BVB denkt offenbar weiter an Reguła: Ryerson verschärft Kaderfrage

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Bei Borussia Dortmund rückt die Besetzung der rechten Außenbahn erneut in den Fokus. Julian Ryerson musste innerhalb weniger Tage zweimal bei der norwegischen Nationalmannschaft vorzeitig vom Platz. Gleichzeitig wird der BVB erneut mit Marcel Reguła von Zagłębie Lubin in Verbindung gebracht. Der 19-Jährige stand bereits am Ende des Sommer-Transferfensters unmittelbar vor einem Wechsel nach Dortmund. Ein neuer Anlauf im Winter wäre deshalb grundsätzlich denkbar. Dass Borussia Dortmund aktuell bereits einen Transfer für Januar ausgehandelt oder beschlossen hat, ist allerdings nicht bestätigt.

Der aktuelle BVB Winter-Transfer um Reguła beruht bislang vor allem auf Informationen aus Polen, die bis in den August und September zurückreichen. RUHR24 griff das Thema am 1. Oktober erneut auf. Auch Fussballdaten beschäftigte sich Anfang Oktober mit einem möglichen Winterwechsel. Eine neue offizielle Stellungnahme des BVB zu Reguła gab es zunächst nicht.

Meczyki.pl meldete das BVB-Interesse zuerst konkret

Die konkrete Spur zu Borussia Dortmund lässt sich bis zum polnischen Portal Meczyki.pl zurückverfolgen. Chefredakteur Tomasz Włodarczyk berichtete dort bereits am 3. August, dass Dortmund Reguła seit längerer Zeit beobachte. BVB-Scoutingchef Bastian Schulz habe den damals 19 Jahre alten Offensivspieler beim Ligaspiel von Zagłębie Lubin gegen Legia Warschau persönlich angesehen.

Am 31. August wurde die Angelegenheit deutlich konkreter. Meczyki.pl meldete um 18.33 Uhr, Zagłębie Lubin und Borussia Dortmund hätten sich über einen Transfer verständigt und auch Reguła habe den Bedingungen eines Wechsels zugestimmt. Die endgültige Entscheidung habe zu diesem Zeitpunkt noch beim BVB gelegen.

Am Morgen des 1. September berichtete Meczyki.pl schließlich, dass Dortmund den Transfer nicht abschließen werde. Der Bundesligist entschied sich stattdessen für eine Leihe von Ethan Nwaneri vom FC Arsenal.

In Polen griffen anschließend unter anderem TVP Sport, Kanał Sportowy, Weszło und PiłkaNożna.pl den Fall auf. In Deutschland wurde die Personalie ebenfalls weiterverbreitet. Die Anfang Oktober erschienenen Beiträge von RUHR24 und Fussballdaten knüpfen im Kern an diese Vorgeschichte an.

Reguła sollte für mindestens sieben Millionen Euro kommen

Nach Angaben von Meczyki.pl war für den gescheiterten Transfer zunächst eine feste Ablöse von fünf Millionen Euro vorgesehen. Weitere zwei Millionen Euro hätten über Bonuszahlungen hinzukommen können. Zagłębie sollte zudem mit zehn Prozent an einem späteren Weiterverkauf beteiligt werden.

Später berichtete Włodarczyk über weitere Details der Verhandlungen. Demnach habe Zagłębie die finanziellen Forderungen kurzfristig auf 5,5 Millionen Euro Grundablöse plus 2,5 Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen erhöht. Dortmund habe darauf irritiert reagiert. Parallel habe sich für den BVB die Möglichkeit ergeben, Nwaneri von Arsenal auszuleihen.

Der damalige Zagłębie-Präsident Paweł Jeż stellte den Ablauf wenige Tage später etwas anders dar. Er erklärte bei CANAL+ Sport, Dortmund plane weiterhin mit Reguła und ein Wechsel könne im Winter oder im folgenden Sommer erneut Thema werden. Am Morgen des Deadline Day sei Reguła bereits auf die Reise nach Dortmund vorbereitet gewesen, bevor der BVB die Einigung über die Nwaneri-Leihe erzielt habe.

Eine verbindliche Vereinbarung für Januar lässt sich daraus nicht ableiten. Auch neue Verhandlungen zwischen Dortmund und Zagłębie sind bislang nicht von beiden Vereinen bestätigt worden.

Vertrag von Marcel Reguła läuft bis 2028

Reguła wurde am 26. Oktober 2006 geboren und ist aktuell 19 Jahre alt. Sein Stammverein Zagłębie Lubin verlängerte seinen Vertrag bereits im Dezember 2024 bis zum 30. Juni 2028. Der Klub bezeichnet Reguła als Flügelspieler. Andere Statistikdienste führen ihn vor allem im offensiven Mittelfeld beziehungsweise auf der rechten offensiven Seite.

In der polnischen Ekstraklasa kam Reguła in der Saison 2025/26 laut FBref in 31 Ligaspielen zum Einsatz, davon 28-mal von Beginn an. Dabei erzielte er fünf Tore und bereitete drei weitere vor. Wettbewerbsübergreifend wurden für ihn 32 Einsätze und sieben Treffer ausgewiesen.

Reguła stammt aus dem Nachwuchs von Zagłębie und durchlief dort die Jugendmannschaften sowie die zweite Mannschaft, bevor er sich im Profikader etablierte. Ein klassischer Rechtsverteidiger ist er nicht.

Ryerson muss gegen Wales nach 16 Minuten raus

Bei Julian Ryerson hat sich die Lage während der Länderspielpause verschärft. Der 28-Jährige war bereits am 27. September beim 1:2 Norwegens gegen Portugal in der 66. Minute ausgewechselt worden. Während des Lehrgangs hatte der Dortmunder nach norwegischen Berichten mit Beschwerden an den Rippen zu kämpfen. Dennoch stand er am 1. Oktober gegen Wales wieder in der Startelf.

Dieses Comeback dauerte nur wenige Minuten. Ryerson musste bereits in der 16. Minute ausgewechselt werden. Eine offizielle Diagnose von Borussia Dortmund und eine vom Verein genannte Ausfalldauer lagen am Freitagmorgen zunächst nicht vor. Damit war auch nicht gesichert, ob die frühe Auswechslung unmittelbar mit den vorherigen Rippenbeschwerden zusammenhing.

Für den BVB wäre ein längerer Ausfall sportlich relevant. Ryerson stand in dieser Saison bis zur Länderspielpause in allen sieben Dortmunder Pflichtspielen in der Startelf. Bereits in der vergangenen Bundesliga-Saison war er auf der rechten Seite einer der wichtigsten Dortmunder Spieler und lieferte 15 Torvorlagen.

BVB ist auf den Außenpositionen dünn besetzt

Die geringe personelle Tiefe ist beim BVB kein neues Thema. Yan Couto wurde im Sommer an Como abgegeben. Ein Transfer von Héctor Fort kam ebenfalls nicht zustande. Damit ist Ryerson der einzige etatmäßige Rechtsverteidiger im Profikader, während Daniel Svensson die linke Seite abdeckt.

Sportdirektor Ole Book hatte die Situation bereits Mitte September bei den Ruhr Nachrichten eingeräumt: „Wir sind gerade auch in der Breite nicht übermäßig besetzt, das mit Sicherheit.“ Einen Wintertransfer schloss Book grundsätzlich nicht aus, verwies aber auch darauf, dass dafür möglicherweise zunächst ein Spieler abgegeben werden müsste.

Trainer Niko Kovac hatte für einen möglichen Ryerson-Ausfall interne Lösungen angedeutet. „Sollte es zu einem Ausfall kommen, habe ich schon ein, zwei Ideen im Kopf“, sagte Kovac Anfang September. Als mögliche Alternativen gelten Maximilian Beier und Daniel Svensson.

Reguła wäre kein direkter Ryerson-Ersatz

Die Personalien Ryerson und Reguła hängen deshalb nur indirekt zusammen. Reguła könnte zwar auf der rechten Seite eingesetzt werden und zusätzliche Breite in den Kader bringen. Seine bisherige Rolle bei Zagłębie liegt aber deutlich offensiver als die von Ryerson. Der Pole wäre nach seinem bisherigen Profil eher eine Investition in die Offensive und in die langfristige Kaderentwicklung als ein klassischer Ersatz für einen verletzten Rechtsverteidiger.

Dass Dortmund Reguła grundsätzlich interessant findet, ist deutlich besser belegt als ein konkret bevorstehender Wintertransfer. Das ursprüngliche BVB-Interesse, die weit fortgeschrittenen Gespräche am Deadline Day und die spätere Aussage von Paweł Jeż sprechen dafür, dass die Personalie nicht vollständig vom Tisch ist.

Für einen bereits eingeleiteten Wechsel im Januar gab es am 2. Oktober jedoch keine Bestätigung von Borussia Dortmund oder Zagłębie Lubin. Auch eine neue Ablösevereinbarung wurde nicht bekannt. Die Anfang Oktober wieder aufgekommene Transfergeschichte bleibt damit vorerst ein unbestätigtes Gerücht mit einer ungewöhnlich konkreten Vorgeschichte.

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