Boeing verringert Quartalsverlust deutlich: Verkehrsflugzeuggeschäft bleibt in den roten Zahlen

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im dritten Quartal 2026 seinen Verlust erheblich reduziert und gleichzeitig den Umsatz gesteigert. Dennoch verdient der Konzern mit Verkehrsflugzeugen weiterhin kein Geld. Höhere Produktionskosten und Schwierigkeiten beim Ausbau der Fertigung belasten das Geschäft. Die am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlichten Quartalszahlen zeigen damit Fortschritte bei der wirtschaftlichen Stabilisierung, aber auch anhaltende Herausforderungen.

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Boeing steigert Umsatz auf 24,2 Milliarden Dollar

Die Bilanz von Boeing im dritten Quartal 2026 fällt deutlich besser aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz um vier Prozent von 23,27 Milliarden auf 24,19 Milliarden US-Dollar.

Unter dem Strich verzeichnete Boeing einen Nettoverlust von 116 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte das Minus noch 5,34 Milliarden Dollar betragen. Der Verlust je Aktie verringerte sich von 7,14 Dollar auf 26 Cent.

Beim operativen Ergebnis gelang dem Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone. Boeing erwirtschaftete hier 354 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahresquartal ein operativer Verlust von 4,78 Milliarden Dollar angefallen war.

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Der Vergleich mit 2025 wird allerdings durch eine außergewöhnliche Belastung beeinflusst. Damals hatte Boeing wegen Verzögerungen beim Langstreckenflugzeug 777X eine Sonderbelastung von 4,9 Milliarden Dollar verbucht.

Trotz der verbesserten Ergebnisse verfehlte Boeing die Erwartungen beim bereinigten Ergebnis je Aktie. Dieses lag bei minus 34 Cent, während Analysten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt mit einem Verlust von 21 Cent gerechnet hatten.

Verkehrsflugzeugsparte schreibt weiterhin Verluste

Probleme bereitet vor allem das Geschäft mit Passagier- und Frachtflugzeugen. Die Sparte Commercial Airplanes verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz von 10,72 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um drei Prozent.

Der operative Verlust der Sparte belief sich auf 697 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte er allerdings noch 5,35 Milliarden Dollar betragen.

Als wesentliche Belastungen nennt Boeing die Zusammensetzung der ausgelieferten Flugzeuge, höhere erwartete Kosten bei künftigen Produktionsanpassungen sowie gestiegene Kosten in der Lieferkette.

Dabei lieferte Boeing im dritten Quartal 161 Verkehrsflugzeuge aus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 160 Maschinen gewesen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 summierten sich die Auslieferungen auf 475 Flugzeuge, verglichen mit 440 im Vorjahr.

Boeing arbeitet am Ausbau der 737-Produktion

Eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung spielt die Produktion der Boeing 737. Der Konzern arbeitet daran, die Fertigung dauerhaft auf 47 Maschinen pro Monat zu erhöhen.

Dieses Niveau war zum Zeitpunkt der Quartalsmitteilung noch nicht als stabil erreicht ausgewiesen. Schwierigkeiten in der Lieferkette, insbesondere bei der Herstellung von Tragflächen, hatten den Produktionsausbau verzögert.

Bei der 787 liegt die Produktionsrate nach Unternehmensangaben inzwischen stabil bei acht Flugzeugen monatlich.

Fortschritte meldete Boeing zugleich bei der Zulassung weiterer 737-Varianten. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA erteilte der 737-7 im dritten Quartal die erforderliche ergänzte Musterzulassung. Für die größere 737-10 folgte die entsprechende Genehmigung im Oktober.

Auch beim Langstreckenflugzeug 777-9 laufen die Zulassungsflugtests weiter. Boeing hält an seiner Planung fest, die erste Maschine dieses Typs im Jahr 2027 auszuliefern. Eine Garantie für diesen Termin ist damit nicht verbunden.

Rüstungsgeschäft und Dienstleistungen verbessern Ergebnis

Während die Verkehrsflugzeugsparte Verluste verzeichnete, entwickelten sich die übrigen Geschäftsbereiche positiv.

Im Segment Defense, Space & Security stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 7,94 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis erhöhte sich von 114 Millionen auf 492 Millionen Dollar.

Allerdings profitierte die Sparte auch von einem einmaligen Ertrag in Höhe von 252 Millionen Dollar aus dem Verkauf von Anteilen an HRL Laboratories.

Zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten sieht Boeing im militärischen Flugzeugbau. Die US-Marine wählte den Konzern für die Entwicklung und Produktion des Kampfflugzeugprojekts F/A-XX aus. Der entsprechende Auftrag war zum Quartalsende noch nicht im Auftragsbestand enthalten, da ein Überprüfungsverfahren noch nicht abgeschlossen war.

Auch das Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Boeing Global Services steigerte seinen Umsatz um vier Prozent auf 5,57 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis erreichte rund 1,02 Milliarden Dollar.

Positiver Cashflow und Rekordauftragsbestand

Fortschritte verzeichnet Boeing auch bei seiner Liquiditätsentwicklung. Der operative Cashflow erreichte im dritten Quartal rund 1,5 Milliarden Dollar, 33 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der freie Cashflow lag bei 464 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 238 Millionen Dollar gewesen. Der freie Cashflow ist eine von Boeing zusätzlich ausgewiesene Kennzahl, die nicht unmittelbar den amerikanischen Rechnungslegungsstandards GAAP entspricht.

Für die ersten neun Monate des Jahres 2026 blieb der freie Cashflow mit minus 359 Millionen Dollar allerdings negativ.

Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Ende des dritten Quartals nach Unternehmensangaben den Rekordwert von 745 Milliarden Dollar. Darin enthalten waren Bestellungen für mehr als 6.300 Verkehrsflugzeuge.

Boeing verfügte Ende September über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von 20,7 Milliarden Dollar. Dem standen Konzernschulden von 45,9 Milliarden Dollar gegenüber.

Boeing-Aktie reagiert zunächst mit Verlusten

An der Börse wurden die Quartalszahlen zunächst zurückhaltend aufgenommen. Die Nachrichtenagentur Reuters bezifferte den vorbörslichen Kursrückgang der Boeing-Aktie in einem am 27. Oktober 2026 um 12:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlichten Bericht auf rund 2,5 Prozent.

Die Reaktion erfolgte damit noch vor der regulären Börsensitzung in New York. Ein vorbörslicher Kursrückgang lässt keine abschließende Aussage über die weitere Kursentwicklung zu.

Für Boeing bleibt die industrielle Entwicklung deshalb von zentraler Bedeutung. Der Konzern verfügt über einen umfangreichen Auftragsbestand und hat seine Verluste deutlich reduziert. Ob sich daraus dauerhaft Gewinne ergeben, hängt unter anderem davon ab, wie zuverlässig die Flugzeugproduktion ausgeweitet und die Kosten kontrolliert werden können.

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