Grafing trauert um Bürgermeister Christian Bauer

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Symbolfoto

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Grafings Bürgermeister Christian Bauer ist tot. Der CSU-Politiker starb am Dienstag, 29. September 2026, im Alter von 57 Jahren, nachdem er während einer Sitzung im Rathaus zusammengebrochen war. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Bauer hatte erst wenige Monate zuvor seine zweite Amtszeit als Erster Bürgermeister begonnen.

Der Tod des Kommunalpolitikers hat damit auch unmittelbare Folgen für die Führung der oberbayerischen Stadt im Landkreis Ebersberg. Bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters greifen die vorgesehenen Vertretungsregelungen. Nach bayerischem Kommunalwahlrecht muss wegen des vorzeitigen Endes von Bauers Amtszeit eine neue Bürgermeisterwahl stattfinden.

Christian Bauer bricht während Ausschusssitzung zusammen

Der Bau-, Umwelt- und Werkausschuss der Stadt Grafing war für Dienstag um 17 Uhr im Rathaus angesetzt. Während der Sitzung brach Christian Bauer zusammen. Trotz der eingeleiteten Hilfe konnte sein Leben nicht gerettet werden. Die genauen medizinischen Hintergründe des Zusammenbruchs waren zunächst nicht bekannt.

Gesicherte Angaben zu einer konkreten Todesursache lagen am Mittwochmorgen nicht vor. Fest steht, dass Bauer noch am Dienstagabend starb.

Der Bürgermeister Grafing betreffende Todesfall kommt nur wenige Monate nach der Kommunalwahl. Bauer war am 8. März 2026 deutlich im Amt bestätigt worden. Nach dem endgültigen Ergebnis der bayerischen Kommunalwahl erhielt er 4.467 Stimmen und damit 60,8 Prozent der gültigen Stimmen. Sein SPD-Herausforderer Christian Kerschner erreichte 30,6 Prozent, Walter Schmidtke von der Bayernpartei 8,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,4 Prozent.

Erst im März deutlich im Amt bestätigt

Christian Bauer hatte das Bürgermeisteramt in Grafing erstmals 2020 übernommen. Bei der damaligen Stichwahl setzte er sich mit 54 Prozent der Stimmen durch. Seine zweite Amtszeit begann nach der Kommunalwahl 2026. Sie wäre regulär über mehrere weitere Jahre gelaufen.

Bauer verfügte bereits vor seiner Wahl zum Bürgermeister über jahrzehntelange Erfahrung in der Grafinger Stadtverwaltung. Nach Angaben der Stadt wurde er 1969 geboren und wuchs in Freilassing auf. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Diplomverwaltungswirt bei der Regierung von Oberbayern. Von 1992 bis 1997 arbeitete er im Landratsamt Fürstenfeldbruck.

1997 wechselte Bauer nach Grafing. Dort war er bis 2020 insgesamt 23 Jahre lang als Stadtkämmerer für die kommunalen Finanzen verantwortlich. Am 1. Mai 2020 trat er anschließend das Amt des Ersten Bürgermeisters an.

Stellvertreter übernehmen Aufgaben im Rathaus

Für die Stadtverwaltung besteht eine festgelegte Vertretungsreihenfolge. Zweiter Bürgermeister von Grafing ist Christian Einhellig, Dritter Bürgermeister Josef Biesenberger. Beide waren nach der Kommunalwahl 2026 als weitere Bürgermeister der Stadt bestimmt worden. Die Bayerische Gemeindeordnung sieht vor, dass die weiteren Bürgermeister den Ersten Bürgermeister in ihrer festgelegten Reihenfolge vertreten.

Damit kann die kommunale Verwaltung trotz der plötzlich entstandenen Vakanz weitergeführt werden. Die dauerhafte Besetzung des Amtes erfolgt allerdings nicht durch eine automatische Nachfolge des Zweiten Bürgermeisters. Der Erste Bürgermeister wird in Bayern von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt.

Grafing muss neuen Ersten Bürgermeister wählen

Nach dem bayerischen Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz wird eine Neuwahl erforderlich, wenn das Beamtenverhältnis eines berufsmäßigen Ersten Bürgermeisters während der laufenden Wahlperiode endet und noch eine entsprechend lange Amtszeit verbleibt. Das trifft auf Grafing zu, weil Bauer seine neue Amtsperiode erst 2026 begonnen hatte.

Das Gesetz sieht für einen solchen Fall grundsätzlich vor, dass die Wahl innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der Amtszeit abgehalten werden soll. Den konkreten Wahltermin setzt die zuständige Rechtsaufsichtsbehörde fest. Ein Termin für die Bürgermeisterwahl in Grafing war am Mittwochmorgen noch nicht bekanntgegeben worden.

Für die Stadt bedeutet Bauers Tod damit nicht nur den Verlust ihres langjährigen Verwaltungsfachmanns und Bürgermeisters. Nur rund sieben Monate nach der regulären Kommunalwahl müssen die Grafinger erneut über die Spitze ihres Rathauses entscheiden.

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