BASF schützt Arbeitsplätze am Stammwerk und treibt Umbau voran

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Chemiekonzern BASF setzt seinen umfassenden Konzernumbau fort, während am Stammsitz Ludwigshafen weitreichende Beschäftigungsgarantien gelten. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die Beschäftigten der BASF SE am Standort zunächst bis Ende 2028 ausgeschlossen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich dieser Schutz bis Ende 2030 verlängern. Gleichzeitig reduziert das Unternehmen seine Kosten, baut Stellen ab und verändert seine Konzernstruktur.

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Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine Erklärung von BASF-Chef Markus Kamieth zu Beschäftigungsgarantien bis 2032. Diese Zusage betrifft allerdings die bestehenden Vereinbarungen des möglichen Übernahmekandidaten Evonik und ist an einen Zusammenschluss gebunden.

Standortvereinbarung sichert Beschäftigung bis Ende 2028

Die Grundlage für den Kündigungsschutz bei BASF ist eine Vereinbarung, die Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen bereits am 15. Dezember 2025 unterzeichnet haben. Sie trat am 1. Januar 2026 in Kraft und gilt zunächst drei Jahre bis zum 31. Dezember 2028.

Erreicht BASF die vereinbarten Ziele zur Wiederherstellung der Profitabilität, verlängert sich die Laufzeit automatisch um zwei Jahre bis Ende 2030. Während der Geltungsdauer verzichtet das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen gegenüber den erfassten Beschäftigten.

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Die Vereinbarung bezieht sich auf die BASF SE am Standort Ludwigshafen. Eine entsprechende Beschäftigungsgarantie für sämtliche Beschäftigten des weltweit tätigen Konzerns lässt sich daraus nicht ableiten.

Stellenabbau bei BASF läuft trotzdem weiter

Der Kündigungsschutz bedeutet nicht, dass die Zahl der Arbeitsplätze unverändert bleibt. BASF reduziert bereits seit mehreren Jahren seine Belegschaft und setzt dabei unter anderem auf freiwillige Aufhebungsverträge und altersbedingte Abgänge.

Wie der Konzern Ende Juli mitteilte, sank die Beschäftigtenzahl zwischen Anfang 2024 und Ende Juni 2026 weltweit um rund 7.000. Nicht berücksichtigt sind dabei Personalveränderungen durch Unternehmensverkäufe sowie der Aufbau von Arbeitsplätzen am neuen chinesischen Verbundstandort Zhanjiang.

In Ludwigshafen fiel die Zahl der Vollzeitstellen bei der BASF SE im Mai 2026 erstmals seit 1954 unter die Marke von 30.000. Vorstandschef Kamieth bezeichnete diese Entwicklung als notwendigen Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Milliardeninvestitionen für Ludwigshafen geplant

Parallel zum Personalabbau will BASF seinen wichtigsten Produktionsstandort modernisieren. Die Standortvereinbarung sieht nach Unternehmensangaben Investitionen von jährlich rund zwei Milliarden Euro vor. Mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr sollen weiterhin nach Ludwigshafen fließen.

Das Geld ist unter anderem für die Modernisierung von Produktionsanlagen, Infrastruktur und neue Technologien vorgesehen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Digitalisierung, zur effizienteren Organisation der Produktion und zur Weiterbildung der Beschäftigten.

Das Stammwerk spielt innerhalb des Konzerns eine besondere Rolle. In Ludwigshafen sind zahlreiche Produktionsanlagen miteinander verknüpft, sodass Rohstoffe, Energie und Zwischenprodukte innerhalb des Standorts genutzt und weiterverarbeitet werden können. Dieses sogenannte Verbundprinzip bildet einen wesentlichen Bestandteil des Geschäftsmodells von BASF.

Konzernumbau soll Kosten bis 2029 deutlich senken

BASF verfolgt unter Vorstandschef Markus Kamieth die Strategie „Winning Ways“. Dabei werden Geschäftsbereiche organisatorisch neu aufgestellt, Produktionsstrukturen angepasst und Kosten reduziert.

Mit dem im Mai 2026 vorgestellten Programm „CoreShift“ will BASF die zahlungswirksamen Nettofixkosten seiner Kerngeschäfte bis 2029 um bis zu 20 Prozent gegenüber 2024 senken. Das Programm umfasst die Chemiegeschäfte, Materiallösungen, Industrielösungen sowie Ernährung und Pflege.

Daneben verändert das Unternehmen sein Beteiligungsportfolio. Das Geschäft mit Fahrzeug- und Autoreparaturlacken wurde 2026 mehrheitlich an den Finanzinvestor Carlyle verkauft. Für die Agrarsparte Agricultural Solutions bereitet BASF einen möglichen Börsengang vor. Die Börsenreife soll bis Mitte 2027 erreicht werden.

Der Konzern reagiert damit auf einen intensiven internationalen Wettbewerb, hohe Produktionskosten und veränderte Absatzmärkte. Die Umstrukturierung betrifft sowohl die deutschen Produktionsstandorte als auch das weltweite Geschäft.

BASF stellt Kündigungsschutz bis 2032 in Aussicht

Über die bestehenden Vereinbarungen hinaus hat BASF-Chef Kamieth Beschäftigungsgarantien bis 2032 in Aussicht gestellt. In einer am 22. Oktober aktualisierten Erklärung auf der Unternehmenswebseite kündigt er an, bei einer möglichen Übernahme von Evonik dessen bestehende Standortvereinbarungen zu übernehmen.

Damit würden die bereits geltenden Schutzregelungen für die betreffenden Evonik-Beschäftigten erhalten bleiben. Auch Tarifverträge und die Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen sollen nach den Aussagen des BASF-Chefs fortgeführt werden.

Eine neue, bis 2032 reichende Standortvereinbarung für die eigene BASF-Belegschaft ist damit nicht verbunden. Auch ein Zusammenschluss der beiden Chemieunternehmen ist bislang nicht beschlossen. BASF hatte im September lediglich entsprechende Sondierungen bestätigt.

Für den Konzern bleibt damit die zentrale Aufgabe, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und zugleich die vereinbarte Beschäftigungssicherung am Stammwerk einzuhalten. Die nächsten Jahre werden wesentlich davon geprägt sein, wie sich Investitionen, Kostensenkungen und die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche auf den Standort Ludwigshafen auswirken.

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