Hoffenheim auf Abstiegsplatz: Für Trainer Ilzer wächst der Druck

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Die TSG Hoffenheim steckt nach einem enttäuschenden Saisonstart in einer schwierigen sportlichen Situation. Vier Niederlagen aus fünf Bundesligaspielen, der letzte Tabellenbereich und ein misslungener Auftakt in die Europa League setzen Trainer Christian Ilzer und seine Mannschaft unter Druck. Nach dem 2:3 gegen den Hamburger SV am Samstag, 10. Oktober 2026, suchte der österreichische Coach auch das Gespräch mit enttäuschten Anhängern. Sportgeschäftsführer Andreas Schicker hält unterdessen am eingeschlagenen Kurs fest. Zusätzlich muss Hoffenheim mehrere Wochen auf Neuzugang Patrick Wimmer verzichten.

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TSG Hoffenheim nach fünf Spieltagen auf Platz 17

Die Zahlen verdeutlichen den Fehlstart. Hoffenheim steht nach dem fünften Bundesliga-Spieltag mit drei Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Einem Sieg stehen vier Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis beträgt 9:13. Lediglich Borussia Mönchengladbach liegt mit null Punkten noch hinter den Kraichgauern.

Den bislang einzigen Bundesligasieg der laufenden Saison feierte Hoffenheim am 12. September mit einem 2:1 gegen den VfB Stuttgart. Zuvor hatte die Mannschaft beim 1. FC Köln und gegen Borussia Dortmund jeweils mit 2:3 verloren. Anschließend folgte ein 1:3 beim Aufsteiger SC Paderborn. Die jüngste Heimniederlage gegen Hamburg verschärfte die Lage.

Besonders auffällig ist der Unterschied zur vergangenen Saison. Damals belegte Hoffenheim den fünften Tabellenplatz und qualifizierte sich mit 61 Punkten für die Europa League. Während der gesamten Hinrunde 2025/26 hatte die Mannschaft lediglich vier Bundesliganiederlagen hinnehmen müssen. Diese Zahl ist nun bereits nach fünf Spieltagen erreicht.

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Andreas Schicker stellt den eingeschlagenen Weg nicht infrage

Trotz der Ergebnisse gibt es aus der sportlichen Führung bislang keine Ankündigung eines Trainerwechsels. Sportgeschäftsführer Andreas Schicker sprach nach der Niederlage gegen den HSV von einer schwierigen Phase, betonte jedoch, dass die grundsätzliche Ausrichtung des Vereins nicht zur Disposition stehe.

Gegenüber dem SWR erklärte Schicker, der gemeinsam eingeschlagene Weg solle fortgesetzt werden. Er widersprach zugleich der Vermutung, die erfolgreiche vergangene Saison könne innerhalb der Mannschaft zu nachlassender Konzentration geführt haben.

Damit setzt die sportliche Leitung vorerst auf Kontinuität. Schicker und Ilzer kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit beim österreichischen Klub Sturm Graz. Dort feierten sie nationale Erfolge, ehe ihre Zusammenarbeit in Hoffenheim fortgesetzt wurde. Im August hatten beide in einem gemeinsamen Interview mit SPORT1 die Bedeutung ihrer engen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Vertrauens hervorgehoben.

Eine konkrete Entscheidung der Vereinsführung über eine mögliche Trennung von Ilzer wurde nach der HSV-Niederlage nicht bekannt gegeben. Schickers öffentliche Aussagen sprechen vielmehr dafür, die sportlichen Schwierigkeiten innerhalb der bestehenden Struktur bewältigen zu wollen.

Christian Ilzer sucht das Gespräch mit den Hoffenheimer Fans

Nach dem Abpfiff stand Ilzer nicht nur vor der Aufgabe, seine Mannschaft auf die kommenden Begegnungen vorzubereiten. Auch die Enttäuschung unter den Anhängern war deutlich.

Nach einem Bericht der BILD suchten Mitglieder der Hoffenheimer Ultras nach der Niederlage das Gespräch mit Trainer Ilzer und Kapitän Oliver Baumann. Ilzer habe sich Zeit für den Austausch genommen und deshalb den Beginn der anschließenden Pressekonferenz verzögert.

Der Trainer beschrieb die Unterredung dem Bericht zufolge als konstruktiv. Er zeigte Verständnis für die Enttäuschung und verwies auf den Anspruch, die Anhänger mit erfolgreichen Leistungen und engagiertem Fußball zu überzeugen. Über konkrete Forderungen der Fans lagen keine unabhängig bestätigten Einzelheiten vor.

Auch vor den Medien vermied Ilzer eine dramatische Bewertung der Situation. Den Begriff Krise wollte er bei der Pressekonferenz nicht ausdrücklich übernehmen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Mannschaft an Verbesserungen arbeiten müsse.

Die Niederlage gegen Hamburg hatte Hoffenheim besonders spät getroffen. Nach einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung kassierte das Team in der Schlussphase noch zwei Gegentore. Hinzu kam ein Platzverweis gegen Verteidiger Bernardo. Damit vergrößerte sich der Abstand zwischen den Erwartungen nach der erfolgreichen Vorsaison und den bisherigen Ergebnissen.

Patrick Wimmer fällt wegen Muskelverletzung wochenlang aus

Neben der sportlichen Entwicklung muss Hoffenheim einen personellen Rückschlag verkraften. Der österreichische Nationalspieler Patrick Wimmer hat sich eine Muskelverletzung an der Rückseite des Oberschenkels zugezogen.

Wie der österreichische ORF am Sonntag unter Berufung auf Vereinsangaben meldete, wird der 25-Jährige voraussichtlich bis zur nächsten Länderspielphase im November fehlen. Bereits gegen den Hamburger SV gehörte Wimmer nicht zum verfügbaren Aufgebot.

Der Offensivspieler war erst im Sommer 2026 vom VfL Wolfsburg nach Hoffenheim gewechselt. Sein vorübergehender Ausfall reduziert die Möglichkeiten auf den offensiven Außenbahnen in einer Phase, in der die TSG zahlreiche Pflichtspiele bestreiten muss.

Ein genauer Termin für seine Rückkehr in den Spielbetrieb wurde nicht genannt. Ebenso blieb zunächst offen, ob Wimmer rechtzeitig für die nächsten Begegnungen der österreichischen Nationalmannschaft im November wieder einsatzfähig sein wird.

Weitere längerfristige Ausfälle lassen sich aus den bislang bestätigten Informationen nicht verlässlich beziffern.

Europa League erhöht die Anforderungen an Hoffenheim

Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf die Bundesliga. Auch international begann die Saison enttäuschend. Zum Auftakt der Europa League verlor Hoffenheim am 17. September mit 0:2 beim griechischen Vertreter OFI Kreta.

Dabei sollte die Rückkehr auf die europäische Bühne eigentlich an die sportliche Entwicklung der Vorsaison anknüpfen. Stattdessen steht Hoffenheim früh vor der Aufgabe, sich gleichzeitig in zwei Wettbewerben zu stabilisieren.

Bereits am Donnerstag, 15. Oktober, empfängt die TSG Beşiktaş Istanbul in der Europa League. Drei Tage später folgt das Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach. Am 22. Oktober steht die nächste internationale Begegnung gegen Olympique Lyon auf dem Programm, bevor am 25. Oktober Bayer Leverkusen nach Hoffenheim kommt.

Damit bleibt wenig Zeit zwischen den Spielen, um Trainingsinhalte anzupassen oder personelle Probleme auszugleichen. Die Begegnungen werden zeigen, ob die Mannschaft ihre bisherigen Schwächen reduzieren und wieder regelmäßig Punkte sammeln kann.

Ilzers Vertrag wurde erst im Mai verlängert

Christian Ilzer übernahm das Traineramt bei Hoffenheim im November 2024. Der Österreicher kam vom damaligen Doublesieger Sturm Graz und führte die TSG zunächst zum Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit gelang die deutliche sportliche Verbesserung bis zur Qualifikation für den Europapokal.

Ende Mai 2026 verlängerte der Verein den ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrag vorzeitig. Die genaue neue Vertragslaufzeit wurde nicht veröffentlicht. Sportgeschäftsführer Schicker würdigte damals insbesondere Ilzers fußballerische Ausrichtung, seine Führungsqualitäten und die Entwicklung junger Spieler.

Die frühe Vertragsverlängerung unterstrich das Vertrauen in den Trainer nach der erfolgreichen Saison. An dieser Haltung hat die sportliche Führung öffentlich bislang keine grundsätzliche Änderung erkennen lassen.

Für Hoffenheim geht es nun darum, die Ergebnisse wieder mit den eigenen sportlichen Ansprüchen in Einklang zu bringen. Die anstehenden Begegnungen in Bundesliga und Europa League bieten dafür mehrere Gelegenheiten. Gleichzeitig erhöhen der direkte Abstiegsplatz, die bisherigen Gegentore und der Ausfall von Patrick Wimmer die Anforderungen an Ilzer und seinen Kader.

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