Ben Seghir wieder verletzt: Bayer-Trainer Martínez übt deutliche Kritik

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Für Eliesse Ben Seghir setzt sich die schwierige Zeit bei Bayer 04 Leverkusen fort. Der 21 Jahre alte marokkanische Nationalspieler konnte beim Bundesligaspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 10. Oktober 2026, wegen einer erneuten Muskelverletzung nicht mitwirken. Nach dem 4:3-Auswärtssieg äußerte sich Cheftrainer Carles Martínez ungewöhnlich deutlich über den Offensivspieler. Er forderte Ben Seghir auf, verantwortungsbewusster mit seiner körperlichen Belastung umzugehen. Für den millionenschweren Zugang aus Monaco ist es bereits der dritte gesundheitliche Rückschlag seit Beginn der Saisonvorbereitung.

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Leverkusens Trainer fordert Ben Seghir öffentlich

Carles Martínez, der seit Juli 2026 als Cheftrainer bei Bayer Leverkusen arbeitet, machte nach der Partie in Mainz deutlich, dass ihn die erneute Verletzung beschäftigt. Der Spanier erklärte, der Verein untersuche die Beschwerden und versuche herauszufinden, wie lange Ben Seghir ausfallen müsse.

Zugleich stellte Martínez eine klare Forderung an seinen Spieler. Ben Seghir wolle unbedingt spielen und der Mannschaft helfen. Allerdings müsse der junge Offensivspieler lernen, seinen Körper besser einzuschätzen und mit dessen Belastung umzugehen. Die erneuten gesundheitlichen Probleme seien für den gesamten Verein unbefriedigend, weil jeder Spieler gebraucht werde.

Die Aussagen sind bemerkenswert, weil Martínez nicht allein die medizinische Situation ansprach, sondern ausdrücklich das körperliche Selbstmanagement des Profis thematisierte. Welche konkreten Maßnahmen der Trainer damit verbindet, erläuterte er zunächst nicht.

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Auch Geschäftsführer Sport Simon Rolfes zeigte sich enttäuscht über den neuerlichen Rückschlag. Nach seiner Einschätzung handelt es sich nicht um eine schwere Verletzung, weshalb er mit keiner längeren Pause rechnet. Gleichzeitig verwies Rolfes darauf, dass sich die gesundheitlichen Schwierigkeiten bei Ben Seghir wiederholt hätten.

Ein verbindlicher Termin für die Rückkehr in den Mannschaftskader wurde nicht genannt.

Bereits drei Rückschläge seit Beginn der Vorbereitung

Die aktuelle Verletzung von Ben Seghir ist nicht das erste gesundheitliche Problem des Offensivspielers in den vergangenen Monaten. Schon im Juli hatte Bayer Leverkusen einen längeren Ausfall bekannt gegeben. Damals erlitt Ben Seghir während der Vorbereitung eine muskuläre Verletzung im rechten Oberschenkel. Eine MRT-Untersuchung bestätigte die Diagnose.

Dadurch verpasste der marokkanische Nationalspieler wesentliche Teile der Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Erst im September konnte er wieder in einem Pflichtspiel eingesetzt werden. Beim 2:0-Erfolg in der Europa League gegen NK Celje am 16. September wurde er für die Schlussphase eingewechselt und absolvierte rund zehn Minuten.

Anschließend folgte bereits der nächste Rückschlag. Wegen erneuter muskulärer Beschwerden fehlte Ben Seghir beim Bundesligaspiel gegen RB Leipzig. Zwischenzeitlich konnte er wieder trainieren und kam Anfang Oktober im Testspiel gegen Fortuna Köln für 19 Minuten zum Einsatz.

Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in den regulären Spielbetrieb erhielt durch die neuerliche Verletzung vor dem Mainz-Spiel einen weiteren Dämpfer. Seit Beginn der Sommervorbereitung sind damit drei verletzungsbedingte Unterbrechungen bekannt geworden.

Welche Muskelregion diesmal betroffen ist und ob ein Zusammenhang mit den früheren Beschwerden besteht, blieb zunächst offen. Bayer bezeichnete die aktuelle Verletzung laut übereinstimmenden Berichten lediglich als kleine Muskelverletzung.

Für 32 Millionen Euro aus Monaco verpflichtet

Eliesse Ben Seghir wechselte am 31. August 2025 von der AS Monaco zu Bayer 04 Leverkusen. Nach Angaben des kicker betrug die feste Ablösesumme 32 Millionen Euro. Hinzu kamen vereinbarte erfolgsabhängige Bonuszahlungen. Der französisch-marokkanische Offensivspieler unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030.

Mit der Verpflichtung wollte Leverkusen zusätzliche Kreativität und Dribbelstärke für die Offensive gewinnen. Ben Seghir kann sowohl auf dem linken Flügel als auch auf offensiven Positionen im Zentrum eingesetzt werden.

Der junge Nationalspieler hatte zuvor in der französischen Ligue 1 auf sich aufmerksam gemacht und bei Monaco Erfahrungen in der Champions League gesammelt. Auch deshalb gehörte er zu den größeren Investitionen des Leverkusener Kaderumbaus im Sommer 2025.

Seine erste Saison in Deutschland verlief allerdings schwierig. Neben der sportlichen Eingewöhnung beeinträchtigten Verletzungen seine Entwicklung. Im Januar 2026 erlitt Ben Seghir im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am Afrika-Cup eine Bänderverletzung im linken Sprunggelenk. Diese Diagnose bestätigte Bayer Leverkusen damals offiziell.

Bis zum 11. Oktober 2026 stehen für den Offensivspieler nach den Daten des Deutschen Fußball-Bundes insgesamt 16 Pflichtspieleinsätze im Leverkusener Trikot zu Buche. Davon entfallen zehn auf die Bundesliga, vier auf die Champions League, einer auf den DFB-Pokal und einer auf die Europa League. Ein Pflichtspieltor für Bayer gelang ihm bislang nicht.

In der laufenden Bundesligasaison 2026/27 wartet Ben Seghir weiterhin auf seinen ersten Einsatz.

Die Verletzungen erschweren Bayers Kaderplanung

Die wiederholten Ausfälle sind auch für die sportliche Planung von Bayer Leverkusen relevant. Ben Seghir wurde verpflichtet, um dem Angriff zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen. Seine technischen Fähigkeiten, das Dribbling und seine Flexibilität auf unterschiedlichen Offensivpositionen gehören zu den Eigenschaften, die Geschäftsführer Rolfes bei der Verpflichtung besonders hervorgehoben hatte.

Mit Carles Martínez übernahm im Sommer ein Trainer die Mannschaft, der Ben Seghir bereits aus der französischen Ligue 1 kannte. Der Spanier hatte zuvor den FC Toulouse trainiert. Im September deutete sich an, dass der junge Marokkaner unter Martínez eine neue sportliche Gelegenheit erhalten könnte.

Der Trainer nominierte ihn für den Kader der Europa League, obwohl Ben Seghir große Teile der Vorbereitung verpasst hatte. Damit bestand grundsätzlich die Möglichkeit, ihn schrittweise wieder an den Spielbetrieb heranzuführen.

Durch den aktuellen Rückschlag wird dieser Prozess erneut unterbrochen. Gleichzeitig verfügt Leverkusen mit Spielern wie Malik Tillman, Ibrahim Maza, Martin Terrier und Nathan Tella über weitere Möglichkeiten für die offensiven Positionen.

Tella kehrte beim Auswärtsspiel in Mainz nach eigenen muskulären Problemen zurück und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Martínez begrüßte dessen Comeback ausdrücklich und hob seine Bedeutung für die Mannschaft hervor.

Für Ben Seghir geht es dagegen zunächst darum, wieder dauerhaft einsatzfähig zu werden. Eine Entscheidung über seine längerfristige sportliche Rolle oder mögliche Veränderungen seiner vertraglichen Situation wurde im Zusammenhang mit der aktuellen Verletzung nicht bekannt.

Zeitpunkt der Rückkehr weiterhin unklar

Trotz der vorsichtig optimistischen Einschätzung von Simon Rolfes steht die Dauer der erneuten Verletzungspause noch nicht fest. Trainer Martínez machte deutlich, dass zunächst weitere Untersuchungen notwendig seien, um den Ausfall genauer beurteilen zu können.

Damit ist auch offen, ob Ben Seghir bereits bei den nächsten Pflichtspielen wieder eine Option für den Leverkusener Kader sein wird. Am 15. Oktober steht für Bayer eine Europa-League-Partie bei Lech Posen an, am 18. Oktober folgt das Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg.

Eine aktuelle öffentliche Stellungnahme des Spielers selbst oder seines Umfelds zu der erneuten Verletzung und den Worten des Trainers lag zunächst nicht vor.

Für den 21-Jährigen bedeutet die Situation eine weitere Unterbrechung seiner Entwicklung bei Bayer Leverkusen. Obwohl er langfristig bis 2030 gebunden ist, hat er bislang nur wenige Gelegenheiten bekommen, sein sportliches Potenzial regelmäßig unter Beweis zu stellen. Der erneute Ausfall und die öffentlichen Aussagen seines Trainers verdeutlichen, dass seine körperliche Verfügbarkeit inzwischen zu einer wichtigen Voraussetzung für den erhofften sportlichen Durchbruch geworden ist.

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