
Die langjährige Partnerschaft zwischen dem FC Bayern München und Audi könnte nach Ablauf des aktuellen Vertrags im Jahr 2029 vor einer grundlegenden Veränderung stehen. Die Bild berichtete am 4. September 2026, eine Verlängerung des Sponsoringvertrags mit dem Ingolstädter Autobauer gelte derzeit als wahrscheinlich nicht zu erwarten. Eine Vorentscheidung über die Zukunft der Zusammenarbeit solle demnach bereits im Sommer 2027 fallen. Offiziell beschlossen oder bestätigt ist eine Trennung allerdings nicht.
Der FC Bayern äußerte sich gegenüber der Bild zurückhaltend. Der Verein ließ dem Bericht zufolge wissen, dass er mit der langfristigen Partnerschaft mit Audi sehr zufrieden sei. Eine Bestätigung, dass Audi nach 2029 aussteigt, gab der Klub damit nicht ab. Auch Audi hat einen Abschied vom FC Bayern bislang nicht öffentlich bestätigt. Ebenso wenig liegt eine öffentliche Dementierung des Berichts durch den Autobauer vor.
Damit ist der Bestätigungsstand eindeutig: Sicher ist der laufende Vertrag bis 2029. Nicht bestätigt ist dagegen, dass Audi diesen Vertrag anschließend tatsächlich auslaufen lassen wird.
Audi beim FC Bayern ist weit mehr als ein gewöhnliches Werbeengagement. Der Autohersteller arbeitet seit 2002 mit dem deutschen Rekordmeister zusammen. Seit 2011 hält Audi außerdem Aktien an der FC Bayern München AG. Die Partnerschaft wurde 2020 vorzeitig bis 2029 verlängert. Audi bezeichnet sich selbst als Partner des Männerteams, der Frauenmannschaft sowie inzwischen auch der Nachwuchsarbeit.
Die Eigentümerstruktur der FC Bayern München AG ist auf der offiziellen Vereinsseite klar ausgewiesen. Der FC Bayern München e.V. hält 75 Prozent der Aktien. Die restlichen 25 Prozent verteilen sich zu gleichen Teilen auf drei strategische Partner. Audi, Adidas und Allianz besitzen jeweils 8,33 Prozent.
Audi erfüllt damit zwei getrennte wirtschaftliche Rollen. Das Unternehmen ist zum einen Sponsor und Werbepartner. Zum anderen besitzt es einen Anteil am Unternehmen, in dem der Profifußball des FC Bayern organisiert ist. Ein mögliches Ende des Sponsorings und ein möglicher Verkauf der Aktien wären deshalb zwei unterschiedliche Vorgänge.
Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion ist ein Bericht der Bild. Das Blatt schrieb am 4. September, dass der Sponsorenvertrag zwischen Audi und dem FC Bayern 2029 endet. Im Sommer 2027 solle eine Vorentscheidung darüber getroffen werden, wie es danach weitergeht. Eine Verlängerung sei derzeit wahrscheinlich nicht zu erwarten.
Der Bericht beschreibt damit keinen vorzeitigen Ausstieg aus einem laufenden Vertrag. Nach dem derzeit bekannten Stand würde Audi seine vertraglichen Verpflichtungen bis 2029 weiter erfüllen. Zur Diskussion steht vielmehr die Frage, ob eine seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehende Partnerschaft anschließend fortgesetzt wird.
Auch andere Sportmedien wie ran und sport.de griffen die Angaben auf. Sie beriefen sich dabei ausdrücklich auf die Bild und lieferten keine unabhängig bestätigte Entscheidung von Audi oder dem FC Bayern.
Für das aktuelle Sponsoring nennt die Bild-Berichterstattung keine vom Verein oder von Audi offiziell veröffentlichte Jahressumme. In darauf basierenden Berichten von ran und sport.de ist von geschätzten rund 45 Millionen Euro pro Jahr die Rede. Die Zahl ist daher nicht als offiziell bestätigte Vertragssumme zu behandeln.
Beim Abschluss der derzeitigen Vertragsperiode hatte die Bild im Januar 2020 noch von einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro und damit von rund 50 Millionen Euro pro Vertragsjahr berichtet. Auch diese Summe beruhte damals auf Informationen der Zeitung. Der FC Bayern und Audi bestätigten öffentlich die Verlängerung bis 2029, veröffentlichten jedoch keine offizielle finanzielle Gesamtsumme.
Die aktuell genannten 45 Millionen Euro sollten deshalb als Medienangabe verstanden werden. Belastbar bestätigt sind der Partnerstatus und die Laufzeit bis 2029.
Die Diskussion reicht über den reinen Sponsoringvertrag hinaus. Bereits am 1. Juli 2026 berichtete Correctiv, dass Volkswagen einen Verkauf von Beteiligungen an Bundesligaklubs prüfe. Betroffen seien unter anderem die Audi-Beteiligung am FC Bayern sowie die Porsche-Beteiligung am VfB Stuttgart. Eine endgültige Verkaufsentscheidung sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefallen.
Die Bild berichtete Anfang September über einen Beschluss des Volkswagen-Aufsichtsrats. Darin heißt es nach Angaben der Zeitung wörtlich: „Eigenkapitalbeteiligungen an Fußballvereinen sind grundsätzlich nicht Bestandteil des Zielbilds 2030.“
Diese Formulierung betrifft zunächst die Beteiligungsstrategie des Volkswagen-Konzerns. Sie bedeutet nicht automatisch, dass Audi seine 8,33 Prozent am FC Bayern bereits verkauft oder einen Käufer gefunden hat. Dazu gab es zunächst keine bestätigten Angaben.
Ebenso wenig folgt daraus zwangsläufig das Ende des Sponsorings. Ein Unternehmen kann Werbepartner eines Fußballklubs sein, ohne Aktien zu besitzen. Die Beteiligung und der Sponsorenvertrag müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
Der mögliche Strategiewechsel fällt in eine Phase, in der Audi und der Volkswagen-Konzern ihre Kosten und Investitionen stärker überprüfen. Audi meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 29,2 Milliarden Euro nach 32,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Als Belastungen nannte das Unternehmen unter anderem schwächere Absatzvolumina, insbesondere in China und den USA, sowie ein schwieriges Wettbewerbsumfeld. Das operative Ergebnis lag bei rund 1,1 Milliarden Euro.
Audi-Finanzvorstand Jürgen Rittersberger erklärte bei Vorlage der Halbjahreszahlen: „Globale Herausforderungen erhöhen den Handlungsdruck. Mit mehr Effizienz und klaren Prioritäten stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit von Audi.“
Auch Volkswagen meldete für das erste Halbjahr 2026 ein rückläufiges operatives Ergebnis. Der Konzern erzielte bei 158,1 Milliarden Euro Umsatz ein operatives Ergebnis von 5,9 Milliarden Euro, rund 11,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen diesen Geschäftszahlen und einer konkreten Entscheidung über das Bayern-Sponsoring ist allerdings nicht offiziell bestätigt.
Für den FC Bayern wäre der Wegfall eines Partners in der Größenordnung von Audi wirtschaftlich relevant. Der Klub ist allerdings breit finanziert. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 978,3 Millionen Euro. Die FC Bayern München AG nahm davon 240,4 Millionen Euro aus Sponsoring und Vermarktung ein. Hinzu kamen unter anderem 260,7 Millionen Euro aus dem Spielbetrieb, 150,5 Millionen Euro aus Merchandising, 117,7 Millionen Euro aus Transfers und 105,3 Millionen Euro aus medialer Vermarktung.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bezeichnete Partner und Sponsoren bei der Vorstellung der Zahlen als einen Teil der wirtschaftlichen Stärke des Klubs. Er sagte: „Wir geben nicht mehr aus, als wir einnehmen.“
Sollte die derzeit genannte Größenordnung von rund 45 Millionen Euro jährlich für Audi zutreffen und die Partnerschaft nach 2029 tatsächlich enden, müsste der FC Bayern einen der größten Einzelposten seines Sponsorings ersetzen oder anderweitig kompensieren. Ein entsprechender Einnahmeausfall ab 2029 ist derzeit allerdings nicht beschlossen.
Der Verein baut sein Partnerportfolio zugleich weiter aus. 2026 kamen unter anderem neue Kooperationen mit Google, LONGi und LEDVANCE hinzu. Die Bild berichtete bei Google von mehr als zehn Millionen Euro Sponsoringvolumen pro Jahr, während der FC Bayern die Partnerschaften selbst bestätigte, ohne bei allen Verträgen finanzielle Details öffentlich zu machen.
Noch ungeklärter ist die Zukunft der Audi-Beteiligung. Audi hält weiterhin offiziell 8,33 Prozent der FC Bayern München AG. Ein Verkauf ist weder vom FC Bayern noch von Audi öffentlich bestätigt worden. Auch ein möglicher Käufer wurde nicht genannt.
Parallel dazu gibt es seit August Berichte über einen möglichen weiteren Anteilseigner beim FC Bayern. Münchner Merkur und tz berichteten über Pläne, fünf weitere Prozent der AG an die Viessmann Generations Group zu verkaufen. Der FC Bayern äußerte sich dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht. Dieser mögliche Deal ist von der Frage eines Verkaufs der bestehenden Audi-Aktien zu unterscheiden.
Für Audi und den FC Bayern gilt deshalb zunächst der bestehende Zustand weiter. Der Autohersteller bleibt Sponsor bis 2029 und hält 8,33 Prozent der AG. Dass der Sponsorenvertrag danach nicht verlängert wird, ist bislang eine von der Bild berichtete Möglichkeit. Eine endgültige Entscheidung oder eine offiziell verkündete Trennung gibt es derzeit nicht.
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