
Berkshire Hathaway hat im dritten Quartal 2026 weniger verdient, gleichzeitig aber in großem Umfang eigene Aktien zurückgekauft. Der US-Mischkonzern investierte von Juli bis September rund 9,6 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe. Das teilte das Unternehmen am Samstag, 7. November, zusammen mit seinen Quartalszahlen mit. Die Ergebnisse fallen in eine Phase, in der der von Warren Buffett geprägte Konzern unter dem Vorstandsvorsitzenden Greg Abel geführt wird.
Der operative Gewinn lag im dritten Quartal bei 12,705 Milliarden Dollar, nach 13,485 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von knapp sechs Prozent. Beim Nettogewinn fiel die Veränderung deutlicher aus: Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis lag bei 22,112 Milliarden Dollar, verglichen mit 30,796 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Damit ging der Nettogewinn um rund 28 Prozent zurück.
Bei Berkshire ist die Unterscheidung zwischen beiden Kennzahlen besonders wichtig. Das Nettoergebnis enthält auch Kursveränderungen von Aktienbeteiligungen, selbst wenn die entsprechenden Wertpapiere nicht verkauft wurden. Im dritten Quartal lag der ausgewiesene Gewinn aus Kapitalanlagen bei 9,407 Milliarden Dollar, nach 17,311 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Davon entfielen 7,7 Milliarden Dollar auf Veränderungen noch nicht realisierter Kursgewinne. Der operative Gewinn blendet solche Anlagegewinne und bestimmte Wertberichtigungen aus und bildet damit die Entwicklung der laufenden Geschäftsfelder unmittelbarer ab.
Besonders im Versicherungsgeschäft entwickelte sich das Ergebnis rückläufig. Der Gewinn aus dem eigentlichen Versicherungsgeschäft lag bei 1,352 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahr noch 2,369 Milliarden Dollar erreicht worden waren. Auch die Erträge aus der Anlage von Versicherungsgeldern gingen zurück. Sie lagen bei 2,734 Milliarden Dollar gegenüber 3,181 Milliarden Dollar im Vergleichsquartal. Beide Bereiche trugen damit zum Rückgang des operativen Konzernergebnisses bei.
Anders sah es in mehreren weiteren Geschäftsfeldern aus. Die Eisenbahngesellschaft BNSF steigerte ihren operativen Gewinn von 1,449 auf 1,729 Milliarden Dollar. Bei Berkshire Hathaway Energy stieg das Ergebnis von 1,489 auf 1,612 Milliarden Dollar. Die zusammengefassten Sparten Industrie, Dienstleistungen und Einzelhandel kamen auf 4,042 Milliarden Dollar, nach 3,616 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit konnte ein Teil der Schwäche bei den Versicherungen ausgeglichen werden.
Die Aktienrückkäufe sind die auffälligste Kapitalmaßnahme des Quartals. Nachdem Berkshire Hathaway in den ersten sechs Monaten des Jahres eigene Aktien für rund 4,8 Milliarden Dollar erworben hatte, lag der entsprechende Wert allein von Juli bis September bei 9,6 Milliarden Dollar. Für die ersten neun Monate zusammengenommen ergab sich eine Summe von rund 14,4 Milliarden Dollar. Durch Rückkäufe verringert ein Unternehmen die Zahl der ausstehenden Aktien und verteilt künftige Gewinne rechnerisch auf weniger Anteile.
Die umfangreichen Käufe bedeuten allerdings nicht, dass Berkshire seine übrigen Beteiligungen stark ausgebaut hätte. Im dritten Quartal erwarb der Konzern Aktien anderer Unternehmen für rund 2,4 Milliarden Dollar und verkaufte Wertpapiere für ungefähr 2,8 Milliarden Dollar. Damit war Berkshire in diesem Bereich unter dem Strich ein kleiner Nettoverkäufer. Zum Beteiligungsportfolio gehören große börsennotierte Unternehmen; zugleich hält Berkshire zahlreiche Tochtergesellschaften vollständig.
Ungeachtet der Rückkäufe verfügte Berkshire zum Ende des September weiterhin über rund 357 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen. Dieser Finanzbestand verschafft dem Unternehmen erheblichen Spielraum für Übernahmen, Beteiligungen oder zusätzliche Rückkäufe. Aus seiner Höhe allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Investitionen die Unternehmensführung künftig vornehmen wird.
Zum Konzern gehören unter anderem Versicherungen, die Eisenbahn BNSF, Energieunternehmen sowie zahlreiche Industrie- und Handelsbetriebe. Die verschiedenen Geschäftsbereiche entwickeln sich nicht immer parallel. Das zeigt auch der aktuelle Quartalsabschluss: Während die Versicherungsgewinne sanken, legten andere operative Sparten zu. Für die ersten neun Monate 2026 insgesamt lag der operative Gewinn bei 37,034 Milliarden Dollar, nach 34,286 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang im dritten Quartal steht damit einem Anstieg im bisherigen Jahresverlauf gegenüber.
Die Zahlen erscheinen im ersten Jahr nach dem Wechsel an der Konzernspitze. Greg Abel übernahm Anfang Januar 2026 den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Warren Buffett. Im September gab Buffett auch den Vorsitz im Verwaltungsrat ab. Sein Sohn Howard Buffett folgte ihm in dieser Funktion. Warren Buffett trägt seither den Ehrentitel Chairman Emeritus und bleibt Mitglied des Verwaltungsrats.
Damit liegen operative Führung und Aufsicht nun bei anderen Personen als in der jahrzehntelangen Buffett-Ära. Die aktuellen Ergebnisse zeigen sowohl die wirtschaftliche Breite des Konzerns als auch die Bedeutung seiner Entscheidungen über das vorhandene Kapital. Berkshire setzte im dritten Quartal einen zweistelligen Milliardenbetrag für eigene Aktien ein, behielt aber zugleich eine außergewöhnlich große Liquiditätsreserve. Wie sich diese Kapitalverteilung weiterentwickelt, ist durch die Quartalszahlen nicht festgelegt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu