Nach schwerer Knieverletzung des Kapitäns: Jahn holt erfahrenen Verteidiger

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Der SSV Jahn Regensburg reagiert auf den langfristigen Ausfall seines Kapitäns Felix Strauss und verstärkt seine Innenverteidigung. Der Fußball-Drittligist hat Lukas Mühl verpflichtet. Der 29-Jährige war zuletzt ohne Verein und unterschrieb in Regensburg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Zuvor spielte er beim FC Winterthur in der Schweizer Super League.

Strauss hatte sich am 19. September beim 3:3 des SSV Jahn gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart verletzt. Der Verteidiger musste zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. Untersuchungen ergaben anschließend eine Kreuzband- und Meniskusverletzung im rechten Knie. Nach Angaben des Vereins wird der Kapitän mehrere Monate fehlen und muss operiert werden.

Damit verliert der Jahn einen zentralen Spieler seiner Defensive für einen erheblichen Teil der Saison. Die Verpflichtung von Mühl ist nach Angaben des Vereins ausdrücklich auch eine Reaktion auf diesen Ausfall. Sportdirektor Alexander Schmalhofer erklärte zur Personalentscheidung: „Auch durch den längeren Ausfall von Felix Strauss war es uns wichtig, die Innenverteidigung noch einmal zu verstärken.“

Lukas Mühl bringt Bundesliga-Erfahrung nach Regensburg

Mit Mühl verpflichtet Regensburg einen Innenverteidiger mit umfangreicher Erfahrung im deutschen Profifußball. Der gebürtige Zwieseler schaffte beim 1. FC Nürnberg den Sprung aus dem Nachwuchsbereich zu den Profis. Für Nürnberg absolvierte er nach Angaben des SSV Jahn insgesamt 133 Pflichtspiele. Darunter waren 92 Einsätze in der 2. Bundesliga und 31 Spiele in der Bundesliga.

Mühl ist 29 Jahre alt und wird vor allem im Zentrum der Abwehr eingesetzt. Nach seiner Zeit in Nürnberg setzte er seine Laufbahn im Ausland fort. 2021 wechselte er zu Austria Wien. Dort übernahm er später auch das Kapitänsamt. Es folgten Stationen bei Spezia Calcio in der italienischen Serie B und anschließend beim FC Winterthur in der Schweiz.

In der Saison 2025/26 kam Mühl für Winterthur in der Schweizer Super League auf 15 Ligapartien. Dabei blieb er ohne Tor. Verschiedene Statistikdatenbanken weisen für die Spielzeit rund 1.060 Einsatzminuten aus. Nach dem Ende seines Engagements in der Schweiz war der Verteidiger vereinslos und hielt sich zuletzt bei der U23 des 1. FC Nürnberg fit.

Eine Ablösesumme fällt damit nicht an. Sein Vertrag beim Jahn läuft bis zum 30. Juni 2027 und damit bis zum Ende der laufenden Saison. Der Verein kann Mühl sofort einsetzen, sobald die formalen Voraussetzungen für die Spielberechtigung erfüllt sind.

Kapitän Strauss fällt mehrere Monate aus

Der Ausfall von Felix Strauss trifft Regensburg zu einem sportlich schwierigen Zeitpunkt. Der 25 Jahre alte Österreicher hatte sich in Stuttgart in der 52. Minute verletzt und konnte die Begegnung nicht fortsetzen. Die genaueren Untersuchungen erfolgten wenige Tage später. Dabei wurden sowohl die Kreuzbandverletzung als auch die zusätzliche Verletzung des Meniskus im rechten Knie festgestellt.

Eine genaue Rückkehrprognose nannte der Verein nicht. Offiziell bestätigt ist bislang lediglich, dass Strauss mehrere Monate ausfallen wird. Damit dürfte der Kapitän zumindest einen erheblichen Teil der weiteren Hinrunde verpassen. Wann er wieder in das Mannschaftstraining einsteigen kann, hängt auch vom Verlauf der Operation und der anschließenden Rehabilitation ab.

Strauss war im Sommer 2025 nach Regensburg gewechselt und hatte sich anschließend in der Defensive etabliert. Zu Beginn der laufenden Spielzeit erhielt er das Kapitänsamt. Sein langfristiger Ausfall vergrößert deshalb nicht nur die personelle Lücke in der Innenverteidigung, sondern nimmt der Mannschaft zugleich einen Führungsspieler.

Mühl soll Erfahrung in die Jahn-Abwehr bringen

Der Zeitpunkt der Verpflichtung zeigt, dass der Verein auf die neue Situation im Abwehrzentrum kurzfristig reagieren wollte. Mühl bringt dabei ein Profil mit, das sich deutlich von einer langfristigen Nachwuchslösung unterscheidet. Neben seinen Bundesliga- und Zweitligaeinsätzen hat er bereits in drei ausländischen Profiligen gespielt und bei Austria Wien Verantwortung als Kapitän übernommen.

Schmalhofer bezeichnete den Neuzugang als erfahrenen Defensivspezialisten. Der Sportdirektor verbindet mit dem Transfer nach eigenen Angaben sowohl sportliche als auch charakterliche Erwartungen. Für Regensburg bietet die Verpflichtung damit die Möglichkeit, einen Spieler mit umfangreicher Profierfahrung unmittelbar in einen Kader einzubauen, der durch den Strauss-Ausfall auf einer zentralen Position geschwächt wurde.

Mühl selbst kehrt mit dem Wechsel zugleich in seine Heimatregion zurück. Er stammt aus Zwiesel und lernte beim TSV Regen das Fußballspielen. Der Verein aus Niederbayern gehört zum Partnernetzwerk des SSV Jahn. Nach mehreren Jahren in Nürnberg sowie seinen Stationen in Österreich, Italien und der Schweiz setzt Mühl seine Karriere nun wieder in Deutschland fort.

Jahn steht früh in der Saison unter Druck

Sportlich verlief der Start in die Drittligasaison für Regensburg bislang schwierig. Nach sieben Partien stand der Jahn mit fünf Punkten auf Tabellenplatz 18. Die Bilanz umfasste zu diesem Zeitpunkt einen Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen. Das Torverhältnis lag bei 13:17.

Vor diesem Hintergrund erhält die Verstärkung der Defensive zusätzliches Gewicht. Mit Strauss fällt ein Stammspieler für Monate aus, während Regensburg gleichzeitig Punkte benötigt, um sich aus dem unteren Tabellenbereich zu lösen. Mühl soll dabei eine zusätzliche erfahrene Option für das Abwehrzentrum liefern.

Der Wechsel unterscheidet sich zugleich von einem klassischen Transfer während der regulären Wechselperiode. Weil Mühl nach seinem Vertragsende in Winterthur vereinslos war, konnte Regensburg ihn auch nach dem Ende des üblichen Sommertransferfensters verpflichten. Eine Ablöse musste der Drittligist nicht zahlen.

Für den Jahn ist die Personalentscheidung damit eine direkte Reaktion auf eine kurzfristig entstandene Lücke im Kader. Die medizinische Prognose für Strauss bleibt zunächst auf die Vereinsangabe beschränkt, dass er mehrere Monate fehlen wird. Bei Mühl steht dagegen fest, dass Regensburg einen erfahrenen Innenverteidiger bis zum Saisonende gebunden hat, der Bundesliga-, Zweitliga- und Auslandserfahrung mitbringt.

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