MediaMarktSaturn übertrifft Gewinnziel

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Elektronikhändler Ceconomy hat im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich mehr Umsatz erzielt und seine operative Ertragskraft verbessert. Die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn meldete am Dienstag, 27. Oktober 2026, einen Umsatz von rund 24 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf etwa 515 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern seine bisherige Prognose. Gleichzeitig steht die geplante Übernahme durch den chinesischen Handelskonzern JD.com weiterhin vor einer wichtigen regulatorischen Entscheidung.

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Operatives Ergebnis steigt deutlich

Das bereinigte EBIT erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 406 Millionen auf rund 515 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von etwa 27 Prozent. Ceconomy hatte ursprünglich ein operatives Ergebnis von rund 500 Millionen Euro angestrebt.

Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen währungs- und portfoliobereinigt ein Plus von 5,3 Prozent. Der tatsächlich ausgewiesene Konzernumsatz lag bei 24,038 Milliarden Euro nach 23,101 Milliarden Euro im Vorjahr. Die unterschiedliche Entwicklung ergibt sich aus den Bereinigungen, mit denen Ceconomy unter anderem Währungseffekte berücksichtigt.

Besonders das Schlussquartal trug zur positiven Geschäftsentwicklung bei. Hier stieg der bereinigte Umsatz um 6,5 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche erreichte das Wachstum 6,9 Prozent. Nach Unternehmensangaben verbesserte Ceconomy damit im 15. Quartal hintereinander seine Profitabilität gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum.

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Haushaltsgeräte und Elektronik treiben Geschäft

Wichtige Impulse kamen im vierten Quartal aus dem Verkauf von Haushaltsgeräten sowie IT-Produkten und Mobilgeräten. Während das Umsatzwachstum im Gesamtjahr vor allem von West- und Südeuropa sowie Osteuropa getragen wurde, legten im Schlussquartal sämtliche Konzernregionen zu.

Ceconomy setzt neben dem klassischen Einzelhandel zunehmend auf zusätzliche Geschäftsbereiche. Dazu gehören Dienstleistungen rund um elektronische Geräte, digitale Verkaufsplattformen und Werbeangebote für Hersteller und Handelspartner.

Der Konzern will damit seine Ertragsquellen verbreitern. Auch die Kundenzufriedenheit entwickelte sich nach eigenen Messungen positiv. Der sogenannte Net Promoter Score, mit dem die Weiterempfehlungsbereitschaft erfasst wird, erreichte einen Wert von 64 und damit nach Unternehmensangaben einen neuen Höchststand.

MediaMarktSaturn verkleinert Filialnetz in Deutschland

Europaweit betrieb Ceconomy zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September 2026 insgesamt 1.068 Märkte. Ein Jahr zuvor waren es 1.067 Standorte gewesen.

In Deutschland ging die Zahl der Filialen dagegen von 403 auf 390 zurück. Während des Geschäftsjahres wurde ein neuer Standort aufgenommen, zugleich verzeichnete das Unternehmen 14 Schließungen beziehungsweise Abgänge.

In anderen europäischen Märkten entwickelte sich das Filialnetz unterschiedlich. Italien kam auf 153 Standorte nach zuvor 145. In der Türkei erhöhte sich die Zahl von 102 auf 106. Spanien verfügte zum Geschäftsjahresende über 113 Märkte.

Insgesamt ist Ceconomy in elf europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 50.000 Menschen. Neben den stationären Geschäften betreibt der Konzern umfangreiche Onlinehandelsangebote.

Übernahme durch JD.com noch nicht abgeschlossen

Parallel zur verbesserten Geschäftsentwicklung steht Ceconomy vor einem möglichen Eigentümerwechsel. Der chinesische Onlinehändler JD.com hatte im Juli 2025 ein öffentliches Übernahmeangebot für den deutschen Elektronikhändler angekündigt. Der Angebotspreis liegt bei 4,60 Euro je Ceconomy-Aktie.

Nach dem Ende der weiteren Annahmefrist im Dezember 2025 hatte sich JD.com Aktien im Umfang von 59,8 Prozent des Grundkapitals gesichert. Zusammen mit der verbleibenden Beteiligung des künftigen Partners Convergenta ergibt sich nach Vollzug der Transaktion eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent. Die Übertragung und der Abschluss der Übernahme stehen weiterhin unter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigungen.

In mehreren Ländern liegen inzwischen Freigaben vor. Österreich genehmigte die Übernahme am 9. Oktober 2026 unter Auflagen. Diese betreffen unter anderem den Schutz von Daten, Lieferketten und sicherheitsrelevante Personalentscheidungen. Einzelheiten der Auflagen wurden nicht veröffentlicht.

Eine wichtige Entscheidung steht jedoch auf europäischer Ebene noch aus. Die EU-Kommission untersucht die Transaktion nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Hintergrund sind mögliche staatliche Unterstützungsleistungen für JD.com, die den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt beeinträchtigen könnten. Ob tatsächlich wettbewerbsverzerrende Vorteile vorliegen, ist Gegenstand der Prüfung.

Als vorläufiger Entscheidungstermin ist der 4. November 2026 vorgesehen. Eine abschließende Freigabe lag am 27. Oktober noch nicht vor.

Ceconomy peilt weiteren Gewinnanstieg an

Unabhängig vom laufenden Übernahmeverfahren verfolgt Ceconomy ehrgeizigere mittelfristige Ergebnisziele. Für das Geschäftsjahr 2028/29 strebt der Konzern ein bereinigtes EBIT von rund 800 Millionen Euro an.

Das Unternehmen setzt dabei unter anderem auf den Ausbau zusätzlicher Dienstleistungen, ein stärkeres Plattformgeschäft sowie den Einsatz neuer Technologien und künstlicher Intelligenz. Die erwarteten Fortschritte sind Teil der Unternehmensplanung und noch keine gesicherten künftigen Ergebnisse.

Die am Dienstag veröffentlichten Kennzahlen sind zudem vorläufig und ungeprüft. Das bereinigte EBIT beschreibt das um bestimmte Sondereinflüsse angepasste operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es ist nicht mit dem Konzernüberschuss nach Steuern gleichzusetzen.

Die vollständigen Geschäftszahlen für 2025/26 will Ceconomy am 14. Dezember 2026 veröffentlichen. Erst dann sollen weitere Einzelheiten zur Gewinnentwicklung und zur finanziellen Lage des Konzerns vorliegen.

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