Union und Steffen Baumgart ziehen nun auch vertraglich Schlussstrich

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Der 1. FC Union Berlin und Steffen Baumgart haben offenbar auch die vertragliche Verbindung beendet. Nach Informationen der SPORT BILD haben sich der Fußball-Bundesligist und sein bereits im April freigestellter Cheftrainer auf eine vorzeitige Vertragsauflösung verständigt. Baumgarts Arbeit an der Seitenlinie war schon am 11. April 2026 beendet worden. Sein Vertrag lief nach bisherigen Medieninformationen allerdings noch bis zum 30. Juni 2027. Eine neue Mitteilung des Vereins zur Vertragsauflösung lag am Mittwochvormittag zunächst nicht vor.

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Freistellung erfolgte bereits im April

Damit ist die Meldung vom 23. September kein neuer Trainerwechsel bei Union. Der Verein hatte Baumgart bereits nach dem 29. Bundesliga-Spieltag der vergangenen Saison freigestellt. Vorausgegangen war am 11. April eine 1:3-Niederlage beim damaligen Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Gemeinsam mit Baumgart mussten damals auch die Co-Trainer Danilo de Souza und Kevin McKenna ihre Aufgaben bei der Profimannschaft abgeben.

Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt begründete den Schritt damals mit der sportlichen Entwicklung. Union hatte nach der Winterpause nur zwei Siege verbucht. Heldt sprach von einer „absolut enttäuschenden Rückrunde“ und erklärte, die Verantwortlichen seien nicht mehr von einer Trendumkehr in der bisherigen Konstellation überzeugt gewesen.

Besonders auffällig war der Zeitpunkt der Trennung, weil Union den Vertrag mit Baumgart erst am 14. Januar 2026 vorzeitig verlängert hatte. Der Verein veröffentlichte damals keine Laufzeit. SPORT BILD berichtete später, das neue Arbeitspapier sei bis zum 30. Juni 2027 gültig gewesen. Bis zu einer anderweitigen Einigung wäre Baumgart damit grundsätzlich weiter vertraglich an Union gebunden geblieben.

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Keine bestätigte Summe für mögliche Abfindung

Nach dem aktuellen Bericht haben beide Seiten diese Verbindung nun vorzeitig beendet. Über die finanziellen Bedingungen der Einigung liegen zunächst keine belastbaren Angaben vor. Insbesondere wurde keine konkret bezifferte Abfindung genannt. Zu einer möglichen Abfindung und deren Höhe wurden zunächst keine gesicherten Angaben bekannt.

Der entscheidende Unterschied zur Situation seit April besteht darin, dass Baumgart nach einer vollständigen Vertragsauflösung auch formal nicht mehr beim 1. FC Union Berlin unter Vertrag steht. SPORT BILD hatte im Frühjahr noch berichtet, Union werde den Trainer bis zum Vertragsende weiterbezahlen, sofern keine andere Lösung gefunden werde. Bei einem Wechsel zu einem neuen Klub hätte Union demnach auf eine Ablöse verzichtet.

Baumgart selbst hat nach seinem Union-Aus zunächst keine schnelle Rückkehr auf die Trainerbank angekündigt. In einem von Fussballeuropa unter Berufung auf SPORT BILD veröffentlichten Statement sagte der 54-Jährige, er nutze die Zeit, um seinen „Akku wieder aufzuladen“. Einen konkreten Termin für ein Comeback nannte er nicht.

Baumgart kam Anfang 2025 zu Union

Baumgart hatte Union zum Jahreswechsel 2024/25 übernommen. Der Verein gab seine Verpflichtung am 30. Dezember 2024 bekannt, die Arbeit mit der Mannschaft begann Anfang Januar. Er folgte auf Bo Svensson. Für Baumgart war das Engagement zugleich eine Rückkehr zu einem Klub, für den er bereits zwischen 2002 und 2004 als Spieler aktiv gewesen war.

