Spritpreise bleiben hoch: Diesel kostet bundesweit 2,28 Euro

Erbschaftsteuer vor dem Umbruch? Was sich für Erben ändern könnte
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

Teilen:

Die Spritpreise in Deutschland bleiben trotz staatlicher Entlastungen auf einem hohen Niveau. Der Iran-Krieg, Probleme beim internationalen Öltransport und gestiegene Logistikkosten belasten den Kraftstoffmarkt. Zwar liegen Benzin und Diesel inzwischen unter den Rekordständen vom September, doch die Preise sind weiterhin deutlich höher als vor Beginn des Konflikts. Auch der seit Anfang Oktober geltende Tankrabatt hat daran bislang wenig geändert.

Anzeige

Benzinpreise in Deutschland am 16. Oktober 2026

Am Freitag, 16. Oktober 2026, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt rund 2,14 Euro. Für Super E5 wurden etwa 2,19 Euro fällig, während Diesel bei 2,28 Euro lag. Grundlage sind die Preismeldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, ausgewertet durch den zugelassenen Informationsdienst kraftstoffbilliger.de. Die Angaben beziehen sich auf den Stand von 16.24 Uhr.

Die Werte sind Momentaufnahmen und verändern sich im Tagesverlauf. In seiner am 14. Oktober veröffentlichten Wochenanalyse hatte der ADAC für Super E10 einen bundesweiten Durchschnitt von 2,151 Euro und für Diesel 2,247 Euro ermittelt. Die unterschiedlichen Erhebungszeitpunkte und Berechnungsmethoden müssen bei einem Vergleich berücksichtigt werden.

September brachte neue Rekorde bei Benzin und Diesel

Die bislang höchsten durchschnittlichen Kraftstoffpreise wurden im September 2026 erreicht. Nach Angaben des ADAC war es der teuerste Tankmonat in Deutschland. Super E10 kostete durchschnittlich 2,266 Euro je Liter, Diesel sogar 2,386 Euro.

Anzeige

Damit wurden die bisherigen monatlichen Rekordwerte von 2,145 Euro für Super E10 und 2,263 Euro für Diesel deutlich übertroffen. Besonders teuer war Benzin am 16. September mit einem Tagesmittel von 2,314 Euro. Diesel erreichte am 17. September durchschnittlich 2,471 Euro pro Liter.

Die historischen Höchststände werden am 16. Oktober bei den bundesweiten Durchschnittswerten nicht erreicht. Das Preisniveau bleibt dennoch außergewöhnlich hoch.

Iran-Krieg und Angriffe auf Öltransporte treiben Preise

Ein wesentlicher Grund für die hohen Benzinpreise ist die angespannte Lage auf dem internationalen Ölmarkt. Seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran Ende Februar 2026 sind wichtige Transportwege für Rohöl beeinträchtigt.

Besonders betroffen ist die Straße von Hormus, über die vor dem Krieg ein erheblicher Teil der weltweiten Ölexporte abgewickelt wurde. Angriffe auf Schiffe, Sicherheitsrisiken und eingeschränkte Transportmöglichkeiten verteuern die Versorgung.

Hinzu kommen Schäden an der saudischen Ölinfrastruktur. Im September wurde die wichtige Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens durch Drohnenangriffe beschädigt. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco konnte den Betrieb nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen. Die Exportwege bleiben jedoch anfällig für weitere Störungen.

Zusätzlich verschärfen Angriffe und Drohungen der Huthi im Jemen die Sicherheitslage. Betroffen sind neben saudischen Einrichtungen auch wichtige Schifffahrtsrouten am Roten Meer.

Am Freitagnachmittag notierte die Nordseesorte Brent laut Reuters bei 105,92 US-Dollar je Barrel. Der Ölpreis wird weiterhin stark durch die Unsicherheit über die Versorgung aus dem Nahen Osten beeinflusst.

Niedrigwasser am Rhein verursacht zusätzliche Transportkosten

Neben den internationalen Entwicklungen erschweren auch die niedrigen Wasserstände des Rheins den Kraftstofftransport innerhalb Deutschlands.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hatte am 7. Oktober darauf hingewiesen, dass Binnenschiffe wegen des Niedrigwassers nur eingeschränkt beladen werden können. Teilweise müssen Mineralölprodukte stattdessen per Bahn oder Lastwagen transportiert werden.

Diese Alternativen sind teurer und stehen nur begrenzt zur Verfügung. Dadurch steigen insbesondere in Regionen, die stark von der Binnenschifffahrt abhängig sind, die Logistikkosten.

An einzelnen Tankstellen war es Anfang Oktober vorübergehend zu Lieferproblemen gekommen. Nach Angaben des Branchenverbandes blieb die Versorgung insgesamt jedoch gesichert.

Tankrabatt senkt Steuerbelastung um knapp 17 Cent

Um Autofahrer zu entlasten, gilt seit dem 1. Oktober 2026 erneut eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Sie soll bis zum 31. Dezember bestehen bleiben.

Die Steuer wurde um rund 14 Cent je Liter reduziert. Einschließlich der Umsatzsteuer ergibt sich daraus eine rechnerische Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter.

Trotzdem sind die Kraftstoffpreise zuletzt wieder gestiegen. Der ADAC verzeichnete in seiner Wochenanalyse vom 14. Oktober bei Super E10 einen Anstieg um 2,5 Cent und bei Diesel um 1,4 Cent gegenüber der Vorwoche. Als einen wesentlichen Grund nannte der Automobilclub die gestiegenen Rohölpreise.

Ein weiterer Preisbestandteil ist die nationale CO₂-Abgabe. Sie liegt 2026 in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne Kohlendioxid. Gegenüber 2025 kann dadurch nach ADAC-Berechnungen eine zusätzliche Belastung von bis zu knapp drei Cent je Liter Benzin und etwas mehr als drei Cent bei Diesel entstehen. Dieser Effekt ist allerdings wesentlich kleiner als die kriegsbedingten Veränderungen am Ölmarkt.

ADAC empfiehlt Tanken kurz vor 12 Uhr

Autofahrer können die hohen Spritpreise zumindest teilweise durch die Wahl des Tankzeitpunkts beeinflussen.

Seit April 2026 dürfen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Dadurch hat sich der günstigste Tankzeitpunkt verändert.

Nach Angaben des ADAC ist Tanken inzwischen häufig kurz vor 12 Uhr am preiswertesten. Direkt nach der Mittagszeit steigen die Preise vielerorts deutlich, bevor sie im weiteren Tagesverlauf wieder sinken.

Der Automobilclub empfiehlt zudem, die Preise verschiedener Tankstellen zu vergleichen. Gerade gegenüber Autobahntankstellen können die Unterschiede erheblich ausfallen.

Wer ein für Super E10 freigegebenes Fahrzeug besitzt, kann außerdem durch die Wahl dieser Kraftstoffsorte sparen. Der Preisunterschied zu Super E5 beträgt nach ADAC-Angaben durchschnittlich fünf bis sechs Cent je Liter.

Ob die Spritpreise in den kommenden Wochen deutlicher sinken, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung des Ölmarktes, den verfügbaren Liefermengen und der Sicherheitslage an den internationalen Transportwegen ab.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu