
Eintracht Frankfurt steht kurz vor der Verpflichtung des französischen Innenverteidigers Lilian Brassier von Stade Rennes. Nach übereinstimmenden Berichten vom Freitag sollen sich die beiden Vereine auf einen festen Transfer verständigt haben. FussballTransfers berichtete am 28. August um 18.20 Uhr unter Berufung auf eigene Informationen zuerst von einer Einigung über 8,5 Millionen Euro Ablöse plus mögliche Bonuszahlungen. Foot Mercato folgte um 18.35 Uhr mit derselben Größenordnung, Sky berichtete um 18.49 Uhr ebenfalls von einem Kauf für 8,5 Millionen Euro.
Offiziell bestätigt war der Wechsel am Freitagabend allerdings noch nicht. Weder Eintracht Frankfurt noch Stade Rennes hatten Brassiers Transfer zu diesem Zeitpunkt auf ihren offiziellen Vereinsseiten verkündet. Auch der notwendige Medizincheck sollte nach den Berichten erst am Wochenende erfolgen. FussballTransfers zufolge sei dieser für das Wochenende vorgesehen, Foot Mercato schrieb ebenfalls, Brassier werde dafür in Deutschland erwartet.
Das Frankfurter Interesse an Brassier war schon vor der am Freitag gemeldeten Einigung bekannt geworden. Zuerst hatte Bild über die Bemühungen der Eintracht berichtet. L’Équipe griff die Meldung am 21. August auf und verwies ausdrücklich darauf, dass Bild zuvor über Frankfurts Interesse berichtet habe. Zu diesem Zeitpunkt seien Rennes und Eintracht bereits in Verhandlungen gewesen. L’Équipe bezifferte einen möglichen Transfer damals noch auf etwa zwölf Millionen Euro.
Am 23. August berichtete auch der Hessische Rundfunk, die Eintracht und Brassier hätten sich bereits grundsätzlich geeinigt. Der hr verwies ebenfalls auf Bild als ursprüngliche Quelle und schrieb, die Informationen deckten sich mit eigenen Erkenntnissen. Stade Rennes habe damals rund zehn Millionen Euro gefordert. Eine Einigung zwischen den Vereinen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Am Freitag meldete FussballTransfers dann den Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen den Klubs. Dem Bericht zufolge hätten sich Frankfurt und Rennes auf 8,5 Millionen Euro zuzüglich Boni verständigt. Bild nannte wenig später rund zehn Millionen Euro einschließlich möglicher Bonuszahlungen. Damit liegen die Angaben in einer ähnlichen Größenordnung. Da bislang keine Vereinsbestätigung vorlag, handelt es sich bei diesen Summen weiterhin um Medienangaben.
Nach den Berichten handelt es sich nicht um eine Leihe, sondern um einen festen Transfer. Sky bezeichnete das Geschäft ausdrücklich als Kauf über 8,5 Millionen Euro. FussballTransfers und Foot Mercato berichteten ebenfalls von einer festen Ablöse an Stade Rennes. Über die konkrete Vertragslaufzeit Brassiers bei Eintracht Frankfurt lagen bis Freitagabend dagegen keine verlässlich bestätigten Angaben vor. Eine mehrjährige Bindung wäre bei einem Transfer dieser Größenordnung naheliegend, eine konkrete Laufzeit lässt sich daraus jedoch nicht ableiten und war zunächst weder vom Spieler noch von einem der beiden Vereine bestätigt worden.
Bei Rennes besitzt Brassier derzeit einen Vertrag bis 2029. Das hatte L’Équipe bereits während der ersten Verhandlungen berichtet. Der französische Klub führt den 26-Jährigen weiterhin als Abwehrspieler in seinem Profikader.
Brassier wurde am 2. November 1999 in Argenteuil geboren und ist 26 Jahre alt. Der 1,86 Meter große Linksfuß spielt hauptsächlich als Innenverteidiger. Rennes nennt für ihn in der Ligue-1-Saison 2025/26 insgesamt 27 Einsätze. Davon absolvierte er 25 von Beginn an und zwei als Einwechselspieler. Insgesamt kam er auf 2251 Spielminuten, eine Vorlage und zwei Gelbe Karten.
