Rolfes kritisiert Boniface nach Kabinengang und erklärt die Folgen

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Bayer 04 Leverkusen hat den vorzeitigen Kabinengang von Victor Boniface beim Bundesligaspiel gegen Mainz 05 intern aufgearbeitet. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes kritisierte das Verhalten des nigerianischen Stürmers am Mittwoch, 14. Oktober 2026, deutlich. Zugleich stellte er klar, dass die Angelegenheit nach einem Gespräch mit Trainer Carles Martínez abgeschlossen sei. Sportlich bleibt die Situation des 25-Jährigen schwierig. Seit seiner Rückkehr von Werder Bremen hat Boniface lediglich fünf Minuten in der Bundesliga gespielt.

Anzeige

Simon Rolfes zieht nach Boniface-Vorfall klare Grenze

Vier Tage nach dem 4:3-Auswärtssieg gegen Mainz 05 äußerte sich Rolfes erneut zum Verhalten seines Angreifers. Gegenüber Journalisten erklärte der Sport-Geschäftsführer, dass sich ein solcher Vorgang nicht wiederholen dürfe.

„Das geht nicht. Das weiß er aber auch“, sagte Rolfes am Mittwoch vor der Reise zum Europa-League-Spiel bei Lech Posen. Zugleich erklärte er den Vorfall für abgeschlossen: „Das war jetzt einmal, und damit ist es erledigt.“

Rolfes machte deutlich, dass Enttäuschung über fehlende Einsatzzeiten zum Profifußball gehöre. Allerdings müssten auch Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, die Mannschaft unterstützen. Bonifaces Verhalten in Mainz entsprach aus seiner Sicht nicht diesem Anspruch.

Anzeige

Der Bayer-Geschäftsführer stellte sich dennoch nicht grundsätzlich gegen seinen Stürmer. Vielmehr verwies er auf dessen positive Entwicklung im Training und seine verbesserte körperliche Verfassung. Boniface habe in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht, müsse allerdings weiterhin an seinem Leistungsniveau arbeiten.

Trainer Martínez führte bereits ein Gespräch mit Boniface

Auslöser der Diskussion war eine Szene in der Schlussphase des Bundesligaspiels am Samstag, 10. Oktober. Trainer Carles Martínez nahm seine letzten beiden Wechsel vor und brachte Jonas Hofmann sowie Equi Fernández auf den Platz.

Für Boniface bedeutete diese Entscheidung, dass er erneut nicht eingesetzt werden würde. Der Angreifer kehrte anschließend nicht auf die Ersatzbank zurück, sondern ging vorzeitig in die Kabine. Auch nach Spielende fehlte er bei der gemeinsamen Runde der Mannschaft.

Martínez hatte unmittelbar nach der Partie erklärt, den Vorgang während des Spiels nicht bemerkt zu haben. „Wenn es so war, werden wir mit ihm sprechen“, kündigte der Trainer an.

Dieses Gespräch fand nach Angaben von Rolfes bereits am Sonntagmorgen, 11. Oktober, statt. Damit bestätigte die sportliche Führung, dass die Angelegenheit intern behandelt worden war.

Eine Geldstrafe oder Suspendierung wurde nicht bekanntgegeben. Auch eine weitere Disziplinarmaßnahme war zunächst nicht bestätigt. Rolfes bezeichnete das Thema ausdrücklich als erledigt.

Eine eigene öffentliche Stellungnahme von Boniface oder seinem Umfeld zu dem Kabinengang lag zunächst nicht vor. Ebenso gab es keine bestätigten Angaben darüber, wie der Stürmer selbst das interne Gespräch bewertete.

Vier Bundesligaspiele ohne Einsatz nach nur fünf Minuten zum Auftakt

Die Diskussion fällt in eine sportlich schwierige Phase für Victor Boniface. Der 25 Jahre alte Mittelstürmer steht seit seiner Rückkehr nach Leverkusen wieder im Profikader, bekommt unter Martínez bislang aber kaum Spielzeit.

Seinen einzigen Bundesligaeinsatz der laufenden Saison absolvierte Boniface am 29. August beim Auswärtsspiel gegen die SV Elversberg. Nach Angaben von Bayer 04 stand er dabei fünf Minuten auf dem Platz.

In den anschließenden vier Bundesligapartien gegen Union Berlin, den FC Augsburg, RB Leipzig und Mainz 05 kam er nicht zum Einsatz. Nach fünf Spieltagen stehen somit lediglich eine Einwechslung, fünf Einsatzminuten und kein Tor in seiner Saisonbilanz.

Zum Vergleich: In Leverkusens Meistersaison 2023/24 erzielte Boniface 14 Tore in 23 Bundesligaspielen. In der folgenden Spielzeit 2024/25 gelangen ihm acht Treffer bei 19 Ligaeinsätzen.

Damit liegt seine aktuelle Einsatzzeit deutlich unter der seiner früheren Jahre in Leverkusen. Die geringe Spielpraxis ist für den Angreifer besonders relevant, weil er nach einer längeren Unterbrechung wieder einen festen Platz im Mannschaftsgefüge erreichen möchte.

Nach Werder-Leihe und Knieoperation zurück in Leverkusen

Boniface war am 1. September 2025 für eine Saison an Werder Bremen ausgeliehen worden. Der Mittelstürmer sollte dort regelmäßig spielen und wieder an frühere Leistungen anknüpfen.

Seine Zeit an der Weser verlief allerdings nicht wie erhofft. In der Bundesligasaison 2025/26 absolvierte der Nigerianer elf Spiele für Werder und blieb ohne eigenen Treffer.

Hinzu kamen gesundheitliche Probleme. Im Januar 2026 musste sich Boniface wegen einer Knieverletzung operieren lassen. Werder Bremen teilte damals mit, dass die Leihe trotz der längeren Ausfallzeit bis zum Saisonende bestehen bleibe.

Nach seiner Rehabilitation kehrte der Stürmer im Frühjahr zunächst nach Bremen zurück. Mit dem Ende des Leihgeschäfts zum 30. Juni 2026 gehörte er wieder zum Kader von Bayer Leverkusen.

Bereits am 6. Juli bestätigte Bayer 04, dass Boniface zusammen mit weiteren Profis auf dem Trainingsgelände an der BayArena arbeitete. Damit war seine Rückkehr in die Saisonvorbereitung offiziell dokumentiert.

Im Sommer kam er auch in Testspielen zum Einsatz. Unter anderem erzielte Boniface im August beim Vorbereitungsspiel gegen Newcastle United den entscheidenden Treffer zum 2:1.

Der Stürmer steht in Leverkusen weiterhin unter Vertrag. Nach Angaben des Vereins läuft sein Arbeitspapier bis 2028.

Konkurrenz im Angriff erschwert Bonifaces Situation

Bonifaces geringe Einsatzzeiten stehen auch im Zusammenhang mit der personellen Besetzung des Leverkusener Angriffs.

Bereits bei der Leihe nach Bremen hatte Rolfes im September 2025 auf die Konkurrenz zwischen Patrik Schick, Christian Kofane und Boniface verwiesen. Für die zentrale Angriffsposition standen damit mehrere Mittelstürmer zur Verfügung.

Auch in der laufenden Saison gehört Schick zu den wichtigsten Offensivspielern. Boniface muss sich deshalb im Training für zusätzliche Einsatzminuten empfehlen.

Beim Spiel gegen Mainz bot sich aus seiner Sicht eine weitere Möglichkeit. Christian Kofane stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Dennoch entschied sich Martínez bei seinen letzten Wechseln gegen Boniface und brachte mit Jonas Hofmann einen anderen Offensivspieler.

Zusätzlich ist der Nigerianer für die Ligaphase der Europa League nicht gemeldet. Sein Name fehlt in der offiziellen Spielerliste der UEFA. Damit steht er auch für die Begegnung gegen Lech Posen am Donnerstag, 15. Oktober, nicht zur Verfügung.

Diese Nichtberücksichtigung im europäischen Wettbewerb bestand bereits vor dem Vorfall in Mainz und ist deshalb keine bestätigte Disziplinarmaßnahme.

Rolfes lobt Entwicklung, sportliche Perspektive bleibt offen

Trotz der geringen Spielzeit hat Bayer Leverkusen keine grundsätzliche Trennung von Victor Boniface angekündigt.

Rolfes betonte zuletzt mehrfach, dass sich der Stürmer körperlich verbessert habe und im Trainingsalltag ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sei. Besonders im Vergleich zum Beginn der Sommervorbereitung sehe er Fortschritte.

Gleichzeitig machte der Sport-Geschäftsführer deutlich, dass Boniface weitere Entwicklungsschritte benötige. Ein konkretes Versprechen auf zusätzliche Einsatzminuten gab es nicht.

Auch eine mögliche Veränderung der Kaderplanung wurde im Zusammenhang mit dem Vorfall nicht offiziell angekündigt. Ob Boniface mittelfristig wieder häufiger berücksichtigt wird, hängt damit weiterhin von den sportlichen Entscheidungen des Trainerteams ab.

Die nächste Gelegenheit für einen Bundesligaeinsatz bietet sich am Sonntag, 18. Oktober, beim Heimspiel gegen den SC Freiburg. Ob Martínez den Mittelstürmer dann einsetzt, ist offen.

Fest steht dagegen, dass Bayer Leverkusen die Angelegenheit nach dem vorzeitigen Kabinengang intern geklärt hat. Rolfes verlangt künftig ein anderes Verhalten, hält aber zugleich an seiner positiven Einschätzung von Bonifaces Entwicklung fest.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu