Bares für Rares heute: Dieser Schokoriegel ist Kunst statt Snack

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Ein mehr als 25 Jahre alter Schokoriegel gehört am Dienstag zu den ungewöhnlichsten Objekten bei Bares für Rares. Das ZDF zeigt die neue Ausgabe der Trödelshow mit Horst Lichter am 8. September 2026 um 15:05 Uhr. Der Episodentitel Wer bekommt Pinocchios Nase spielt auf ein Kunstobjekt des amerikanischen Künstlers Paul McCarthy an, das für die Expo 2000 in Hannover entstand. Daneben geht es um wertvollen Diamantschmuck, ein historisches Freundschaftsbuch, eine Rosenthal-Figur und ein goldenes Collier. Die Sendung dauert im Fernsehprogramm bis 16 Uhr, das ZDF gibt für das Video eine Nettolaufzeit von 53 Minuten an. Es handelt sich um eine neue Ausgabe und damit um die TV-Premiere.

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Pinocchios Nase stammt von der Expo 2000

Das vielleicht kurioseste Stück der Ausgabe ist Paul McCarthys Chocolate Nose Bar. Tatsächlich steckt in der Verpackung Schokolade, allerdings steht bei Bares für Rares nicht der Geschmack im Mittelpunkt. Der originalverpackte Riegel gehört zu einem Kunstprojekt, das Paul McCarthy für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover geschaffen hatte. Das Germanische Nationalmuseum führt ein entsprechendes Exemplar als Multiple aus McCarthys Installation Chocolate Blockhead. Der Riegel konnte damals für fünf D-Mark erworben werden.

Mehr als ein Vierteljahrhundert später wird die ungeöffnete Verpackung selbst zum Sammlerstück. Die Expertise in Bares für Rares setzt den Wert des Exemplars bei 150 bis 200 Euro an. Das ZDF macht genau dieses Objekt zum Aufhänger der Folge und verweist auf die ungewöhnliche Frage, ob man einen über 25 Jahre alten Schokoriegel überhaupt noch anbeißen sollte. Als Kunstobjekt dürfte allerdings gerade der ungeöffnete Zustand einen wesentlichen Teil seines Reizes ausmachen.

Diamant-Set gehört zu den wertvollsten Objekten

Finanziell in einer anderen Größenordnung bewegt sich ein mehrteiliges Schmuckkonvolut aus Familienbesitz. Es besteht aus einem Platinring im Art-déco-Stil, einer mit zahlreichen Diamanten besetzten Brosche und einem Armband.

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Der Ring wird in der Expertise in die späten 1930er-Jahre eingeordnet. Zwei zentrale Brillanten bringen demnach jeweils ungefähr 0,2 Karat auf die Waage. Die Brosche wird zeitlich eher den 1940er-Jahren zugerechnet. Beim Armband gehen die Fachleute davon aus, dass ein älterer Ringkopf aus den 1930er-Jahren später mit einem Weißgoldarmband aus der Zeit um 1950 kombiniert wurde. Insgesamt kommen die Schmuckstücke nach der Einschätzung in der Sendung auf etwa sechs bis sieben Karat Diamantgewicht.

Allein der Materialwert von Gold und Platin wird mit ungefähr 2.600 Euro angesetzt. Für das komplette Konvolut liegt die Expertise bei 6.500 bis 7.000 Euro. Die Besitzerinnen hatten sich ursprünglich 8.000 Euro vorgestellt. Damit gehört der Schmuck zu den hochpreisigsten Angeboten der heutigen Folge.

Goldene Herzen und ein Poesiealbum von 1784

Ein weiteres Schmuckstück ist ein sogenanntes Liebescollier aus mehreren Herzmedaillons. Die einzelnen Anhänger stammen aus unterschiedlichen Zeiten. Die zeitliche Spanne reicht nach der Expertise ungefähr von 1890 bis 1983. Die Kette besteht aus 375er-Gold, also 9-Karat-Gold. Der geschätzte Wert liegt zwischen 600 und 800 Euro.

Historisch deutlich weiter zurück reicht ein Freundschaftsbuch mit der Bezeichnung Ploenens. Das sogenannte Alba Amicorum stammt aus dem Jahr 1784 und enthält Einträge von Schülern und Lehrern eines Gymnasiums in Plön. Zum Inhalt gehören unter anderem Schattenrisse und kolorierte Darstellungen. Auch das verwendete Hadernpapier spielt bei der Einordnung des Stücks eine Rolle. Die Expertise kommt auf einen Wert von 500 bis 700 Euro.