Seine Laufbahn begann in der Nachwuchsakademie von Stade Rennes. 2019 wurde er zunächst an den französischen Zweitligisten Valenciennes ausgeliehen, für den er nach Vereinsangaben 27 Pflichtspiele bestritt. Es folgten zunächst auf Leihbasis und später dauerhaft mehrere Jahre bei Stade Brest. Dort kam Brassier insgesamt auf 117 Partien und gehörte zur Mannschaft, die 2023/24 überraschend den dritten Platz in der Ligue 1 erreichte und sich für die Champions League qualifizierte.
Im Sommer 2024 wechselte der Verteidiger auf Leihbasis zu Olympique Marseille. Dort bestritt er zwölf Spiele. Im Januar 2025 kehrte er zunächst leihweise zu seinem Ausbildungsverein Rennes zurück. Die Vereinbarung mit Brest enthielt nach Angaben von Stade Rennes eine automatische Kaufoption über vier Jahre. Im Sommer 2025 wurde diese aktiviert.
In Frankfurt wäre Brassier insbesondere für die linke Position in der Innenverteidigung vorgesehen. Dort zeichnet sich gleichzeitig der Abgang von Arthur Theate ab. FussballTransfers berichtete, Brassier solle dessen Kaderplatz übernehmen. Theate wiederum solle auf Leihbasis zum FC Bologna zurückkehren, wobei eine Kaufoption über 15 Millionen Euro vereinbart werden könnte. Auch Bild berichtete über dieses Modell. Ein offizieller Vollzug dieses Wechsels lag zunächst ebenfalls nicht vor.
Theates mögliche Trennung stellt eine deutliche Veränderung gegenüber der bisherigen Planung dar. Eintracht Frankfurt hatte den Belgier erst im Februar 2025 fest von Stade Rennes verpflichtet und mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2029 ausgestattet. Sportvorstand Markus Krösche erklärte damals über Theate: Mit seinem Siegeswillen und seiner professionellen Einstellung ist er auf und neben dem Platz ein wichtiger Spieler für uns.
Inzwischen gehört Theate offenbar nicht mehr zu den Spielern, mit denen Trainer Adi Hütter für die neue Saison plant. Beim 11:0 im DFB-Pokal gegen St. Tönis stand der Innenverteidiger nicht im Frankfurter Aufgebot. Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte Hütter mit Blick auf mehrere nicht berücksichtigte Profis wörtlich: Ich möchte mich auf die Spieler konzentrieren, mit denen ich plane.
Ein neuer Innenverteidiger besitzt für die Frankfurter Kaderplanung damit hohe Bedeutung. Neben Kapitän Robin Koch standen zuletzt vor allem Otávio und Nachwuchsspieler Jeremiaha Maluze als Optionen im Zentrum zur Verfügung. Nnamdi Collins hatte Medienberichten zufolge mit Rückenproblemen zu kämpfen. Gerade bei einem Abgang Theates würde der Kader deshalb einen weiteren erfahrenen Innenverteidiger benötigen.
Brassier bringt dafür umfangreiche Erfahrung aus Frankreich mit. Bild bezifferte seine bisherige Bilanz in der Ligue 1 auf mehr als 160 Einsätze. Der Franzose ist Linksfuß und kann neben seiner angestammten Position im Abwehrzentrum auch auf der linken Seite eingesetzt werden. Bereits während seiner Zeit bei Valenciennes spielte er nach eigener Aussage überwiegend auf der linken Seite einer Dreierabwehr.
Für den Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin dürfte ein Einsatz allerdings zu früh kommen. Sky berichtete am Freitagabend, Brassier sei zunächst auf dem Weg nach Frankfurt. Vor einer Registrierung müssen zudem Medizincheck, Vertragsunterzeichnung und die formale Abwicklung zwischen den Vereinen abgeschlossen werden. Erst danach könnte Eintracht Frankfurt den Wechsel offiziell bekannt geben.
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