
Die britische Großbank Barclays baut 5.000 Stellen ab und setzt bei ihrer Neuorganisation verstärkt auf künstliche Intelligenz. Bis Ende 2026 soll damit rund jeder zwanzigste Arbeitsplatz des Konzerns wegfallen. Gleichzeitig meldete das Geldhaus am Donnerstag, 22. Oktober 2026, einen deutlichen Gewinnanstieg im dritten Quartal. Der Personalabbau ist Teil eines umfangreichen Sparprogramms, mit dem Barclays seine Kosten langfristig senken will.
Von den insgesamt rund 5.000 vorgesehenen Stellenstreichungen wurden nach Angaben von Finanzchefin Anna Cross bereits 1.000 in der ersten Jahreshälfte umgesetzt. Weitere 4.000 Arbeitsplätze sollen bis zum Jahresende wegfallen. Ende 2025 beschäftigte Barclays weltweit rund 93.000 Menschen.
Etwa 60 Prozent des Personalabbaus betreffen interne Unterstützungsfunktionen. Dazu gehören auch Arbeitsplätze in der Softwareentwicklung. Die Bank begründet die Veränderungen unter anderem damit, dass Beschäftigte durch den Einsatz neuer Technologien produktiver arbeiten können und deshalb bestimmte Aufgaben mit weniger Personal erledigt werden.
Ein wesentlicher Teil der Kostensenkungen entfällt auf das britische Privatkundengeschäft. Auch das Investmentbanking ist von den Maßnahmen betroffen. Eine genaue Aufteilung der Stellenstreichungen auf einzelne Länder wurde zunächst nicht veröffentlicht.
Barclays-Chef C. S. Venkatakrishnan führt die höhere Effizienz auf Investitionen zurück, die der Konzern über mehrere Jahre in seine technische Infrastruktur getätigt hat. Dazu gehören modernisierte IT-Systeme, vereinheitlichte Plattformen und vereinfachte Arbeitsabläufe.
Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, ist nach Darstellung des Konzernchefs aber nicht der alleinige Grund für die Veränderungen. Die technischen Grundlagen und die Modernisierung bestehender Systeme seien ebenfalls entscheidend.
Der Konzern befindet sich im letzten Jahr eines dreijährigen Programms zur Verbesserung seiner Wirtschaftlichkeit. Im dritten Quartal bezifferte Barclays den Umfang weiterer struktureller Kostensenkungsmaßnahmen auf 201 Millionen Pfund. Für die letzten drei Monate des Jahres sind zusätzliche Maßnahmen im Umfang von rund 300 Millionen Pfund vorgesehen.
Parallel zum Stellenabbau veröffentlichte Barclays seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026. Der Gewinn vor Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent von 2,08 auf 2,32 Milliarden Pfund. Die Erträge erhöhten sich um drei Prozent auf 7,37 Milliarden Pfund.
Trotz des Gewinnanstiegs blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten nach dem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens mit einem Vorsteuergewinn von rund 2,42 Milliarden Pfund gerechnet.
Besonders unterschiedlich entwickelte sich das Investmentbanking. Während die Erträge im Aktienhandel um 47 Prozent zulegten, gingen sie im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen um 19 Prozent zurück. Vor allem der schwächere Handel mit festverzinslichen Wertpapieren belastete das Quartalsergebnis.
Zugleich kündigte Barclays ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 500 Millionen Pfund an.
An der Londoner Börse geriet die Barclays Aktie nach Veröffentlichung der Quartalszahlen zunächst unter Druck. Die Nachrichtenagentur Alliance News meldete am Donnerstagmorgen einen Rückgang um 1,2 Prozent auf 414,30 Pence. Die entsprechende Meldung wurde um 9.25 Uhr MESZ veröffentlicht.
Im weiteren Handelsverlauf verringerte sich der Abschlag. Um 12.37 Uhr MESZ lag eine Kursindikation von Cboe Europe bei 418,28 Pence, entsprechend einem Minus von 0,22 Prozent. Die Daten wurden über MarketScreener veröffentlicht.
Der Konzern hält trotz des Stellenabbaus an seinen finanziellen Zielen fest. Für 2026 strebt Barclays eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als zwölf Prozent an. Bis 2028 soll dieser Wert auf mehr als 14 Prozent steigen. Die Bank verbindet damit das Ziel, ihre Profitabilität weiter zu verbessern und zusätzliche Mittel für Investitionen bereitzustellen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu