Cavallo wirft Audi-Chef Wahlkampfhilfe für Trump vor

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump sorgt innerhalb des Volkswagen-Konzerns für deutliche Kritik. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo wirft Döllner vor, sich bei einer Wahlkampfveranstaltung für politische Zwecke eingesetzt zu haben. Zugleich stellt sie Bedingungen für die Zustimmung zum geplanten Audi-Werk in den USA. Dort will der Autobauer rund vier Milliarden Dollar investieren.

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VW-Betriebsratschefin kritisiert Auftritt in Georgia

Bei der Veranstaltung am Samstag (24. Oktober 2026) im US-Bundesstaat Georgia hatte Trump den geplanten Bau einer Audi-Fabrik angekündigt. Anschließend holte er Döllner auf die Bühne, der sich beim US-Präsidenten für dessen Unterstützung bedankte. Der Termin fand wenige Tage vor den amerikanischen Kongresswahlen am 3. November statt.

Cavallo bezeichnete den Auftritt in einem internen Interview, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, als beschämend. Sie warf Döllner „aktive Wahlkampfhilfe“ vor und kritisierte Trumps vorausgegangene Rede wegen aus ihrer Sicht rassistischer, sexistischer und demokratiefeindlicher Aussagen.

Ihre Kritik richtete sich auch gegen den VW-Konzernvorstand um Oliver Blume. Cavallo warf der Konzernführung vor, sich für Trumps politische Inszenierung vereinnahmen zu lassen. Dabei verwies sie auch auf die historische Verantwortung von Volkswagen. Das Unternehmen wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft gegründet.

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Audi-Leitlinien sehen politische Neutralität vor

Zusätzliche Fragen wirft der Auftritt mit Blick auf die unternehmenseigenen Verhaltensregeln auf. Die im April 2026 veröffentlichten Audi-Leitlinien zur politischen Interessenvertretung sehen vor, innerhalb der letzten drei Monate vor Wahlen auf öffentlichkeitswirksame Termine mit kandidierenden Politikern oder Parteien zu verzichten.

Cavallo sieht darin einen klaren Verstoß gegen interne Grundsätze. Nach ihrer Darstellung hatte Döllner diese Regeln selbst unterzeichnet. Eine abschließende Bewertung, ob der konkrete Auftritt gegen die Vorgaben verstieß, lag zunächst nicht vor.

Döllner verteidigte seine Teilnahme. Gegenüber Journalisten erklärte er am Sonntag sinngemäß, dass eine Einladung des amerikanischen Präsidenten aus Respekt vor dessen Amt und dem Land, in dem Audi investieren wolle, anzunehmen sei.

Audi plant Milliardeninvestition und 4.500 Arbeitsplätze

Unabhängig von der politischen Auseinandersetzung verfolgt Audi umfangreiche Produktionspläne in den Vereinigten Staaten. Nach Unternehmensangaben soll im Bundesstaat Georgia das erste eigene US-Werk der Marke entstehen.

Rund vier Milliarden US-Dollar sind für die Investition vorgesehen. Die Fabrik soll eine jährliche Kapazität von etwa 200.000 Fahrzeugen erreichen und rund 4.500 Arbeitsplätze schaffen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre anlaufen.

Vorgesehen sind vor allem große Premium-SUVs für den nordamerikanischen Markt. Audi will damit seine Wettbewerbsposition in den USA stärken und die Abhängigkeit von Fahrzeugimporten reduzieren.

Bislang liefert das Unternehmen seine Autos für den amerikanischen Markt aus Werken in Europa und Mexiko. Die US-Einfuhrzölle stellen deshalb eine erhebliche Belastung dar. Nach Angaben von Audi kosteten die Zölle das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 1,2 Milliarden Euro.

Entscheidung über US-Werk noch nicht gefallen

Die grundsätzliche wirtschaftliche Bedeutung einer amerikanischen Produktion stellt Cavallo nicht infrage. Der US-Markt biete großes Potenzial, während die hohen Zölle zusätzliche Kosten verursachten.

Allerdings verlangt die Arbeitnehmerseite Klarheit darüber, welche Folgen der geplante Neubau für die bestehenden Produktionsstandorte haben würde. Insbesondere die Auswirkungen auf die Beschäftigung in Deutschland müssten vor einer Entscheidung geklärt werden.

Cavallo verwies außerdem auf offene Fragen zu möglichen Zollvergünstigungen für Volkswagen. Ob solche Vereinbarungen Bestandteil der Investitionspläne sind, ist bislang nicht bekannt.

Die endgültige Entscheidung über das Vorhaben muss noch im VW-Aufsichtsrat getroffen werden. Die Arbeitnehmervertreter haben ihre Zustimmung bislang nicht erteilt.

Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies unterstützen grundsätzlich eine stärkere Präsenz in den USA. Beide betonten jedoch, dass die Expansion nicht zulasten der deutschen Werke und ihrer Beschäftigten gehen dürfe.

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