Bodensee erreicht Ende September außergewöhnlichen Tiefstand

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Symbolbild mit KI erstellt

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Der Bodensee führt Ende September außergewöhnlich wenig Wasser. Am Pegel Konstanz lag das Tagesmittel am 29. September bei 2,52 Metern. Damit fehlen nur noch zwei Zentimeter bis zur Marke von 2,50 Metern. Der Wasserstand liegt 90 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel für diesen Kalendertag. Der niedrige Bodensee Pegel macht sich inzwischen deutlich an Häfen, Landestellen und in flachen Uferbereichen bemerkbar. Ein neuer absoluter Rekord-Tiefstand ist allerdings noch nicht erreicht.

Pegel liegt unter bisherigem September-Minimum

Für einen 29. September ist der aktuelle Stand außergewöhnlich. Im Bezugszeitraum seit 1850 lag der bisherige historische Minimalwert für diesen Tag bei 2,63 Metern und wurde 2003 gemessen. Das aktuelle Tagesmittel unterschreitet diese Marke damit um elf Zentimeter. Der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 liegt für den 29. September bei 3,42 Metern.

Von einem Allzeit-Tiefstand ist der Bodensee dennoch ein gutes Stück entfernt. Der niedrigste Wert der gesamten Messreihe seit 1850 wurde Ende Februar und Anfang März 1858 registriert. Damals sank der Pegel Konstanz über mehrere Tage auf 2,26 Meter. Selbst ein Absinken unter 2,50 Meter würde diesen historischen Wert daher noch nicht erreichen.

Ungewöhnlich ist vor allem der Zeitpunkt. Normalerweise erreicht der Bodensee seinen niedrigsten Wasserstand im Februar oder März. 2026 war der Pegel jedoch bereits im Sommer unter den damaligen Winterstand gefallen. Mitte August wurden in Konstanz 2,75 Meter gemessen. Damit war auch der bis dahin niedrigste Wert eines 13. August seit Beginn der ausgewerteten Messreihe unterschritten.

Trockenheit und wenig Schmelzwasser drücken den Pegel

Mehrere Faktoren haben den Wasserstand in diesem Jahr deutlich sinken lassen. Auf einen schneearmen Winter im alpinen Einzugsgebiet folgte zu wenig Schmelzwasser im Frühjahr. Gleichzeitig blieben über längere Zeit ausreichende Niederschläge aus. Im heißen Sommer kam eine hohe Verdunstung hinzu. Auch wichtige Zuflüsse wie der Alpenrhein führten zeitweise ungewöhnlich wenig Wasser.

Kurzfristig muss der Pegel nicht zwangsläufig sofort weiter fallen. Das Niedrigwasser-Informationszentrum rechnet für die nächsten Tage zunächst mit einem etwa konstanten Wasserstand. Im weiteren Verlauf des Herbstes ist entsprechend dem üblichen Jahresgang jedoch tendenziell mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

Für Donnerstag kündigt der Deutsche Wetterdienst mit einer heranziehenden Kaltfront Niederschläge und örtlich auch kräftigere Schauer oder Gewitter in Süddeutschland an. Einzelne Regenereignisse bedeuten für den großen Wasserkörper des Bodensees allerdings nicht automatisch eine nachhaltige Erholung des Pegels.

Niedrigwasser erschwert die Bodensee-Schifffahrt

Die Folgen sind für die Schifffahrt bereits spürbar. Die Bodensee-Schiffsbetriebe weisen wegen des niedrigen Wasserstands auf Einschränkungen und Erschwernisse hin. An vielen Landestellen stehen die Zugangsbrücken zu den Schiffen deutlich steiler als bei höheren Wasserständen. Das erschwert insbesondere die Beförderung von Fahrrädern, Anhängern und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

In Immenstaad, Hagnau, Dingelsdorf und Überlingen können nach Angaben der Bodensee-Schiffsbetriebe derzeit keine Rollstühle sowie Fahrräder und Fahrradanhänger befördert werden. An anderen Landestellen gelten ebenfalls Einschränkungen. Langenargen, das zwischenzeitlich wegen des Niedrigwassers nicht regulär angelaufen wurde, wird seit dem 25. September wieder planmäßig auf der Obersee-Verbindung zwischen Konstanz und Bregenz bedient.

Auch private Bootsbesitzer sind betroffen. In mehreren Häfen mussten Segelboote mit größerem Tiefgang früher als üblich aus dem Wasser geholt werden. Im alten Hafen von Hagnau lagen Ende September einzelne Boote bereits trocken. In Nonnenhorn wurde zudem eine Einhandregatta abgesagt, weil für teilnehmende Boote mit größerem Tiefgang nicht genügend geeignete Liegeplätze zur Verfügung standen.

Freiliegende Ufer verändern den Lebensraum

Besonders sichtbar wird das Niedrigwasser in flachen Uferzonen und am Untersee. Dort liegen größere Bereiche des Seegrunds frei. An manchen Stellen befinden sich Boote oder Tretboote außerhalb des Wassers. Die DLRG warnt zugleich davor, die freigelegten Flächen bedenkenlos zu betreten. Unter scheinbar festem Untergrund können sich weiche und schlammige Bereiche befinden, in denen Menschen einsinken können.

Niedrige Wasserstände können zudem Flachwasserbereiche verändern, die für Pflanzen und Tiere wichtige Lebensräume sind. Die Landesanstalt für Umwelt hatte bereits im Juni auf Belastungen für Wasserökologie, Flora und Fauna durch außergewöhnlich niedrige Pegel hingewiesen. Gleichzeitig lässt sich nicht jede ökologische Veränderung allein aus dem aktuellen Pegel ableiten. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee hatte etwa für die niedrigen Wasserstände im Frühjahr 2025 keine negativen ökologischen Auswirkungen auf den See festgestellt.

Langfristig beobachten die Fachstellen weitere Veränderungen durch die Erwärmung des Bodensees. Dazu gehört eine schwächere winterliche Durchmischung des Wasserkörpers. Diese ist wichtig, damit Sauerstoff auch in große Tiefen gelangt. Im Winter 2025/26 wurde erneut keine ausreichende Zirkulation bis zur tiefsten Stelle des Sees erreicht.

Marke von 2,50 Metern rückt näher

Mit 2,52 Metern liegt der Pegel Konstanz Ende September nur knapp über einer auffälligen Marke. Ob und wann 2,50 Meter unterschritten werden, hängt vor allem von Niederschlägen, Zuflüssen und der weiteren jahreszeitlichen Entwicklung ab. Eine kurzfristige Prognose für einen neuen absoluten Rekord lässt sich daraus nicht ableiten.

Fest steht dagegen, dass der Bodensee Ende September 2026 für diese Jahreszeit außergewöhnlich wenig Wasser führt. Selbst bei einem weiteren Rückgang um einige Zentimeter bliebe der Pegel noch deutlich über den 2,26 Metern des historischen Tiefstands von 1858. Für Schifffahrt, Sportboothäfen und flache Uferbereiche sind die Folgen des diesjährigen Niedrigwassers aber schon jetzt sichtbar.

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