In seiner ersten Halbserie als Trainer stabilisierte sich Union. Die Berliner beendeten die Bundesliga-Saison 2024/25 mit 40 Punkten auf Rang 13, der Klassenerhalt stand bereits mehrere Spieltage vor Saisonende fest. Auch die Hinrunde 2025/26 verlief mit 23 Punkten zunächst deutlich besser. Das war einer der Gründe für die vorzeitige Vertragsverlängerung im Januar.

Danach verschlechterten sich Ergebnisse und Leistungen. Zum Zeitpunkt von Baumgarts Freistellung hatte Union nach 29 Bundesliga-Spielen 32 Punkte. In den ersten zwölf Rückrundenspielen waren lediglich neun Punkte hinzugekommen. Trotz des Vorsprungs auf die unmittelbare Abstiegszone sah die Vereinsführung Handlungsbedarf.

Bei der Zahl seiner Spiele für Union gibt es je nach Datenquelle unterschiedliche Abgrenzungen. Transfermarkt führt 51 Pflichtspiele mit 16 Siegen, 14 Unentschieden und 21 Niederlagen sowie durchschnittlich 1,22 Punkten pro Partie. Das DFB-Datencenter weist für die dort erfassten Wettbewerbe 49 Spiele aus, davon 46 in der Bundesliga und drei im DFB-Pokal. In den 46 Bundesligapartien stehen dort 14 Siege, zwölf Unentschieden und 20 Niederlagen.

Marie-Louise Eta übernahm zunächst interimistisch

Nach Baumgarts Freistellung übernahm Marie-Louise Eta die Mannschaft für den Saisonendspurt. Sie war zuvor Trainerin der U19 und sollte anschließend wie geplant die Frauenmannschaft von Union übernehmen. Mit ihrem Einsatz schrieb Union zugleich Bundesliga-Geschichte, weil erstmals eine Frau eine Männer-Mannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse als Cheftrainerin führte.

Schon unmittelbar nach Baumgarts Aus wurden mögliche dauerhafte Nachfolger gehandelt. SPORT BILD nannte im April unter anderem Christian Eichner, der damals noch den Karlsruher SC trainierte. Eichner widersprach allerdings kurz darauf bei Sky der Darstellung, bereits Kontakt zu Union gehabt zu haben. Eine gesicherte Verpflichtung war daraus nicht abzuleiten.

Die Nachfolgefrage ist inzwischen längst entschieden. Union verpflichtete am 21. Mai den Schweizer Mauro Lustrinelli als neuen Cheftrainer. Er trat zum 1. Juli die Vorbereitung mit der Mannschaft an. Damit löst die nun berichtete Vertragsauflösung mit Baumgart keine neue Interimslösung oder Trainersuche aus.

Union stellte Mannschaft und Spielidee neu auf

Die Verpflichtung Lustrinellis war Teil einer sportlichen Neuausrichtung. Geschäftsführer Horst Heldt kündigte bei dessen Vorstellung an, Union wolle aktiver spielen, stärker auf die Entwicklung junger Profis setzen und die Mannschaft spielerisch verändern. Der Kader wurde im Sommer ebenfalls umgebaut. Zu den neuen Spielern für die Saison 2026/27 gehören unter anderem Angreifer Emmanuel Latte Lath, Innenverteidiger Zeno Van den Bosch und der zurückgekehrte Marvin Friedrich.

Die sportliche Ausgangslage ist inzwischen allerdings schwierig. Nach vier Bundesliga-Spieltagen der neuen Saison hatte Union nur einen Punkt geholt. Das 0:7 beim FC Bayern München war zudem die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte. Trainer Lustrinelli hält dennoch an dem begonnenen Entwicklungsprozess und der offensiveren Ausrichtung fest.

Die Vertragsauflösung mit Baumgart beendet damit vor allem eine personelle Altlast aus der vergangenen Saison. Sportlich hat Union die Trainerposition bereits seit Monaten neu besetzt. Offiziell bestätigt war am Mittwochvormittag weiterhin die Freistellung Baumgarts vom 11. April. Die nun gemeldete endgültige Vertragsauflösung stützt sich zunächst auf die Informationen der SPORT BILD.

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