DAX hält sich, während Asiens Technologiewerte fallen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Börsen am 19. August 2026 zeigen am Mittwochvormittag ein geteiltes Bild. Während Technologieaktien in Asien erneut deutlich unter Druck geraten sind und die Renditen langfristiger Staatsanleihen auf hohem Niveau bleiben, bewegt sich der deutsche Leitindex zunächst kaum. Reuters meldete um 10.31 Uhr MESZ für die DAX-Eröffnung einen Stand von 26.146,12 Punkten und damit eine nahezu unveränderte Entwicklung. Um 11.26 Uhr wies die bei MarketScreener veröffentlichte TTMZero-Realtime-Schätzung 26.104,60 Punkte aus, 0,09 Prozent weniger als am Vortag.

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DAX trotzt schwachen Vorgaben aus Asien

Die Stabilität in Frankfurt steht im Kontrast zum asiatischen Handel. In einem Reuters-Marktbericht mit Stand 04.51 Uhr MESZ hieß es, dass südkoreanische Aktien den Handel mit einem Minus von annähernd sechs Prozent beendet hatten. Es war dort der stärkste Tagesverlust seit drei Wochen. Belastet wurden die asiatischen Märkte insbesondere von Aktien aus der Halbleiterbranche. Gleichzeitig bewegten sich europäische Aktien zunächst insgesamt wenig.

Auch deutsche Technologiewerte konnten sich der Schwäche nicht vollständig entziehen. Knapp eine Stunde nach Handelsbeginn lag der DAX laut dpa-AFX um 0,07 Prozent niedriger bei 26.111 Punkten. Zu diesem Zeitpunkt verlor Infineon 1,1 Prozent. Im MDAX gaben Aixtron um 1,5 Prozent und Jenoptik um 0,9 Prozent nach. Die Angaben stammen aus der dpa-AFX-Meldung von 09.22 Uhr, die um 10.12 Uhr aktualisiert wurde.

Bewertung von KI-Aktien rückt stärker in den Fokus

Die Kursverluste bei Halbleiterwerten treffen auf eine intensivere Diskussion über die Bewertung großer Technologieunternehmen. Fünf Ökonomen der Europäischen Zentralbank verwiesen in einem am 17. August veröffentlichten Blogbeitrag darauf, dass das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis des US-Aktienmarkts nahe an seinem historischen Höchststand liege. Die Bewertungen im Euroraum seien ebenfalls gestiegen, jedoch weniger stark als in den Vereinigten Staaten.

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Die Autoren halten auf Basis historischer Erfahrungen mit technologischen Umbrüchen eine spätere Korrektur hoher Bewertungen für wahrscheinlich. Zugleich betonen sie, dass weder der Zeitpunkt noch der genaue Verlauf im Voraus bestimmbar seien und hohe Bewertungen grundsätzlich auch durch die wirtschaftliche Bedeutung einer neuen Technologie erklärbar sein können. Die EZB weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ansichten des Blogbeitrags die Position der Autoren darstellen und nicht zwingend die Auffassung der EZB oder des Eurosystems wiedergeben.

Die Debatte erhält durch die gleichzeitig hohen Kapitalmarktzinsen zusätzlich Gewicht. Höhere Renditen erhöhen den Diskontierungsfaktor für erwartete Unternehmensgewinne und können deshalb besonders bei Unternehmen mit hohen Bewertungen und weit in der Zukunft erwarteten Erträgen eine größere Rolle spielen.

Heidelberger Druckmaschinen verliert nach Quartalszahlen

Bei Heidelberger Druckmaschinen bestimmten am Mittwoch eigene Geschäftszahlen die Kursentwicklung. Um 11.24 Uhr lag die Aktie laut Tradegate-Realtime-Schätzung bei 1,361 Euro. Das entsprach einem Rückgang von 2,92 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vortags. Im frühen Handel waren die Verluste zeitweise noch größer ausgefallen.

Der Maschinenbauer meldete für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2026/2027 einen Umsatz von 404 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 466 Millionen Euro gewesen. Das bereinigte EBITDA sank von 20 Millionen auf eine Million Euro, die entsprechende Marge von 4,4 auf 0,2 Prozent. Unter dem Strich weitete sich der Verlust nach Steuern von elf Millionen auf 32 Millionen Euro aus. Der freie Cashflow lag bei minus 77 Millionen Euro nach minus 68 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Heidelberger Druckmaschinen bestätigte zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr.

Beim Auftragseingang wurden 537 Millionen Euro erreicht, nach 559 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Unternehmens belastete insbesondere das Auslaufen eines staatlich geförderten Investitionsprogramms in Italien. Dort ging der Auftragseingang im Jahresvergleich um mehr als 60 Millionen Euro zurück. Zuwächse unter anderem in China, Japan und den USA konnten diesen Rückgang nur teilweise ausgleichen.

Renk steigt nach JPMorgan-Einschätzung

In die entgegengesetzte Richtung bewegte sich Renk. Um 11.27 Uhr wurde die Aktie in einer Tradegate-Realtime-Schätzung mit 51,50 Euro ausgewiesen. Das entsprach einem Plus von 3,02 Prozent. Bereits um 08.54 Uhr hatte dpa-AFX auf eine neue Einschätzung von JPMorgan-Analyst David Perry verwiesen.

Perry bezeichnete Renk nach Darstellung von dpa-AFX als aus seiner Sicht attraktives mögliches Übernahmeziel für einen größeren Branchenkonzern und verwies auf Konsolidierungspotenzial in der Rüstungsindustrie. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Einschätzung des Analysten. Ein konkretes Übernahmeangebot lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Eine unabhängige Bestätigung für konkrete Übernahmegespräche lag zunächst ebenfalls nicht vor.

Öl bleibt teuer, Anleiherenditen auf hohem Niveau

Neben Technologieaktien prägen Energiepreise und Staatsanleihen das internationale Umfeld. Um 09.54 Uhr MESZ kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent laut Reuters 91,47 US-Dollar. Das waren 0,49 Prozent mehr als zuvor. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich zum gleichen Zeitpunkt um 0,53 Prozent auf 85,39 Dollar je Barrel. Beide Sorten erreichten damit den höchsten Stand seit rund drei Wochen.

Hintergrund ist unter anderem die Unsicherheit über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die Meerenge sei geöffnet. Iranische Stellen erklärten dagegen, sie sei weiterhin geschlossen. Reuters zufolge blieben die Schifffahrtsvolumina deutlich unter dem üblichen Niveau. Eine einheitliche Lagebeschreibung zum Status der Wasserstraße gab es damit am Mittwochvormittag nicht.

Am Anleihemarkt hatte sich der vorherige Ausverkauf am Mittwoch zunächst verlangsamt. Im Reuters-Marktbericht mit Stand 04.51 Uhr MESZ bewegte sich die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen bei rund 5,27 Prozent. Am Dienstag hatte sie mit 5,3371 Prozent den höchsten Stand seit annähernd 20 Jahren erreicht. Auch deutsche und französische Staatsanleihen stabilisierten sich am Mittwoch nach den starken Bewegungen des Vortags. Als Belastungsfaktoren für die Anleihemärkte gelten sowohl Inflationsrisiken infolge hoher Energiepreise als auch Sorgen über hohe staatliche Schulden und Finanzierungsbedarfe.

Ruhiger Gesamtmarkt bei starken Einzelbewegungen

Für den deutschen Aktienmarkt ergibt sich daraus am Vormittag ein ungewöhnlich ruhiges Gesamtbild bei deutlich stärkeren Bewegungen einzelner Aktien. Der DAX hält sich nahe seinem Vortagesniveau, obwohl Halbleiterwerte international unter Druck stehen. Heidelberger Druckmaschinen reagiert auf schwächere Quartalskennzahlen, während Renk von einer Analysteneinschätzung profitiert. Gleichzeitig bleiben Ölpreise und langfristige Anleiherenditen wichtige Einflussgrößen für die internationalen Finanzmärkte.

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