Damit zeigt die Sendung erneut die große Spannweite des Formats. Nicht allein Edelmetalle und Schmuck können einen Marktwert besitzen. Auch persönliche Dokumente und historische Gebrauchsstücke werden interessant, wenn Herkunft, Alter, Zustand und Seltenheit zusammenpassen.

Rosenthal-Figur zeigt die Tänzerin Lena Amsel

Porzellan ist ebenfalls vertreten. Angeboten wird die Figur Lena Amsel, Lustiger Marsch aus dem Hause Rosenthal. Sie entstand um 1919 nach einem Entwurf des Bildhauers und Porzellankünstlers Constantin Holzer-Defanti.

Dargestellt wird die Tänzerin und Schauspielerin Lena Amsel als Pierrette mit Instrumenten. Bei der Begutachtung fallen kleinere altersbedingte Merkmale wie Goldabrieb und Unregelmäßigkeiten in der Glasur auf. Trotzdem liegt die Schätzung mit 900 bis 1.200 Euro vergleichsweise hoch.

Gedreht wird weiterhin im Walzwerk in Pulheim

Die regulären neuen Ausgaben von Bares für Rares entstehen im Walzwerk in Pulheim bei Köln. Das ZDF bestätigte im April 2026, dass die Sendung auch nach der Modernisierung des Studios weiterhin in dem ehemaligen Industriekomplex produziert wird. Unter anderem wurde der Händlerraum umgebaut und technisch modernisiert.

Produziert wird Bares für Rares von Warner Bros. ITVP Deutschland für das ZDF. Die Produktionsfirma übernimmt auch das Casting der Menschen, die ihre Objekte in der Sendung vorstellen möchten. Das Walzwerk selbst verweist Bewerber ebenfalls direkt an Warner Bros. ITVP.

Horst Lichter moderiert das Format seit dessen Start im Jahr 2013. Anders als bei fiktionalen Fernsehproduktionen gibt es für die Gespräche während der Expertise und für die anschließenden Verhandlungen kein klassisches Drehbuch. Nach Angaben des ZDF gehören die vorgestellten Gegenstände den Teilnehmenden und werden von ihnen selbst zur Sendung mitgebracht.

Neue Folge läuft von 15:05 bis 16 Uhr

Das ZDF zeigt Wer bekommt Pinocchios Nase am Dienstag, 8. September 2026, ab 15:05 Uhr. Im linearen Programm ist die Sendung bis 16 Uhr eingeplant. Das eigentliche Video hat eine Länge von 53 Minuten und steht auch über das Streamingangebot des ZDF bereit.

Bei der Nummerierung existieren unterschiedliche Zählsysteme. Fernsehserien.de führt die Sendung vom 8. September als 2447. reguläre Ausgabe. Andere Programmdatenbanken ordnen sie innerhalb des Jahrgangs 2026 als Folge 162 ein. Das ZDF selbst stellt auf der Videoseite Datum und Titel in den Vordergrund und nennt dort keine entsprechende laufende Episodennummer.

Bares für Rares bleibt am Nachmittag quotenstark

Für die unmittelbar vorherige neue Nachmittagsfolge vom Montag, 7. September, war am Dienstag zunächst keine verlässlich ausgewiesene Einzelquote für die 15:05-Uhr-Ausstrahlung verfügbar. Die längerfristigen Zahlen zeigen jedoch die weiterhin starke Stellung der Trödelshow im ZDF-Tagesprogramm.

Nach Angaben des ZDF Werbefernsehens sahen die Montags-bis-Freitags-Ausgaben zwischen Januar und Juni 2026 durchschnittlich rund 1,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 23,3 Prozent. Damit gehört Bares für Rares auch mehr als ein Jahrzehnt nach dem Start zu den festen Größen im deutschen Nachmittagsfernsehen.

Am 8. September steht dabei ausgerechnet ein Objekt im Mittelpunkt, das ursprünglich für fünf D-Mark auf einer Weltausstellung erhältlich war. Der Chocolate Nose Bar verbindet damit Kunstgeschichte, Expo-Erinnerung und die typische Frage der Sendung: Welchen Preis ist ein ungewöhnlicher Gegenstand ein Vierteljahrhundert später tatsächlich wert?

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