
Die Deutsche Post will das Briefporto zum 1. Januar 2027 deutlich erhöhen. Für einen Standardbrief sollen künftig 1,15 Euro statt bisher 95 Cent fällig werden. Auch Postkarten sowie größere Briefformate werden nach den Plänen des Unternehmens teurer. Die neuen Preise sind allerdings noch nicht endgültig genehmigt. Die Bundesnetzagentur muss zunächst über den zulässigen Erhöhungsspielraum entscheiden.
Mit der geplanten Anpassung würde der Standardbrief innerhalb Deutschlands erstmals mehr als einen Euro kosten. Die Erhöhung von 95 Cent auf 1,15 Euro entspricht einem Anstieg um rund 21 Prozent.
Auch für andere Briefarten hat die Deutsche Post bereits konkrete Preise angekündigt. Ein Kompaktbrief soll künftig 1,25 Euro statt 1,10 Euro kosten. Beim Großbrief ist eine Erhöhung von 1,80 Euro auf 2,35 Euro vorgesehen.
Besonders deutlich fällt die geplante Veränderung beim Maxibrief aus. Hier soll der Preis von 2,90 Euro auf 5 Euro steigen. Gleichzeitig ändern sich allerdings die zulässigen Maße und Gewichte. Der Maxibrief darf künftig bis zu zwei Kilogramm wiegen, seine maximale Höhe sinkt von fünf auf drei Zentimeter.
Postkarten sollen ebenfalls 1,15 Euro kosten. Die Zuschläge für nationale Einschreiben bleiben nach den angekündigten Plänen unverändert.
Die Deutsche Post kann ihre regulierten Briefpreise nicht eigenständig und unbegrenzt erhöhen. Grundlage ist ein Verfahren der Bundesnetzagentur, in dem die Behörde den zulässigen Rahmen für Preisveränderungen bestimmt.
Am 12. Oktober veröffentlichte die Regulierungsbehörde einen Entscheidungsentwurf. Demnach sollen die Preise für Privatkundenbriefe im Durchschnitt um 20,35 Prozent steigen dürfen. Derselbe Erhöhungsspielraum ist für bestimmte Geschäftskundenbriefe vorgesehen.
Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert für mehrere Produkte. Einzelne Briefarten können sich stärker verteuern, wenn die gesamte Preisgestaltung innerhalb des genehmigten Rahmens bleibt.
Die Deutsche Post hatte einen größeren Spielraum verlangt. Die Bundesnetzagentur berücksichtigte bei ihrer vorläufigen Entscheidung jedoch nicht sämtliche geltend gemachten Kostenpositionen.
Bis zum 30. Oktober 2026 können Unternehmen, Wettbewerber, Verbraucherschutzorganisationen und weitere Interessierte Stellung nehmen. Die endgültige Entscheidung über den Erhöhungsspielraum wird im November erwartet. Erst anschließend können die konkreten Preise im vorgesehenen Genehmigungsverfahren bestätigt werden.
Ein wesentlicher Grund für das steigende Porto ist die rückläufige Zahl verschickter Briefe. Während 2005 in Deutschland noch rund 16,9 Milliarden Briefsendungen befördert wurden, waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden.
Immer mehr Kommunikation erfolgt digital. Gleichzeitig muss die Deutsche Post weiterhin ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen, Filialen und Zustellstrukturen unterhalten. Dadurch verteilen sich erhebliche Infrastrukturkosten auf weniger Sendungen.
Zusätzlich verweist das Unternehmen auf gestiegene Personal-, Energie- und Sachkosten. Auch Investitionen in die Modernisierung des Postnetzes nennt die Deutsche Post als wirtschaftliche Belastung.
Nach Angaben des Unternehmens würde der geplante Preis für den Standardbrief weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt liegen, den die Post mit 1,52 Euro beziffert.
Die geplanten Änderungen betreffen nicht nur Briefe innerhalb Deutschlands. Für einen internationalen Standardbrief sollen ab Januar 2027 statt 1,25 Euro künftig 1,45 Euro fällig werden.
Zugleich will die Deutsche Post ihre Versandangebote verändern. Im internationalen Briefverkehr ist ein neuer Midibrief für Dokumente bis 500 Gramm vorgesehen. Das bisherige internationale Maxibriefformat soll entfallen.
Beim nationalen Versand sollen Großbriefe künftig bis zu einem Kilogramm wiegen dürfen. Für Warensendungen ist ebenfalls eine Preisanpassung geplant. Das Basisporto soll von 2,70 Euro auf 3,10 Euro steigen.
Auch die Paketpreise für Privatkunden könnten angehoben werden. Die Bundesnetzagentur sieht hierfür einen durchschnittlichen Erhöhungsspielraum von 10,72 Prozent vor. Konkrete neue Privatkundenpreise für Pakete hatte die Deutsche Post zunächst noch nicht bekannt gegeben.
Das Briefporto 2027 soll nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens für zwei Jahre festgelegt werden. Vorgesehen ist ein Geltungszeitraum vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2028.
Bis dahin gelten die bisherigen Portopreise weiter. Ob die Bundesnetzagentur sämtliche angekündigten Erhöhungen in der vorgesehenen Form genehmigt, ist noch offen.
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