
Volkswagen ruft Elektroautos zurück, weil bestimmte Hochvoltbatterien überhitzen können. Weltweit sind 72.668 Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern betroffen, darunter 9.881 in Deutschland. Neben mehreren Modellen der ID.-Baureihe gehört auch der Cupra Born zu den betroffenen Fahrzeugen. Halter müssen vorerst besondere Vorgaben beim Laden beachten.
Die Rückrufaktionen sind seit dem 19. Oktober 2026 beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert. Hintergrund sind Abweichungen bei der Herstellung einzelner Batteriezellen. Im ungünstigsten Fall können diese zu einer Überhitzung und einem Fahrzeugbrand führen.
Der Rückruf betrifft Fahrzeuge der Modelle VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie den Cupra Born. Entscheidend sind die jeweiligen Produktionszeiträume und die verbauten Hochvoltbatterien.
Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind drei Rückrufaktionen registriert. Unter der Referenznummer 17137R führt die Behörde 62.927 Volkswagen-Fahrzeuge weltweit, davon 7.112 in Deutschland. Der dazugehörige Herstellercode lautet 93MF. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 13. Juli 2022 bis zum 6. Juni 2025.
Eine weitere Volkswagen-Aktion mit der KBA-Nummer 17101R und dem Herstellercode 93MV umfasst weltweit 5.050 Fahrzeuge. Davon entfallen 1.538 auf Deutschland. Der angegebene Produktionszeitraum reicht vom 18. September 2023 bis zum 27. Juni 2025.
Hinzu kommt der Cupra Born. Bei dieser Modellreihe sind weltweit 4.691 Fahrzeuge betroffen, darunter 1.231 in Deutschland. Die Aktion trägt die KBA-Referenznummer 17103R und den Herstellercode 93W4. Sie betrifft bestimmte Fahrzeuge aus der Produktion von September 2022 bis Mai 2024.
Nicht jedes Elektroauto dieser Modellreihen muss deshalb in die Werkstatt. Ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, hängt unter anderem von der verbauten Batterie ab.
Auslöser des Rückrufs sind Produktionsabweichungen bei einzelnen Hochvoltbatteriezellen. Nach Angaben von Volkswagen wurden die Probleme bei internen Qualitätskontrollen festgestellt. Der Konzern führt sie auf Fertigungsfehler bei Zulieferern zurück.
Die betroffenen Zellen entsprechen teilweise nicht den vorgesehenen technischen Anforderungen. Besonders bei einem hohen Ladezustand kann dadurch eine stärkere Wärmeentwicklung auftreten. Im Extremfall ist ein Batteriebrand möglich.
Volkswagen hat auf seiner britischen Informationsseite zu den Rückrufaktionen einzelne Fälle mit Sachschäden bestätigt. Bestätigte Personenschäden seien dem Unternehmen nicht bekannt. Die deutschen KBA-Einträge führten zunächst keine bekannten Sach- oder Personenschäden auf. Angaben zur genauen Anzahl und zum Ort der von Volkswagen bestätigten Sachschäden liegen nicht vor.
Für betroffene Fahrzeuge gilt zunächst eine klare Einschränkung: Die Hochvoltbatterie darf nur noch bis maximal 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden.
Volkswagen setzt diese Begrenzung bei technisch geeigneten Fahrzeugen teilweise automatisch über die Fahrzeugsoftware um. Wo eine solche Einstellung noch nicht erfolgt ist, müssen Halter die Ladegrenze selbst aktivieren. Dazu kann der sogenannte Battery Care Mode im Fahrzeug oder in der Volkswagen-App verwendet werden.
Nach Angaben des ADAC sollen betroffene Fahrzeuge außerdem nur im Freien geladen werden. Weitere Sicherheitshinweise und mögliche Warnaufkleber müssen entsprechend den Rückrufunterlagen beachtet werden.
Die vorübergehende Begrenzung kann die nutzbare Reichweite im Alltag reduzieren. Nach Angaben des Herstellers dürfen betroffene Fahrzeuge grundsätzlich weitergenutzt werden, sofern die geltenden Sicherheitsvorgaben eingehalten werden.
Volkswagen und Cupra informieren die Halter betroffener Fahrzeuge im Rahmen der Rückrufaktionen schriftlich. Die Benachrichtigungen enthalten Angaben zum weiteren Ablauf und zu erforderlichen Maßnahmen.
Wer nicht auf eine Mitteilung warten möchte, kann sich bereits jetzt an eine Vertragswerkstatt oder den Kundendienst wenden. Mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer lässt sich überprüfen, ob das betreffende Auto einer Rückrufaktion zugeordnet ist. Eine erste Orientierung bietet auch die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes.
In den Werkstätten sollen die Hochvoltbatterien kontrolliert werden. Je nach Rückrufaktion und Prüfergebnis kommen Softwaremaßnahmen oder der Austausch einzelner Batteriemodule infrage. Beim Cupra Born ist gegebenenfalls auch ein Austausch der vollständigen Hochvoltbatterie vorgesehen.
Die notwendigen Rückrufarbeiten sollen für die betroffenen Fahrzeughalter kostenlos durchgeführt werden. Wann die vorübergehenden Ladebeschränkungen bei sämtlichen Fahrzeugen wieder aufgehoben werden können, steht noch nicht fest.
Für Volkswagen ist es nicht die erste größere Rückrufaktion wegen Problemen mit Elektroauto-Batterien in diesem Jahr.
Bereits im März 2026 mussten Volkswagen und Cupra weltweit mehr als 90.000 Elektroautos wegen möglicher Batterieprobleme zurückrufen. Rund 28.000 Fahrzeuge waren damals in Deutschland betroffen.
Ende September folgte zudem ein deutlich umfangreicherer Rückruf wegen einer möglicherweise korrosionsanfälligen Schraubverbindung an der Lenkung. Diese Maßnahme betraf weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge verschiedener Konzernmarken.
Die aktuelle Batterieaktion ist davon unabhängig. Für betroffene Besitzer steht zunächst die Einhaltung der Ladebegrenzung und anschließend die technische Überprüfung ihres Fahrzeugs im Mittelpunkt.
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