Rekordkurs in Bregenz, doch 2027 wird das Programm kleiner

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Bregenzer Festspiele stehen zum Abschluss ihrer 80. Saison vor einem neuen Besucherrekord. Nach der am Freitag vorgelegten Bilanz rechnet das Festival bis zum Ende am Sonntag mit rund 273.000 Gästen. Voraussetzung dafür ist, dass die noch ausstehenden Vorstellungen auf der Seebühne ohne weitere wetterbedingte Absage stattfinden können. Damit würde die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2018 übertroffen, als rund 270.000 Menschen zu den Festspielen kamen.

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Dem außergewöhnlich starken Publikumsinteresse steht eine deutlich angespanntere finanzielle Perspektive gegenüber. Für die Saison 2027 wird das Programm verkleinert. Intendantin Lilli Paasikivi kündigte an, dass im kommenden Jahr kein Schauspiel angeboten wird. Hintergrund sind vor allem die gekürzten öffentlichen Zuschüsse. Bund, Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz hatten ihre Beiträge für 2025 und 2026 jeweils um 30 Prozent reduziert. Für die Festspiele bedeutet das jährlich rund 2,1 Millionen Euro weniger Förderung.

La traviata trägt die Jubiläumssaison

Das Zentrum der Bregenzer Festspiele 2026 bildet Giuseppe Verdis Oper La traviata auf der Seebühne. Das Werk wurde dort in diesem Sommer erstmals gezeigt und erwies sich früh als Publikumsmagnet. Bereits vor Ostern waren sämtliche verfügbaren Vorstellungen ausverkauft.

Nach der vorläufigen Festspielbilanz werden bis Sonntag voraussichtlich 193.468 Menschen die Produktion gesehen haben. In dieser Zahl sind auch die Generalprobe und die Young People’s Night berücksichtigt. Bis zur Bilanz am Freitag hatte es eine wetterbedingte Absage gegeben. Die endgültige Zahl hängt deshalb noch von den letzten beiden Festspielabenden am Samstag und Sonntag ab.

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Auch abseits der Seebühne war die Nachfrage hoch. Insgesamt standen in den rund fünf Festivalwochen etwa 80 Veranstaltungen auf dem Programm. Die drei Vorstellungen von Leoš Janáčeks Oper Die Ausflüge des Herrn Brouček im Festspielhaus erreichten nach Angaben der Veranstalter eine Auslastung von 98 Prozent. Rund 43.000 beziehungsweise nach einer weiteren Festspielangabe etwa 44.000 Menschen nahmen zudem an Führungen und Einführungsvorträgen teil.

Jubiläumsprogramm lockt Tausende zusätzliche Gäste

Zum 80. Geburtstag erweiterten die Festspiele ihr Programm um besondere Veranstaltungen. Besonders stark besucht war der 1. August. Rund 15.000 Menschen kamen nach Angaben der Festspiele an diesem Tag zu den verschiedenen Angeboten und machten ihn damit zum besucherstärksten Tag in der Geschichte des Festivals.

Allein beim gemeinsamen Singalong auf der Seetribüne beteiligten sich 6.548 Menschen. Das Jubiläumsprogramm umfasste darüber hinaus mehrere neue Produktionen und drei Uraufführungen. Für die Leitung der Festspiele war die breite Auslastung auch jenseits des Spiels auf dem See ein wichtiger Teil der Saisonbilanz.

Der mögliche Gesamtwert von rund 273.000 Besuchern ist dennoch noch keine endgültige Rekordzahl. Am Samstag stehen mit La traviata noch Aufführungen am Samstagabend und am Sonntagabend aus. Erst nach dem Saisonende am 23. August steht fest, ob die Bestmarke tatsächlich überschritten wurde.

Förderkürzungen wirken sich 2027 auf den Spielplan aus

Der große Publikumszuspruch löst die finanziellen Probleme des Festivals nicht. Die drei öffentlichen Fördergeber Bund, Land Vorarlberg und Stadt Bregenz hatten ihre gemeinsame Unterstützung im Frühjahr 2025 für die Jahre 2025 und 2026 um 30 Prozent gesenkt. Zuvor belief sich die jährliche Förderung auf knapp sieben Millionen Euro. Die Kürzung entspricht rund 2,1 Millionen Euro pro Jahr.

Für 2027 ist noch nicht abschließend geklärt, in welcher Höhe die Zuschüsse zur Verfügung stehen werden. Kaufmännischer Direktor Michael Diem erklärte bei der Saisonbilanz, dass deshalb eine vorsichtigere Planung notwendig sei.

Eine konkrete Folge steht bereits fest. 2027 wird es bei den Bregenzer Festspielen kein Schauspiel geben. Die Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater, die für 2027 vorgesehen war, wird auf 2028 verschoben. Zugleich endet die bisherige Kooperation mit der Theaterallianz beziehungsweise dem Bregenzer Theater Kosmos mit der Saison 2026. Ob das Schauspiel danach dauerhaft wieder einen festen Platz im Festivalprogramm erhält, ist noch offen.

Oper und Seebühne bleiben die Schwerpunkte

Trotz der Kürzungen hält die Festivalleitung am musikalischen Kernprogramm fest. Auch 2027 soll es ein Opernstudio geben. Zudem wird La traviata auf der Seebühne wieder aufgenommen. Der Vorverkauf dafür startet am Sonntag, 23. August, um 21 Uhr, zeitgleich mit der letzten Vorstellung der laufenden Saison.

Im Festspielhaus steht 2027 Othmar Schoecks Oper Penthesilea nach Heinrich von Kleist auf dem Programm. Weitere Einzelheiten zur kommenden Saison sollen im November vorgestellt werden.

Zusätzlich sind moderate Preissteigerungen vorgesehen. Nach Angaben des kaufmännischen Direktors sollen die Eintrittspreise im Durchschnitt weniger stark steigen als die allgemeine Inflation. Bereits im Frühjahr hatte die Festspielleitung außerdem angekündigt, Personalabgänge teilweise nicht nachzubesetzen und beim zusätzlichen Sommerpersonal zu sparen.

Damit endet die Jubiläumssaison mit einem auffälligen Gegensatz. Die Nachfrage nach den Bregenzer Festspielen ist so hoch wie seit Jahren nicht, gleichzeitig muss das Festival sein Angebot aus finanziellen Gründen verkleinern. Ob die Bregenzer Festspiele 2026 tatsächlich als besucherstärkste Saison ihrer Geschichte abgeschlossen werden, entscheidet sich endgültig erst mit den letzten Vorstellungen am Sonntag.

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