im September 2024 sogar 18.113 gewesen.

Der Vergleich mit September 2025 ergibt damit einen Rückgang von rund 42 Prozent. Gegenüber September 2024 hat sich die Zahl um rund 71 Prozent verringert. Die vom Bundesinnenministerium genannten gerundeten Vergleichswerte von 40 beziehungsweise 70 Prozent bilden diese Entwicklung ab.

Auch die Entwicklung vor September weist auf ein deutlich niedrigeres Niveau hin. Im ersten Halbjahr 2026 hatte das BAMF insgesamt 39.646 Erstanträge registriert. Von Januar bis August waren es 47.296. Im vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2025 waren es noch 78.246 gewesen.

Statistik wurde durch die GEAS-Reform verändert

Bei längerfristigen Vergleichen ist seit diesem Sommer allerdings eine methodische Besonderheit zu beachten. Seit dem 12. Juni 2026 gelten neue Rechtsgrundlagen infolge der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, kurz GEAS. Das BAMF weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass seine Zahlen zu Erst- und Folgeanträgen seit diesem Zeitpunkt nicht mehr uneingeschränkt mit früheren Zeiträumen vergleichbar sind.

Um die Entwicklung dennoch abbilden zu können, verwendet die Behörde für die Zeit nach der Reform zusätzlich den Begriff der Neuzugänge in das Asylsystem. Diese Kennzahl umfasst neben Erstanträgen auch bestimmte transnationale Verfahren. Für August meldete das BAMF auf dieser Grundlage 4.766 Neuzugänge.

Die grundsätzliche Entwicklung bleibt dennoch deutlich: Sowohl nationale Zahlen als auch europäische Daten weisen 2026 auf weniger neue Schutzgesuche als in den Vorjahren hin.

Afghanistan wichtigstes Herkunftsland

Bei den Herkunftsländern spielen Afghanistan, Syrien und die Türkei weiterhin eine besonders große Rolle. Nach den derzeit vorliegenden europäischen Daten entfielen in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 23 Prozent der Schutzanträge auf Menschen aus Afghanistan. Zwölf Prozent kamen demnach von syrischen Staatsangehörigen und zehn Prozent von türkischen Staatsangehörigen.

Bereits in den BAMF-Daten für das erste Halbjahr war Afghanistan das wichtigste Herkunftsland. Die Bedeutung einzelner Herkunftsstaaten hat sich damit gegenüber früheren Jahren verschoben. Während Syrien beispielsweise im September 2024 mit 6.820 Erstanträgen noch mit deutlichem Abstand an erster Stelle gelegen hatte, fällt sein Anteil inzwischen deutlich geringer aus.

Ein Teil der Entwicklung bei afghanischen Schutzsuchenden hängt außerdem mit der besonderen Situation von Frauen unter der Herrschaft der Taliban zusammen. Bei Entscheidungen über afghanische Frauen wurde im ersten Halbjahr 2026 in fast 95 Prozent der Fälle ein Schutzstatus erteilt.

Auch europaweit sinkt die Zahl der Schutzanträge

Der Rückgang beschränkt sich nicht auf Deutschland. In der Europäischen Union sowie Norwegen und der Schweiz wurden in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 452.969 Schutzanträge registriert. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 598.575. Das entspricht einem Minus von 24,3 Prozent. Die Angaben stammen aus einem Bericht zur europäischen Migrationslage vom 1. Oktober.

Deutschland lag bei den in diesem Bericht erfassten Schutzanträgen mit 70.257 Fällen auf dem dritten Platz. Frankreich kam auf 98.822 Anträge, Italien auf 78.496. Damit liegt Deutschland nach diesen Daten nicht mehr an der Spitze der europäischen Zielländer.

Die europaweite Statistik verwendet allerdings eine breitere Kategorie von Schutzanträgen und ist deshalb nicht unmittelbar mit der deutschen BAMF-Zahl von 5.276 Erstanträgen im September gleichzusetzen.

Rückgang gegenüber 2024 besonders ausgeprägt

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie stark sich das Niveau verändert hat. 2024 nahm das BAMF insgesamt 229.751 Erstanträge entgegen. Bereits gegenüber 2023 war dies ein Rückgang um 30,2 Prozent. 2025 sank die Zahl weiter auf 113.236 Erstanträge.

Der Septemberwert von 2026 bestätigt diese längerfristige Richtung, obwohl die Zahl gegenüber August wieder etwas gestiegen ist. Ein einzelner Monatsanstieg bedeutet damit bislang keine Umkehr des Trends. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die kommenden Monatswerte und die unter den neuen europäischen Regeln erhobenen Statistiken sein.

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