
Rot-Weiss Essen muss vorerst ohne Nick Bätzner auskommen. Der 26 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler hat starke muskuläre Probleme in der Wade und steht dem Drittligisten bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. Das bestätigte RWE am 23. September. Eine genaue Diagnose und eine konkrete Ausfalldauer nannte der Verein zunächst nicht. Weitere medizinische Untersuchungen sollten Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.
Trainer Uwe Koschinat machte allerdings deutlich, dass es sich nicht um eine kurzfristige Vorsichtsmaßnahme handelt. RevierSport griff seine Reaktion am Donnerstag, 24. September, unter der Überschrift „Nach Bätzner-Schock: Tut uns und ihm sehr weh“ auf. Gegenüber der WAZ sprach Koschinat zudem von einer „schwerwiegenderen Geschichte“. Eine mögliche Pause von bis zu acht Wochen wurde von der WAZ genannt. Offiziell bestätigt ist diese Zeitspanne durch Rot-Weiss Essen bislang nicht.
Die bislang belastbare Diagnose des Vereins beschränkt sich auf starke muskuläre Beschwerden in der Wade. RWE teilte mit, dass Bätzner deshalb nicht einsatzfähig sei und „bis auf Weiteres“ ausfalle. Zum Zeitpunkt der Mitteilung standen weitere Untersuchungen noch aus. Damit lässt sich derzeit weder eine bestimmte Muskelverletzung wie ein Muskelfaser- oder Muskelbündelriss noch eine konkrete Rückkehrprognose als bestätigt darstellen.
Koschinat verwies darauf, dass zunächst medizinische Klarheit geschaffen werden müsse. Über das weitere Vorgehen sagte der Trainer laut liga3-online unter Berufung auf die WAZ: „Wir müssen seriös und zu einhundert Prozent klinisch abklären, was dort ist, und dann logischerweise alles dafür tun, dass wir die Ausfallzeit möglichst verkürzen.“
Damit widerspricht die bisherige Vereinskommunikation einer vorschnellen Festlegung auf eine bestimmte Ausfalldauer. RWE hat bislang lediglich bestätigt, dass Bätzner auf unbestimmte Zeit pausieren muss. Die von der WAZ genannte Möglichkeit eines Ausfalls von bis zu acht Wochen ist eine weitergehende Medieninformation.
Für Bätzner kommt die Pause zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Mittelfeldspieler war erst am 30. August vom damaligen Zweitligisten und Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn nach Essen gewechselt. RWE hatte ihn als Verstärkung für das offensive Mittelfeld verpflichtet. Sportdirektor Marcus Steegmann hob bei der Vorstellung insbesondere Bätzners Kreativität, Spielstärke und seine Fähigkeit hervor, verschiedene Teile des Offensivspiels miteinander zu verbinden.
In seinen ersten vier Drittligaspielen für Essen kam Bätzner jeweils zum Einsatz. Besonders auffällig war sein Auftritt beim 6:2 gegen die Würzburger Kickers am 12. September. Nach seiner Einwechslung erzielte er zwei Treffer. Beim anschließenden 1:1 gegen Hansa Rostock wurde der 26-Jährige erneut eingewechselt und stand 25 Minuten auf dem Platz.
Damit hatte sich Bätzner innerhalb weniger Wochen eine wichtige Rolle in der Offensive erarbeitet. In der vergangenen Saison war er für den SC Paderborn in 30 Zweitligaspielen eingesetzt worden. Dabei erzielte er zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Hinzu kamen zwei Einsätze in der Bundesliga-Relegation sowie Partien im DFB-Pokal.
Bätzner ist 26 Jahre alt und wird vor allem im offensiven Mittelfeld eingesetzt. Vor seinem Wechsel nach Essen spielte er eine Saison für den SC Paderborn. Zuvor stand er beim SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag. In seiner bisherigen Laufbahn sammelte er nach Vereinsangaben 54 Einsätze in der 2. Bundesliga und 31 Spiele in der 3. Liga. Außerdem absolvierte er für KV Oostende 79 Partien in der höchsten belgischen Spielklasse.
Rot-Weiss Essen und Paderborn veröffentlichten bei dem Transfer keine Ablösesumme und keine Vertragslaufzeit. Nach damaligen Informationen der WAZ soll RWE rund 125.000 Euro Ablöse gezahlt und Bätzner einen Vertrag bis 2028 unterschrieben haben. Diese Angaben wurden unter anderem von Transfermarkt aufgegriffen, von den beteiligten Vereinen aber nicht offiziell bestätigt.
Der Ausfall verschärft die personelle Situation bei Rot-Weiss Essen. Bereits Anfang September hatte der Verein die Verletzungen von Tony Menzel und Max Geschwill bestätigt. Menzel erlitt eine schwere Bänderverletzung im linken Sprunggelenk und soll nach Vereinsangaben voraussichtlich bis Dezember fehlen. Geschwill muss wegen einer starken Reizung im linken Kniegelenk mehrere Wochen pausieren.
Damit fehlen Koschinat innerhalb kurzer Zeit mehrere Spieler, die für zentrale Positionen vorgesehen waren. Besonders im Mittelfeld sinkt dadurch die Zahl der verfügbaren Alternativen. Nach Menzels Ausfall war unter anderem Noah Pesch stärker ins Zentrum gerückt. Mit der Verletzung Bätzners fällt nun eine weitere Option aus, die sowohl zentral als auch offensiver eingesetzt werden kann.
Die Situation beeinflusst deshalb auch die Kaderplanung. Der vereinslose Florian Engelhardt trainierte zuletzt als Gastspieler bei RWE mit und kam beim 7:0 in einem Testspiel gegen den SV Schermbeck zum Einsatz. Koschinat bestätigte, dass sich Verein und Trainerteam angesichts der Personaldecke Gedanken über mögliche weitere Verstärkungen machen. Eine Verpflichtung Engelhardts war zunächst jedoch nicht offiziell verkündet.
Trotz der Ausfälle warnte Koschinat vor einer hektischen Reaktion auf dem Spielermarkt. Die aktuelle Pause im Ligabetrieb ermögliche es dem Verein, die Situation zu analysieren und die vorhandenen Optionen abzuwägen. Gleichzeitig machte der Trainer deutlich, dass RWE seine Personalstärke im Hinblick auf die kommenden Wochen überprüfen müsse.
Das ist auch deshalb relevant, weil nach der Länderspielpause wieder eine engere Folge von Pflichtspielen ansteht. Bätzner wäre dabei aufgrund seiner Vielseitigkeit eine wichtige Alternative gewesen. Ob er bereits nach einigen Wochen zurückkehren kann oder länger fehlen wird, hängt von den noch ausstehenden medizinischen Befunden ab.
Fest steht zunächst nur: Rot-Weiss Essen muss auf einen seiner jüngsten Neuzugänge verzichten. Der Verein bestätigt muskuläre Probleme in der Wade und einen Ausfall bis auf Weiteres. Eine konkrete Diagnose oder einen festen Zeitpunkt für Bätzners Rückkehr hat RWE bislang nicht genannt.
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