
Der Brand am Schemelsberg in Erlenbach hat in der Nacht zum Donnerstag erneut Feuerwehr und Polizei beschäftigt. Gegen 2.04 Uhr wurden am Schemelsberg im Landkreis Heilbronn zwei Brandstellen gemeldet. Betroffen waren ein Reisighaufen sowie Vegetation. Insgesamt brannten nach Angaben der Polizei rund 110 Quadratmeter. Die Ursache war am Donnerstagmorgen noch ungeklärt.
Die beiden Brandflächen waren unterschiedlich groß. Eine umfasste rund zehn Quadratmeter, die andere etwa 100 Quadratmeter. Die Feuerwehr löschte die Feuer. Verletzt wurde nach den bislang vorliegenden Angaben niemand. Zur Höhe eines möglichen Sachschadens gab es zunächst keine gesicherten Angaben.
Die Polizei war bis kurz nach 3 Uhr an der Einsatzstelle. Die Feuerwehr blieb darüber hinaus mit den Löscharbeiten beschäftigt. Wie lange der Einsatz insgesamt dauerte und wie viele Feuerwehrleute und Feuerwehren beteiligt waren, war am frühen Donnerstagmorgen noch nicht offiziell beziffert. Eine belastbare Zahl der eingesetzten Kräfte lag zunächst nicht vor.
Um 3.35 Uhr wurde über das Modulare Warnsystem eine Gefahreninformation für Erlenbach verbreitet. Darin wurde auf einen ausgedehnten Brand oberhalb des Schemelsbergtunnels und die damit verbundene Rauchentwicklung hingewiesen. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Zudem wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Notrufnummern von Feuerwehr und Polizei für tatsächliche Notfälle freizuhalten. Die Gefahrenstufe war als gering eingestuft.
Die Meldung wurde unter anderem über die Warn-App NINA ausgespielt und später wieder aufgehoben. Eine genaue Uhrzeit der Entwarnung war zunächst nicht belastbar dokumentiert. Damit lässt sich auch die exakte Dauer der Warnung derzeit nicht seriös beziffern. Als Warngebiet war Erlenbach im Landkreis Heilbronn angegeben. Eine amtliche Aufschlüsselung nach einzelnen Wohngebieten oder Ortsteilen enthielt die öffentlich verfügbare Meldung nicht.
Der neuerliche Einsatz fällt in eine auffällige Folge früherer Feuer am Schemelsberg. Zwischen dem 29. Juli und dem 12. August musste die Feuerwehr dort nach Polizeiangaben neunmal zur Brandbekämpfung ausrücken. Wegen der Häufigkeit der Fälle schloss die Polizei vorsätzliche Brandstiftung nicht aus und suchte nach Zeugen.
Besonders groß war der erste bekannte Brand dieser Serie am Abend des 29. Juli. Gegen 21.15 Uhr geriet im Gewann Schemelsberg gelagertes Reisig auf einer Fläche von rund zwei Hektar in Brand. Das Feuer griff auf zwei landwirtschaftliche Anhänger über. Wegen der Löscharbeiten musste die nahe A6 zeitweise gesperrt werden. Mehr als 100 Feuerwehrkräfte waren damals im Einsatz. Verletzt wurde niemand, der Schaden wurde auf rund 35.000 Euro geschätzt.
Am 10. August brannten erneut rund 6.000 Quadratmeter Fläche nahe dem Schemelsbergtunnel. Ein benachbarter Kletterpark wurde vorsorglich geräumt. Bis zum 12. August summierte sich die Zahl der Einsätze auf neun.
Die Polizei prüft nun, ob die beiden neuen Feuer mit dieser Serie zusammenhängen. Festgestellt ist ein solcher Zusammenhang bislang nicht. Auch die Ursache der Brände aus der Nacht zum Donnerstag war zunächst ungeklärt. Die Ermittlungen der Polizei zu den vorangegangenen Fällen liefen weiter.
Bei Brandermittlungen werden unter anderem der mögliche Ausgangspunkt eines Feuers, vorhandene Spuren und denkbare technische oder natürliche Ursachen untersucht. Hinzu kommen Zeugenaussagen und gegebenenfalls vorhandene Bildaufnahmen. Erst wenn andere Ursachen ausgeschlossen und entsprechende Spuren gesichert werden können, lässt sich der Verdacht einer vorsätzlichen Brandlegung weiter erhärten.
Eine bundesweite Statistik speziell zu sogenannten Brandserien gibt es nicht. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Brandstiftungsdelikte und das Herbeiführen einer Brandgefahr, nicht jedoch eine einheitliche Kategorie für mehrere räumlich oder zeitlich zusammenhängende Feuer. Deshalb lässt sich nicht belastbar beziffern, wie häufig Brandserien in Deutschland auftreten.
Die Warn-App NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verbreitet amtliche Warnungen aus dem Modularen Warnsystem MoWaS. Kommunale und regionale Leitstellen können darüber bei Gefahrenlagen wie größeren Bränden oder starker Rauchentwicklung Warnmeldungen auslösen. Nutzer können Orte abonnieren oder Warnungen für den aktuellen Standort aktivieren.
Auch KATWARN ist an die Warninfrastruktur angebunden. NINA kann neben direkten MoWaS-Warnungen unter anderem Meldungen aus KATWARN übernehmen. Welche Warnkanäle im konkreten Fall genutzt werden, entscheiden die jeweils zuständigen Behörden. Warn-Apps ergänzen dabei andere Möglichkeiten wie Sirenen, Radio, Fernsehen und Cell Broadcast.
Bei einer behördlichen Warnung vor Brandrauch sollten Anwohner die konkreten Anweisungen der Einsatzkräfte und Warnmeldungen beachten. Zu den üblichen Empfehlungen gehören, Fenster und Türen zu schließen sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Das betroffene Gebiet sollte gemieden und Zufahrtswege für Einsatzkräfte freigehalten werden. Die Notrufnummern 110 und 112 sind für tatsächliche Notfälle freizuhalten.
Brandrauch kann je nach verbranntem Material gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Ob bei einem konkreten Brand eine relevante Schadstoffbelastung vorliegt, lässt sich jedoch nur anhand der Lage und gegebenenfalls durch Messungen der Feuerwehr beurteilen. Für den neuerlichen Brand am Schemelsberg lagen am frühen Donnerstagmorgen keine bestätigten Angaben über erhöhte Schadstoffwerte vor.
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