
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zieht sich aus der Bundesregierung und der SPD-Führung zurück. Die 58-Jährige gab ihre Entscheidung am Montag, 12. Oktober 2026, in einer persönlichen Erklärung bekannt. Sie begründete den Schritt mit einem familiären Trauerfall und anhaltenden öffentlichen Angriffen, die nach ihrer Darstellung auch aus den Reihen des Koalitionspartners CDU/CSU kamen. Für das Arbeitsministerium ist bereits ein Nachfolger vorgesehen.
Bärbel Bas tritt zurück, weil sie nach eigenen Angaben derzeit nicht die Kraft hat, ihre Aufgaben in Regierung und Partei vollständig wahrzunehmen. In ihrer Erklärung teilte die SPD-Politikerin mit, dass sie nach dem Tod ihrer Stieftochter Zeit benötige, um ihre Trauer zu verarbeiten.
Zugleich kritisierte sie den politischen Umgang mit ihr. Öffentliche Angriffe hätten während dieser persönlichen Belastung weiter zugenommen. Bas verwies dabei ausdrücklich auch auf Vertreter des Koalitionspartners. Welche konkreten Äußerungen für ihre Entscheidung ausschlaggebend waren, führte sie in ihrem Schreiben nicht näher aus.
Ihr Amt als SPD-Co-Vorsitzende legte sie mit Wirkung vom Montag nieder. Bundeskanzler Friedrich Merz bat sie gleichzeitig um ihre Entlassung als Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Ihr Bundestagsmandat will Bas behalten und ihren Wahlkreis Duisburg weiterhin vertreten.
Für die Nachfolge im Bundesarbeitsministerium ist Alexander Schweitzer vorgesehen. Die SPD bestätigte die Personalentscheidung am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die formelle Ernennung zum Bundesminister ist von dieser parteiinternen Entscheidung zu unterscheiden.
Der 53-jährige Schweitzer war von Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Nach dem Regierungswechsel übernahm er den Vorsitz der SPD-Landtagsfraktion. Er verfügt außerdem über Erfahrung in der Sozialpolitik.
Mit dem Wechsel übernimmt Schweitzer ein Ministerium, das unter anderem für die Rentenpolitik, den Arbeitsmarkt und die soziale Sicherung zuständig ist. Gerade die Rentenreform gehört zu den wichtigen Vorhaben der Bundesregierung. Über deren Umsetzung hatte es innerhalb der Koalition zuletzt unterschiedliche Auffassungen gegeben.
Innerhalb der SPD löste der Rückzug zahlreiche Reaktionen aus. Vizekanzler und SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil verurteilte die öffentlichen Angriffe auf Bas als unangemessen. Wegen der Entwicklungen in Berlin sagte er zudem den Indien-Teil seiner geplanten Asienreise ab.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch äußerte großes Bedauern und würdigte Bas für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisierte den Umgang mit ihrer Parteikollegin besonders deutlich. Sie bezeichnete die Angriffe aus der Union angesichts der persönlichen Situation von Bas als unmenschlich und rücksichtslos.
Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte mit Respekt auf die Entscheidung und dankte Bas für ihre Arbeit. Damit treffen innerhalb der Regierungskoalition unterschiedliche Bewertungen ihres Rückzugs aufeinander.
Neben dem Wechsel im Arbeitsministerium steht die SPD vor einer weiteren Personalentscheidung. Wer den frei gewordenen Parteivorsitz übernimmt und künftig gemeinsam mit Lars Klingbeil die Sozialdemokraten führt, war am Montagvormittag noch offen.
Bas hatte das Arbeitsministerium im Mai 2025 übernommen. Zuvor war sie von 2021 bis 2025 Präsidentin des Deutschen Bundestages. Gemeinsam mit Klingbeil stand sie seit 2025 an der Spitze der SPD.
Durch ihren Rücktritt verliert die Partei innerhalb kurzer Zeit eine führende Persönlichkeit in Regierung und Parteiführung. Gleichzeitig muss die schwarz-rote Koalition ihre Zusammenarbeit bei wichtigen sozialpolitischen Reformen mit einer neuen Leitung des Arbeitsministeriums fortsetzen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu