VW-Chef Blume fordert Europas Politik zu stärkerem Handeln auf

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Europas Industrie steht unter erheblichem Wettbewerbsdruck. VW-Chef Oliver Blume fordert deshalb bessere politische Rahmenbedingungen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Regierungen. Bei einer Veranstaltung in Paris machte er deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit Europas nicht allein von den Unternehmen gesichert werden könne. Gleichzeitig steht Volkswagen selbst vor einem umfassenden Umbau.

Anzeige

Oliver Blume fordert bessere Bedingungen für Europas Wirtschaft

Bei der Volkswagen-Veranstaltung „For Europe“ in Paris hat Konzernchef Oliver Blume am Sonntag, 11. Oktober 2026, eine stärkere gemeinsame Anstrengung von Wirtschaft und Politik verlangt. Europas Unternehmen müssten effizienter werden, ihre Innovationskraft ausbauen und wettbewerbsfähige Produkte anbieten. Gleichzeitig brauche es politische Entscheidungen, die den Industriestandort stärken.

Die Veranstaltung fand im Palais de Tokyo statt, unmittelbar vor dem Beginn des Pariser Autosalons am Montag. Auch der französische Industrieminister Sébastien Martin beteiligte sich an dem Austausch über die Zukunft der europäischen Industrie.

Blume sieht Europa weiterhin als wichtigen Standort für Entwicklung, Produktion und technologische Innovationen. Angesichts wachsender internationaler Konkurrenz müssten diese Stärken allerdings konsequenter genutzt werden.

Anzeige

Wettbewerb mit China und europäische Industriepolitik im Mittelpunkt

Besonders deutlich werden die Forderungen beim internationalen Handel und der europäischen Automobilpolitik. Volkswagen setzt sich für faire Wettbewerbsbedingungen, eine Stärkung europäischer Produktionsstandorte und geeignete politische Vorgaben für den Ausbau der Elektromobilität ein.

Blume verwies dabei auf drei zentrale Themen: die Förderung europäischer Wertschöpfung unter dem Schlagwort „Made in Europe“, die europäische CO₂-Regulierung und die Handelsbeziehungen mit China.

Die Europäische Kommission hat bereits im März 2026 mit dem sogenannten Industrial Accelerator Act Vorschläge vorgelegt, die europäische Produktionskapazitäten stärken sollen. Vorgesehen sind unter anderem Anforderungen an den europäischen Produktionsanteil bei bestimmten öffentlichen Förderprogrammen und Beschaffungen. Die Automobilindustrie gehört zu den betroffenen Wirtschaftszweigen. Der Vorschlag muss noch das europäische Gesetzgebungsverfahren durchlaufen.

Für die europäischen Autohersteller ist die Entwicklung besonders relevant. Chinesische Unternehmen verstärken ihre Präsenz auf dem europäischen Markt, während die etablierten Hersteller erhebliche Investitionen in Elektrofahrzeuge, Batterien und neue Technologien bewältigen müssen.

Volkswagen steht vor tiefgreifendem Konzernumbau

Die Forderungen des VW-Chefs fallen in eine Phase umfangreicher Veränderungen im eigenen Unternehmen. Volkswagen will Kosten reduzieren, Entscheidungswege verkürzen und seine Produktionsstrukturen wirtschaftlicher gestalten.

Bereits vereinbart ist nach Konzernangaben der Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Softwaretochter Cariad in Deutschland. Darüber hinaus sieht der im September beschlossene Zukunftsplan weiteren Anpassungsbedarf bei der weltweiten Beschäftigung vor. Die dafür genannte Größenordnung von rund 50.000 Stellen ist nach Angaben Blumes allerdings keine verbindliche Abbauzahl.

Auch mehrere Produktionsstandorte stehen vor wichtigen Entscheidungen. Für die Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie den Audi-Standort Neckarsulm kann der Konzern für Teile der 2030er-Jahre derzeit keine wirtschaftlich tragfähige Anschlussproduktion zusichern. Konkrete Werksschließungen sind nach Angaben des Unternehmens nicht beschlossen.

Volkswagen will bis Ende Juni 2027 ein Konzept für seine künftige europäische Produktionsstruktur entwickeln.

Neue Elektroautos sollen Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken

Parallel zum Sparprogramm setzt Volkswagen auf eine stärkere gemeinsame Nutzung von Technologien. In Paris stellte der Konzern vier Elektrofahrzeuge seiner Marken Volkswagen, Škoda und Cupra gemeinsam vor.

Der ID. Polo, der ID. Cross, der Škoda Epiq und der Cupra Raval nutzen eine gemeinsame technische Grundlage. Nach Konzernangaben sind mehr als 80 Prozent ihrer Komponenten und Technologien identisch. Produziert werden die Fahrzeuge in Spanien.

Mit dieser Strategie will Volkswagen Entwicklungsaufwand und Produktionskosten reduzieren und gleichzeitig unterschiedliche Kundengruppen ansprechen.

Die Präsentation in Paris verdeutlicht damit die doppelte Herausforderung für Europas Autoindustrie: Hersteller müssen ihre eigenen Kosten und Strukturen verbessern, während sie von der Politik Bedingungen verlangen, unter denen sich Investitionen und Produktion innerhalb Europas langfristig rechnen.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu