
Ein Brand auf dem Gelände des Industrieparks Gersthofen im Landkreis Augsburg hat am Donnerstagabend einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Wegen einer deutlichen Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung zeitweise gewarnt. Die amtliche Warnung wurde noch vor Mitternacht wieder aufgehoben. Der Brand war nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen kurz nach Mitternacht gelöscht.
Der Brand im Industriepark Gersthofen war gegen 19.30 Uhr bekannt geworden. Einsatzkräfte rückten in den Bereich der Ludwig-Hermann-Straße aus. Nach ersten Angaben brannte auf dem Betriebsgelände ein Bunker. Welche Firma oder welche konkrete Anlage betroffen war, war am Freitagmorgen zunächst nicht offiziell bestätigt.
Die Integrierte Leitstelle Augsburg veröffentlichte um 19.44 Uhr eine Gefahreninformation für Gersthofen. Hintergrund war eine Rauchausbreitung mit deutlich wahrnehmbarem Brandgeruch nach dem Feuer in einem Industriebetrieb. Die Warnung wurde unter anderem über das Modulare Warnsystem und Warn Apps verbreitet.
Die Bevölkerung sollte den betroffenen Bereich meiden sowie Fenster und Türen geschlossen halten. Zudem wurde empfohlen, Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Die Gefahrenstufe wurde als gering angegeben. Um 23.48 Uhr veröffentlichte die Leitstelle die Entwarnung. Die Warnung war damit aufgehoben.
Damit stand noch am Donnerstagabend fest, dass die vorsorglichen Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung nicht länger galten. Behördliche Angaben über eine darüber hinausgehende Gefährdung außerhalb des Industrieparks lagen zunächst nicht vor.
An dem Einsatz waren neben der Werkfeuerwehr des Industrieparks mehrere kommunale Feuerwehren beteiligt. Genannt wurden die Freiwilligen Feuerwehren aus Gersthofen, Neusäß und Rettenbergen. Auch ein Fachberater des Technischen Hilfswerks aus Schwabmünchen war am Einsatzort.
Die starke Rauchentwicklung hatte den Einsatz am Abend weithin sichtbar gemacht. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden. Nach Angaben der Augsburger Allgemeinen war das Feuer kurz nach Mitternacht gelöscht.
Ob Menschen bei dem Brand verletzt wurden, war am frühen Freitagmorgen noch nicht abschließend durch eine aktuelle behördliche Mitteilung geklärt. Auch zum entstandenen Sachschaden lagen zunächst keine gesicherten Zahlen vor.
Der Industriepark an der Ludwig-Hermann-Straße ist ein großer Chemie und Industriestandort nördlich von Augsburg. Betreiber des Standorts ist die MVV Industriepark Gersthofen GmbH. Auf dem Gelände sind mehrere Unternehmen angesiedelt, die eine gemeinsame Infrastruktur nutzen. MVV beschreibt den Standort als Industriepark mit Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der chemischen Produktion und industriellen Versorgung.
Zu den Anlagen am Standort gehört auch ein Ersatzbrennstoff Heizkraftwerk der MVV Industriepark Gersthofen GmbH. Dort werden vorsortierte Siedlungs und Gewerbeabfälle als Ersatzbrennstoff eingesetzt. Bestandteil dieser Anlage ist unter anderem ein EBS Bunker. Sonderabfälle werden nach Angaben des Unternehmens in dem Kraftwerk nicht verbrannt.
Eine belastbare Bestätigung, dass der am Donnerstagabend gemeldete Bunkerbrand genau diese Anlage betraf, lag zunächst nicht vor. Deshalb lässt sich aus der Beschreibung des Einsatzortes allein keine sichere Zuordnung ableiten.
Auch andere Unternehmen betreiben am Standort industrielle Anlagen. Nach Angaben des Landkreises Augsburg befinden sich dort unter anderem Anlagen von CABB sowie weitere genehmigungspflichtige Produktionsbetriebe. Mehrere Firmen des Industrieparks unterliegen aufgrund der dort verwendeten oder gelagerten Stoffe besonderen Sicherheitsvorschriften.
Zur Entstehung des Brandes gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Ebenso war nicht bekannt, welche Materialien in dem betroffenen Bunker brannten und wie groß der Schaden an der Anlage ist.
Eine vorschnelle Verbindung zu bestimmten Chemikalien oder Produktionsprozessen ist deshalb nicht möglich. Bestätigt war zunächst lediglich, dass es auf einem Industriegelände zu einem Bunkerbrand mit erheblicher Rauchentwicklung kam und deshalb ein größerer Feuerwehreinsatz erforderlich war.
Für den Industriepark besteht ein eigenes Sicherheits und Notfallmanagement. Dazu gehört eine Werkfeuerwehr, die rund um die Uhr verfügbar ist. Nach Angaben des Standortbetreibers existieren zudem Alarm und Gefahrenabwehrpläne, die mit dem Landratsamt Augsburg abgestimmt sind. Bei größeren Ereignissen können externe Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen hinzugezogen werden.
Für die Bevölkerung war vor allem die Entwicklung der Rauchwolke relevant. Die amtliche Warnung galt rund vier Stunden. Zwischen der ersten Meldung um 19.44 Uhr und der Entwarnung um 23.48 Uhr sollten Anwohner vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten.
Mit der Aufhebung der Warnung entfielen diese Empfehlungen noch vor Mitternacht. Das eigentliche Einsatzgeschehen dauerte nach dem Bericht über die Löscharbeiten noch etwas länger an.
Offen blieben am Freitagmorgen vor allem die Ursache des Feuers, der genaue Schadensumfang sowie die eindeutige Zuordnung des betroffenen Bunkers zu einem Unternehmen oder einer Anlage. Weitere gesicherte Angaben dazu lagen zunächst nicht vor.






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