
Sebastian Lege beschäftigt sich am Dienstagabend im ZDF mit Lebensmitteln, die für viele Verbraucher zum normalen Einkauf gehören. In der neuen Ausgabe von besseresser untersucht der Produktentwickler unter anderem Bärchenwurst, fertigen Pizzateig, tiefgekühlte Kartoffelpuffer und Jaffa Cakes. Im Mittelpunkt stehen Rezepturen, Zusatzstoffe, Herstellung und die Frage, wie Verpackung und Produktgestaltung die Wahrnehmung der Lebensmittel beeinflussen. Das ZDF zeigt Die Tricks in Bärchenwurst, Pizzateig und Co. am heutigen Dienstag, 1. September 2026, um 20:15 Uhr. Die Ausgabe ist eine Erstausstrahlung.
Die rund 44 Minuten lange Dokumentation setzt damit auf das bekannte Prinzip der Reihe. Lege zerlegt industriell hergestellte Lebensmittel in ihre Bestandteile und versucht anschließend, Herstellungsverfahren nachzubauen. Dabei geht es diesmal nicht ausschließlich um Zusatzstoffe. Auch Produkte, die speziell für Familien und Kinder gestaltet werden, sowie die Unterschiede zwischen traditioneller und industrieller Herstellung spielen eine Rolle.
Eines der vier Beispiele ist fertiger Pizzateig aus dem Kühlregal. Ein frisch zubereiteter Teig kommt im Grundsatz mit wenigen Zutaten aus. Industrielle Produkte müssen dagegen Transport, Lagerung und eine vergleichsweise lange Zeit im Kühlschrank überstehen.
Das ZDF nennt für den untersuchten Fertigteig neben einer speziellen Verpackung und einer angepassten Rezeptur ausdrücklich Ethylalkohol. Lege zeigt in der Sendung, welche Funktion dieser bei der Herstellung übernimmt. Als Gegenstück zur industriellen Produktion trifft er Francesco Ialazzo, den das ZDF als amtierenden Pizzaweltmeister vorstellt. Dabei soll gezeigt werden, worauf es bei klassisch hergestelltem Pizzateig ankommt.
Damit setzt die Sendung an einem grundlegenden Unterschied zwischen industriell hergestellten und unmittelbar zubereiteten Lebensmitteln an. Zusätzliche Zutaten sind dabei nicht automatisch gesundheitlich bedenklich. Lebensmittelzusatzstoffe werden unter anderem eingesetzt, um Sicherheit, Haltbarkeit, Konsistenz oder Aussehen eines Produkts zu beeinflussen. In der Europäischen Union müssen zugelassene Zusatzstoffe bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen und in der Zutatenliste angegeben werden.
Auch tiefgekühlte Kartoffelpuffer werden in der neuen besseresser-Ausgabe untersucht. Während klassische Reibekuchen grundsätzlich mit einer überschaubaren Zutatenliste zubereitet werden können, müssen industriell produzierte Varianten ihre Form und Farbe während Herstellung, Tiefkühlung und späterer Zubereitung möglichst zuverlässig behalten.
Nach Angaben des ZDF kommen bei den betrachteten Produkten unter anderem Flohsamenschalen und Kartoffelfasern als Bindemittel zum Einsatz. Außerdem thematisiert die Sendung Natriumhydrogensulfit. Der Stoff wird verwendet, damit die Kartoffelmasse nicht unerwünscht braun wird. Lilly Temme und Florian Reza nehmen diesen Bestandteil in der Dokumentation genauer unter die Lupe.
Natriumhydrogensulfit gehört zur Gruppe der Sulfite. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit führt Sulfite als Lebensmittelzusatzstoffe, die unter anderem eingesetzt werden können, um Aussehen und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu beeinflussen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist sogenannte Bärchenwurst. Formen, Figuren und farbenfrohe Verpackungen sollen das Produkt besonders für Familien und Kinder interessant machen. Lege demonstriert, wie verschiedenfarbige Fleischmassen hergestellt und so zusammengesetzt werden können, dass im Wurstaufschnitt Figuren oder Gesichter entstehen.
Die Sendung nimmt zugleich die Rezeptur und den Preis in den Blick. Nach Angaben des ZDF ist entsprechende Kinderwurst teilweise deutlich teurer als klassische Mortadella. Beim Salzgehalt zeigt die Untersuchung dagegen keine grundsätzlich andere Richtung: Dieser liege ähnlich hoch wie bei klassischer Brühwurst.
Gerade bei Kindern ist die gesamte Natriumzufuhr relevant. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt je nach Altersgruppe unterschiedliche Schätzwerte für eine angemessene tägliche Natriumzufuhr. Für Kinder von einem bis unter vier Jahren sind es beispielsweise 400 Milligramm pro Tag, bei Sieben- bis unter Zehnjährigen 750 Milligramm. Verarbeitete Lebensmittel wie Wurstwaren gehören nach Angaben der DGE zu den Lebensmitteln, die vergleichsweise viel Natrium enthalten können.
Zum Abschluss widmet sich die neue Folge Jaffa Cakes. Die kleinen Kuchen kombinieren Biskuit, eine fruchtige Geleeschicht und Schokolade. Die Produktgestaltung arbeitet häufig deutlich mit der Farbe und dem Geschmack von Orangen.
Das ZDF kündigt an, dass Lege untersucht, wie groß der Anteil echten Orangensafts in der Füllung ist und wie sich der intensive Fruchtgeschmack erzeugen lässt. Außerdem geht es darum, wie die Geleeschicht ihre Konsistenz über einen längeren Zeitraum behält. Konkrete Ergebnisse der Demonstrationen werden vor der Ausstrahlung nicht vorweggenommen.
besseresser: Die Tricks in Bärchenwurst, Pizzateig und Co. läuft am Dienstag, 1. September 2026, von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr im ZDF. Der Programmdienst des Senders bestätigt damit die angekündigte Primetime-Sendezeit. Die eigentliche Videolänge wird im Streaming-Angebot mit 44 Minuten angegeben. Das ZDF stellt die neue Ausgabe bereits ab 10 Uhr am Tag der Fernsehausstrahlung online bereit. Im Presseportal ist eine Verfügbarkeit bis zum 1. September 2031 ausgewiesen.
Als Moderator und Produktentwickler steht Sebastian Lege im Mittelpunkt. Außerdem treten Lilly Temme, Florian Reza und Pizzaweltmeister Francesco Ialazzo innerhalb der behandelten Themen auf. Der Film stammt von Sandra Liesche, als Kameramann wird Markus Müller genannt. Eine klassische Besetzung mit Schauspielern, Gastdarstellern, Drehbuchautoren und fiktionalen Drehorten gibt es bei der Verbraucher-Dokumentation nicht. Eine offizielle Staffelnummer weist das ZDF für die Ausgabe nicht aus.
Die Sendung fällt zugleich in die letzte Phase von Leges langjähriger Zusammenarbeit mit dem ZDF. Sein Vertrag mit dem Sender endet zum 31. Dezember 2026. Das ZDF will die Marke besseresser anschließend ohne ihn weiterführen. RTL Deutschland hat bereits angekündigt, dass Lege ab Januar 2027 exklusiv für die Sendergruppe tätig sein wird und dort weitere Primetime-Formate entstehen sollen.
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