Gladbach verpflichtet Alexander Blessin als neuen Cheftrainer

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Borussia Mönchengladbach hat seine Trainersuche beendet. Alexander Blessin übernimmt den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga und wird Nachfolger von Eugen Polanski. Der Verein bestätigte die Verpflichtung am Dienstag, 22. September 2026. Der 53-Jährige erhält einen Vertrag bis Juni 2028 und soll am Mittwoch gemeinsam mit Sportchef Rouven Schröder offiziell vorgestellt werden.

Damit ist eine Personalie offiziell, die sich bereits seit dem Wochenende abgezeichnet hatte. Sky Sport berichtete am Sonntag, 20. September, dass sich Borussia Mönchengladbach und Blessin mündlich geeinigt hätten. Damals standen nach Angaben des Senders noch letzte Details sowie die Zustimmung der Vereinsgremien aus. Am Dienstag meldete der Klub schließlich Vollzug.

Eine konkrete Ablösesumme oder Ausgleichszahlung wurde von Borussia nicht bekannt gegeben. Vor Abschluss des Geschäfts hatte die „Bild“ berichtet, dass mit dem FC St. Pauli noch über finanzielle Fragen gesprochen werde. Blessin war dort nach dem Bundesliga-Abstieg im Juni von seinen Aufgaben entbunden worden, hatte nach damaligen Berichten aber noch einen laufenden Vertrag. Einen konkreten Betrag für eine mögliche Zahlung nannte das Medium nicht.

Blessin übernimmt Bundesliga-Schlusslicht

Die Aufgabe für Alexander Blessin ist sportlich anspruchsvoll. Borussia Mönchengladbach hat seine ersten vier Bundesligaspiele der Saison 2026/27 verloren, noch keinen Punkt geholt und bereits 16 Gegentore kassiert. Damit steht der Klub auf dem letzten Tabellenplatz. Der Fehlstart ist zugleich der schlechteste Saisonbeginn in der Vereinsgeschichte.

Eugen Polanski musste nach drei Spieltagen und einer 0:5-Niederlage beim SC Freiburg gehen. Anschließend übernahm Co-Trainer Jan-Moritz Lichte übergangsweise die Mannschaft. Unter seiner Leitung verlor Gladbach am vergangenen Wochenende mit 3:4 gegen den FSV Mainz 05.

Schon vor dieser Partie hatte Schröder bei Sky erklärt, der Klub habe einen klaren Favoriten gefunden. Gesucht werde „jemand, der natürlich auch eine gewisse Erfahrung haben muss, auch schon gezeigt hat, dass er auch mit schwierigen Situationen umgehen kann“. Nach dem Mainz-Spiel bestätigte der Sportchef schließlich, Borussia habe mit dem ausgewählten Kandidaten „eine mündliche Einigung erzielt“. Den Namen Blessin nannte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Alexander Blessin kommt vom FC St. Pauli

Blessin wurde am 28. Mai 1973 geboren und ist 53 Jahre alt. Seine letzte Station war der FC St. Pauli. Der Hamburger Klub hatte ihn im Sommer 2024 nach dem Bundesliga-Aufstieg als Nachfolger von Fabian Hürzeler verpflichtet.

In seiner ersten Saison führte Blessin St. Pauli zum Klassenerhalt. Der Aufsteiger beendete die Spielzeit 2024/25 auf Rang 14. Auffällig war vor allem die Defensive: St. Pauli kassierte in der Liga lediglich 41 Gegentreffer. Nur der FC Bayern München ließ in jener Saison weniger Tore zu. Gleichzeitig gehörte die Offensive der Hamburger unter Blessin zu den schwächsten der Bundesliga.

In der folgenden Saison konnte St. Pauli den Klassenerhalt nicht wiederholen. Der Klub stieg 2026 ab und trennte sich anschließend von Blessin. Seine Bilanz über zwei Spielzeiten umfasst nach den Statistiken von Transfermarkt 74 Pflichtspiele mit 18 Siegen, 16 Unentschieden und 40 Niederlagen.

Die Erfahrungen aus Hamburg sind für die aktuelle Aufgabe in Mönchengladbach besonders relevant. Borussia hat nach vier Spieltagen vor allem in der Defensive große Probleme. Blessin arbeitete bei seinen bisherigen Stationen häufig mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette und setzte auf intensives Gegenpressing und eine kompakte Organisation gegen den Ball.

Erfolgreiche Saison mit Union Saint-Gilloise

Blessins Laufbahn als Trainer begann lange vor seinem ersten Bundesliga-Engagement. Ab 2012 arbeitete er im Nachwuchsbereich von RB Leipzig. Zunächst war er Co-Trainer der U17, später übernahm er die Mannschaft als Cheftrainer. Von 2018 bis 2020 trainierte er die Leipziger U19. Insgesamt verbrachte Blessin rund acht Jahre im Nachwuchsbereich des Klubs.

Seine erste Stelle als Cheftrainer einer Profimannschaft erhielt er 2020 beim belgischen Erstligisten KV Oostende. Dort betreute er die Mannschaft bis Januar 2022. Es folgte der Wechsel zum CFC Genua nach Italien. Blessin übernahm den damaligen Serie-A-Klub während der Saison, konnte den Abstieg aber nicht verhindern und blieb nach dem Gang in die Serie B zunächst im Amt. Im Dezember 2022 endete seine Zeit in Genua.

Seine erfolgreichste Station im Seniorenbereich folgte bei Union Saint-Gilloise. Blessin übernahm den belgischen Spitzenklub im Sommer 2023 und gewann mit der Mannschaft 2024 den belgischen Pokal. Union beendete die Meisterrunde der Liga als Vizemeister. Über alle Wettbewerbe weist Transfermarkt für seine Amtszeit 58 Partien mit 36 Siegen, zwölf Unentschieden und zehn Niederlagen aus.

Danach wechselte er nach Hamburg zum FC St. Pauli.

Trainerteam noch nicht vollständig bekannt

Wie Blessins Trainerstab in Mönchengladbach genau aussehen wird, war am Dienstag noch nicht vollständig offiziell bekannt. Jan-Moritz Lichte hatte die Mannschaft nach der Trennung von Polanski interimsweise übernommen, unterstützt wurde er von Markus Gellhaus.

Die „Bild“ hatte vor der Verpflichtung berichtet, Lichte und Gellhaus sollten dem Trainerteam erhalten bleiben und Blessin wolle lediglich einen weiteren Co-Trainer mitbringen. Borussia selbst machte bei der Bekanntgabe Blessins zunächst keine entsprechende personelle Mitteilung. Der Name eines möglichen zusätzlichen Assistenten war damit zunächst nicht offiziell bestätigt.

Weitere Einzelheiten dürften bei der für Mittwoch angesetzten Vorstellung folgen. Die Pressekonferenz mit Blessin und Schröder beginnt nach Vereinsangaben um 13.30 Uhr im Borussia-Park.

Länderspielpause gibt Blessin Zeit für den Kader

Für den neuen Trainer bietet der Zeitpunkt zumindest eine längere Vorbereitungsphase. Wegen der Länderspielpause steht für Borussia Mönchengladbach zunächst kein Bundesligaspiel an. Das nächste Ligaspiel findet am 11. Oktober auswärts beim 1. FC Köln statt. Blessins Pflichtspieldebüt wird damit unmittelbar ein Rheinderby.

Die sportliche Priorität ergibt sich aus den bisherigen Ergebnissen. Gladbach muss nach 16 Gegentoren in vier Ligapartien zunächst defensiv stabiler werden. Blessins Arbeit beim FC St. Pauli zeigt, dass er eine Mannschaft mit begrenzten Möglichkeiten gegen den Ball kompakt organisieren kann. Gleichzeitig übernimmt er in Mönchengladbach einen anderen Kader und einen Verein, der die vergangene Saison auf Platz zwölf beendet hatte.

Die Personalentscheidung ist zugleich die erste entscheidende Trainerverpflichtung Schröders in der laufenden Krisensituation. Er hatte nach der Trennung von Polanski mehrfach betont, dass der neue Chefcoach bereits Erfahrung mit schwierigen Situationen mitbringen solle. Mit Blessin hat Borussia nun einen Trainer verpflichtet, der bereits in Deutschland, Belgien und Italien gearbeitet hat und sowohl einen Klassenerhalt als auch einen nationalen Pokalsieg in seiner Trainerlaufbahn vorweisen kann.

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