
Zum Beginn der Heizperiode 2026/27 wächst der Kostendruck auf Haushalte mit Gasheizung. Eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass sich Erdgas in Baden-Württemberg innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 22 Prozent verteuert hat. Auch bundesweit könnten Verbraucher bald höhere Rechnungen erhalten. Zum Jahreswechsel 2027 erwartet Verivox weitere Preissteigerungen.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Baden-Württemberg. Nach der am Montag, 26. Oktober 2026, veröffentlichten Verivox-Auswertung sind die durchschnittlichen jährlichen Gaskosten für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch von 2.158 auf 2.643 Euro gestiegen. Das entspricht Mehrkosten von 485 Euro.
Die regionalen Unterschiede sind erheblich. Im Landkreis Ravensburg erhöhten sich die berechneten Jahreskosten um 31,3 Prozent, im Landkreis Göppingen um 31,2 Prozent. Weniger stark fiel der Anstieg beispielsweise im Hohenlohekreis mit 15,7 Prozent aus. Dabei handelt es sich um durchschnittliche Tarifkosten für einen festgelegten Verbrauch, nicht um die tatsächliche Rechnung jedes einzelnen Haushalts.
Auch außerhalb Baden-Württembergs könnten steigende Gaspreise die Haushalte belasten. Verivox rechnet zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent, abhängig vom bisherigen Tarif. Für ein gasbeheiztes Einfamilienhaus könnten dadurch nach Einschätzung des Vergleichsportals jährliche Mehrkosten von bis zu 500 Euro entstehen.
Ein wichtiger Faktor sind die gestiegenen Beschaffungskosten. Die internationalen Energiemärkte stehen durch den Konflikt im Nahen Osten unter Druck. Hinzu kommen höhere Gebühren für die Gasnetze. Nach einer Verivox-Auswertung vom 19. Oktober sollen die Gasnetzentgelte 2027 bundesweit um durchschnittlich drei Prozent steigen. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entspricht das rechnerisch etwa 19 Euro zusätzlichen Kosten.
Ob und wann die Preissteigerungen bei Verbrauchern ankommen, hängt wesentlich vom jeweiligen Energieversorger und den Vertragsbedingungen ab. Unternehmen, die Gas langfristig eingekauft haben, können kurzfristige Preisschwankungen teilweise abfedern.
Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen dem bisherigen Jahresverlauf und dem bevorstehenden Winter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zahlten private Haushalte im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Das waren 4,5 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Eine Ursache ist die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026. Auch der Heizspiegel der Beratungsgesellschaft co2online erwartet deshalb für das gesamte Abrechnungsjahr 2026 noch eine leichte Entlastung. Für eine durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung mit Gasheizung prognostiziert die Organisation jährliche Heizkosten von 1.120 Euro nach 1.170 Euro im Vorjahr.
Die inzwischen gestiegenen Großhandelspreise könnten sich allerdings erst gegen Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 stärker auf die Verbraucherpreise auswirken.
Trotz der Preisentwicklung bewertet die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland weiterhin als stabil. Nach ihrer Lagebewertung vom 23. Oktober waren die deutschen Gasspeicher zu 61,1 Prozent gefüllt und damit deutlich weniger als in vergleichbaren Zeiträumen früherer Jahre.
Die Behörde sieht nach aktuellem Kenntnisstand dennoch nur eine geringe Gefahr einer angespannten Versorgungslage. Neben den Speichern tragen Pipelineimporte und Flüssiggaslieferungen zur Versorgung bei.
Wie stark die Gaspreise im Winter 2026/27 die Haushaltskasse belasten, hängt neben dem Verbrauch vor allem vom bestehenden Tarif ab. Ein Vergleich von Arbeitspreis, Grundgebühr und Vertragslaufzeit kann deshalb sinnvoll sein.
Wer eine Preiserhöhung erhält, hat nach Angaben der Verbraucherzentralen in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Auch Preisgarantien sollten vor einem Wechsel sorgfältig geprüft werden.
Zusätzlich lassen sich Heizkosten durch einen geringeren Wärmeverbrauch begrenzen. Der Heizspiegel 2026 verweist insbesondere auf richtiges Heizen und Lüften sowie die Optimierung bestehender Heizungsanlagen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt vom Gebäude und dem bisherigen Verbrauch ab.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu