Nach Wohnhausbrand in Sindelfingen sitzt 93-Jähriger in Haft

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Nach dem Brand in Sindelfingen haben die Ermittlungen eine entscheidende Wendung genommen. Ein 93 Jahre alter Hausbewohner wurde festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Gegen ihn besteht der Verdacht des versuchten Mordes und der schweren Brandstiftung. Das Feuer in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Maichingen war bereits am frühen Mittwochmorgen, 26. August 2026, ausgebrochen. Bewohner der oberen Stockwerke mussten von der Feuerwehr über eine Drehleiter aus dem verrauchten Gebäude gerettet werden.

Anzeige

Brand in der Hölderlinstraße gegen 2.15 Uhr gemeldet

Der Brand in Sindelfingen wurde nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg gegen 2.15 Uhr in der Hölderlinstraße im Stadtteil Maichingen gemeldet. Als Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eintrafen, schlugen bereits offene Flammen aus den oberen Stockwerken des Mehrfamilienhauses. Gleichzeitig brannten vor dem Gebäude zwei Fahrzeuge und ein Baum.

Die Feuerwehr lokalisierte das Feuer nach Polizeiangaben in einer Wohnung und konnte es zügig löschen. Das Treppenhaus war zu diesem Zeitpunkt jedoch vollständig verraucht. Bewohner aus den oberen Etagen konnten deshalb nicht über den normalen Fluchtweg ins Freie gelangen und mussten mit einer Drehleiter gerettet werden. Wie viele Menschen auf diese Weise aus dem Gebäude gebracht wurden, teilten die Behörden bislang nicht mit.

Ein Polizeihubschrauber unterstützte die Einsatzkräfte während des Einsatzes. Beteiligt waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Eine amtlich bestätigte Gesamtzahl der eingesetzten Kräfte wurde bislang nicht veröffentlicht. Lokale Berichte nannten ein Großaufgebot. Eine unabhängig bestätigte genaue Personalstärke lag zunächst nicht vor.

Anzeige

Zwei Wohnungen vorerst nicht bewohnbar

Nach dem Löschen des Feuers stellte sich heraus, dass zwei Wohnungen zunächst nicht mehr bewohnbar waren. Die übrigen Hausbewohner konnten nach Abschluss der unmittelbaren Einsatzmaßnahmen in ihre Wohnungen zurückkehren. Vor dem Gebäude waren zwei Fahrzeuge vom Feuer betroffen. Zudem brannte ein Baum.

Bei den Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben zum Verlauf des Einsatzes. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hatte in seiner ersten Mitteilung erklärt, nach damaligem Erkenntnisstand habe eine Person vermutlich eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Spätere lokale Angaben sprechen von drei leicht verletzten Personen. Eine entsprechende aktualisierte Zahl wurde in der gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag nicht näher ausgeführt. Gesichert ist damit zunächst mindestens eine leichte Verletzung.

Auch die Höhe des Sachschadens war am Donnerstagabend noch offen. Bereits die erste Polizeimeldung enthielt keine Schadenssumme. Auch im aktualisierten Stand wurde noch kein belastbarer Betrag genannt.

Ermittler nehmen 93-jährigen Hausbewohner fest

Schon nach dem Brand nahm die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg Ermittlungen auf. Dabei ergaben sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft konkrete Hinweise auf einen 93 Jahre alten Mann. Er könnte für das Feuer an einem Fahrzeug sowie in seiner Wohnung in dem Mehrfamilienhaus verantwortlich sein.

Noch am Mittwoch fanden Polizeikräfte den Tatverdächtigen unweit des Brandortes in einem Fahrzeug. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Mann bei seiner Festnahme eine Waffe aus seiner Jacke gezogen und auf Polizeibeamte gerichtet haben. Die Beamten überwältigten ihn und nahmen ihn vorläufig fest. Geschossen worden sei dabei nicht.

Diese Angaben sind Bestandteil des laufenden Ermittlungsverfahrens. Ob und in welcher Weise der 93-Jährige tatsächlich für die Brände verantwortlich ist, muss strafrechtlich geklärt werden.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung

Am Donnerstag, 27. August, wurde der Mann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes und wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Der Haftbefehl wurde vollzogen, der 93-Jährige kam in eine Justizvollzugsanstalt.

Damit geht der Fall inzwischen deutlich über die zunächst offene Untersuchung einer möglichen Brandstiftung hinaus. Die strafrechtliche Bewertung beruht jedoch weiterhin auf einem Tatverdacht. Eine Verurteilung liegt nicht vor.

Warum das Feuer gelegt worden sein könnte, ist bislang nicht geklärt. Zu einem möglichen Motiv machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine gesicherten Angaben. Auch die genauen Abläufe der Brandentstehung, insbesondere das Verhältnis zwischen dem brennenden Fahrzeug, dem zweiten betroffenen Auto und dem Feuer im Gebäude, sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Kriminalpolizei setzt Ermittlungen fort

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Zu klären ist unter anderem, wie die Brände konkret entstanden und welche Abläufe sich in der Nacht in der Hölderlinstraße abgespielt haben. Ebenso steht eine abschließende Schadensbilanz aus.

Fest steht bislang, dass eine Wohnung brannte, zwei Wohnungen anschließend nicht bewohnbar waren, zwei Fahrzeuge sowie ein Baum Feuer fingen und Bewohner wegen des verrauchten Treppenhauses über eine Drehleiter gerettet werden mussten. Der 93-jährige Tatverdächtige befindet sich nach der Entscheidung des Haftrichters in Untersuchungshaft.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu