Nivea belastet Beiersdorf

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang verzeichnet. Vor allem die weiterhin schwache Entwicklung der Kernmarke Nivea belastet das Geschäft. Während andere Marken deutlich wachsen, hält der Hamburger DAX-Konzern an seiner bereits gesenkten Jahresprognose fest. Die Aktie reagierte am Dienstagvormittag mit Kursverlusten.

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Beiersdorf verzeichnet Umsatzrückgang

Die am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlichten Beiersdorf Quartalszahlen zeigen eine anhaltend schwierige Geschäftsentwicklung. Der Konzern erzielte zwischen Juli und September einen Umsatz von 2,362 Milliarden Euro. Nominal lag dieser damit 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Veränderungen im Unternehmensportfolio sank der Umsatz jedoch organisch um 1,3 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte der Konzern einen Umsatz von 7,314 Milliarden Euro. Das entsprach einem nominalen Rückgang von 3,0 Prozent und einem organischen Minus von 2,8 Prozent.

Besonders die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche prägt die Bilanz. Während das Geschäft mit medizinisch orientierten Hautpflegeprodukten wächst, bleibt die weltweit bekannte Marke Nivea hinter dem Vorjahr zurück.

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Nivea verliert weiter Umsatz

Nivea verzeichnete im dritten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent. Es war bereits das dritte Quartal in Folge mit sinkenden Umsätzen auf vergleichbarer Basis.

Beiersdorf zufolge verbesserte sich die Umsatzentwicklung gegenüber dem zweiten Quartal. Dennoch hätten der Abbau von Lagerbeständen und Schwierigkeiten im Geschäft mit Handelspartnern die Auslieferungen weiterhin belastet.

Der Konzern verweist darauf, dass sich die Verkäufe von Nivea-Produkten an Endverbraucher weltweit weiterhin positiv entwickelten. Die geringeren Bestellungen des Handels spiegelten deshalb nach Darstellung des Unternehmens nicht vollständig die Nachfrage der Kunden wider.

Bereits im August hatte Beiersdorf einen auf 18 Monate angelegten Plan zur Neuausrichtung von Nivea vorgestellt. Dazu gehören neue Produkte, eine stärkere Ausrichtung auf regionale Kundenbedürfnisse und zusätzliche Marketingmaßnahmen.

Beiersdorf erwartet, dass die Belastungen durch die Lagerbestände des Handels bis zum Jahresende schrittweise nachlassen. Diese Einschätzung ist Teil der Unternehmensprognose.

Eucerin und La Prairie wachsen

Deutlich besser entwickelte sich das Geschäft mit den Hautpflegemarken Eucerin und Aquaphor. Die sogenannte Derma-Sparte steigerte ihren organischen Umsatz im dritten Quartal um 10,6 Prozent.

Als wichtigen Wachstumsfaktor nennt Beiersdorf die Erweiterung des Aquaphor-Sortiments im nordamerikanischen Körperpflegemarkt. Auch neue Produkte von Eucerin hätten zur Geschäftsentwicklung beigetragen.

Die Luxuspflegemarke La Prairie erzielte ein organisches Umsatzplus von 8,5 Prozent. Besonders das Geschäft in China unterstützte nach Unternehmensangaben die Entwicklung.

Der Bereich Health Care mit Marken wie Hansaplast und Elastoplast wuchs organisch um 5,7 Prozent.

Damit gelang es mehreren kleineren Geschäftsbereichen, ihren Umsatz deutlich zu steigern. Die Rückgänge bei Nivea konnten sie auf Konzernebene allerdings nicht vollständig ausgleichen.

Tesa leidet unter Halbleiterengpässen

Auch das Industriegeschäft entwickelte sich schwächer. Die Beiersdorf-Tochter Tesa verzeichnete im dritten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent.

Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen Engpässe bei der Verfügbarkeit von Halbleitern, die das Geschäft mit Kunden aus der Elektronikindustrie beeinträchtigten.

Andere Industriebereiche entwickelten sich dagegen günstiger. Im Geschäft mit der Automobilindustrie registrierte Tesa unter anderem zusätzliche Aufträge für Anwendungen in Elektrofahrzeugen.

Insgesamt sank der Umsatz der Tesa-Sparte in den ersten neun Monaten organisch um 2,1 Prozent.

Beiersdorf bestätigt Jahresprognose

Trotz der Umsatzrückgänge hält Beiersdorf an seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge soll nach Unternehmensprognose bei mindestens 11,8 Prozent liegen.

Für den Unternehmensbereich Consumer erwartet Beiersdorf ebenfalls einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte operative Marge von mindestens 11,0 Prozent.

Bei Tesa rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer stagnierenden bis leicht positiven organischen Umsatzentwicklung im Gesamtjahr. Zugleich weist der Konzern darauf hin, dass anhaltende Halbleiterengpässe das Geschäft und die Profitabilität zusätzlich belasten könnten.

Die bestätigten Erwartungen liegen deutlich unter den ursprünglichen Jahreszielen. Beiersdorf hatte seine Prognose bereits Anfang August angesichts der schwächeren Nivea-Entwicklung zurückgenommen.

Beiersdorf-Aktie gibt deutlich nach

An der Börse wurden die Quartalszahlen zunächst negativ aufgenommen. Die Beiersdorf-Aktie verlor am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 9:35 Uhr MEZ laut Reuters 3,8 Prozent.

Der organische Umsatzrückgang von 1,3 Prozent im dritten Quartal fiel geringfügig stärker aus als von Analysten erwartet. Eine von Reuters angeführte Konsensschätzung hatte bei einem Minus von 1,2 Prozent gelegen.

Die weitere Geschäftsentwicklung hängt insbesondere davon ab, ob Beiersdorf die Umsätze seiner wichtigsten Marke Nivea stabilisieren kann. Die positiven Ergebnisse bei Eucerin, Aquaphor und La Prairie zeigen zugleich, dass sich die einzelnen Hautpflegesegmente derzeit unterschiedlich entwickeln.

Für das verbleibende Geschäftsjahr rechnet Beiersdorf weiterhin mit rückläufigen organischen Konzernumsätzen. Die geplante Neuausrichtung von Nivea soll dazu beitragen, die Marke wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

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