
Jules Koundé und der FC Bayern München werden erneut miteinander in Verbindung gebracht. Nach einem Bericht der katalanischen Zeitung SPORT soll der deutsche Rekordmeister die Situation des 27 Jahre alten Verteidigers beim FC Barcelona beobachten und einen möglichen Vorstoß im Winter erwägen. Bestätigt ist ein Transferinteresse allerdings weder vom FC Bayern noch vom FC Barcelona. Auch Hinweise auf konkrete Gespräche, ein Angebot oder Verhandlungen mit Koundé lagen zunächst nicht vor.
Damit bleibt ein möglicher Wechsel von Koundé zum FC Bayern vorerst ein Transfergerücht. Belastbar sind dagegen die vertragliche Situation des französischen Nationalspielers, seine sportliche Rolle in Barcelona und die Tatsache, dass sein Name bereits seit Monaten mit mehreren europäischen Spitzenklubs verbunden wird.
Die aktuelle Runde des Gerüchts führt zum katalanischen Sportblatt SPORT. Bereits am 28. September fasste 90min eine Meldung zusammen, wonach Koundé beim FC Bayern und mehreren Premier-League-Klubs im Blickfeld stehen solle. Als Quelle nannte das Portal ausdrücklich SPORT. Einen Tag später verbreitete SPORT selbst einen Beitrag des Journalisten Lluís Miguelsanz mit der Aussage, Bayern beobachte Koundé für den Januar, falls zuvor ein Innenverteidiger verkauft werde.
Am 29. September griffen unter anderem Foot Mercato, Goal, Maxifoot und weitere Portale die Geschichte auf. sport.de veröffentlichte am selben Abend ebenfalls einen Bericht und berief sich auf SPORT sowie den Transferjournalisten Ekrem Konur.
SPORT zufolge könnte eine Verpflichtung davon abhängen, dass Bayern zuvor einen Verteidiger abgibt. In mehreren Weiterverbreitungen wird dabei Minjae Kim genannt. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass Bayern den Südkoreaner im Januar verkaufen will oder bereits einen Preis festgelegt hat, gibt es bislang nicht.
Bei der angeblichen Ablöse zeigt sich besonders deutlich, wie unsicher die Geschichte derzeit ist. sport.de schrieb unter Berufung auf El Nacional von 50 Millionen Euro. Andere Berichte, die ebenfalls auf El Nacional zurückgeführt werden, nennen dagegen 75 Millionen Euro beziehungsweise ein Modell mit 60 Millionen Euro Sockelablöse und bis zu 15 Millionen Euro an zusätzlichen Zahlungen.
Eine offiziell vom FC Barcelona genannte Ablösesumme ist nicht bekannt. Auch ein konkretes Bayern-Angebot ist bislang nicht belegt.
Koundés Vertrag ist dagegen eindeutig dokumentiert. Der FC Barcelona bestätigte im August 2025 zunächst die Einigung über eine Verlängerung und anschließend die Vertragsunterzeichnung bis zum 30. Juni 2030.
Jules Koundé wurde am 12. November 1998 in Paris geboren und ist derzeit 27 Jahre alt. Der französische Nationalspieler wird bei Barcelona vor allem als Rechtsverteidiger eingesetzt, ist aber ursprünglich Innenverteidiger und kann beide Positionen spielen. Der FC Barcelona beschreibt diese Vielseitigkeit auch in seinem offiziellen Spielerprofil.
Vor seiner Zeit in Spanien spielte Koundé im Nachwuchs und bei den Profis von Girondins Bordeaux. 2019 wechselte er zum FC Sevilla und gewann dort 2020 die Europa League. Im Sommer 2022 schloss er sich dem FC Barcelona an.
In der Saison 2025/26 kam Koundé laut offizieller Statistik des FC Barcelona in 47 Pflichtspielen zum Einsatz. Dabei erzielte er drei Tore und bereitete vier weitere Treffer vor. Barcelona gewann in dieser Saison die spanische Meisterschaft und den Supercup.
Koundés Rolle hat sich zum Beginn der Saison 2026/27 verändert. Eric Garcia erhielt auf der rechten Abwehrseite verstärkt Einsatzzeit. Koundé saß zwischenzeitlich mehrfach auf der Bank. Bereits Anfang September äußerte sich Trainer Hansi Flick zu seiner Situation.
Flick sagte über Koundé: „Es ist eine Herausforderung für ihn.“ Zugleich bezeichnete er ihn als „unglaublichen Profi“ und erklärte, der Franzose könne auf mehreren Positionen eine sehr gute Option sein. Zudem arbeite Koundé hart daran, wieder sein bestes Niveau zu erreichen.
Diese Aussagen sprechen nicht dafür, dass Flick den Verteidiger öffentlich abgeschrieben hätte. Berichte, wonach der Trainer einem Verkauf bereits endgültig zugestimmt habe oder Koundé nicht mehr einplane, stammen bislang aus nicht offiziell bestätigten Transferdarstellungen.
Auch Koundé selbst hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu seiner Zukunft bekannt. Bei der Vertragsverlängerung 2025 erklärte er, er fühle sich bei Barcelona wohl. Im Sommer 2026 wurde er zudem mit der Aussage zitiert, er sei bei Barça und hoffe, dort zu bleiben.
Zusätzliche Dynamik erhielt das Gerücht durch Berichte über Interesse aus der Premier League. Transferjournalist Ekrem Konur brachte Ende September insbesondere den FC Chelsea und den FC Liverpool ins Spiel. sport.de griff diese Darstellung am 1. Oktober auf.
Andere Berichte nennen darüber hinaus Manchester United, Manchester City und Arsenal. Diese Angaben sind ebenfalls nicht von den genannten Vereinen bestätigt. Dass Koundé grundsätzlich auf dem internationalen Transfermarkt Aufmerksamkeit erhält, ist allerdings plausibel. Manchester City hatte sich bereits 2025 nach ihm erkundigt. Barcelonas Sportdirektor Deco bestätigte damals gegenüber Mundo Deportivo, dass City wegen des Verteidigers angefragt habe. Zu einem Wechsel kam es nicht.
Aus sportlicher Sicht würde Koundés Profil mehrere Positionen im Münchner Kader abdecken. Trainer Vincent Kompany verfügt auf der rechten Abwehrseite unter anderem über Konrad Laimer und Josip Stanišić. In der Innenverteidigung gehören Minjae Kim und Hiroki Ito zu den Optionen. SPORT stellt einen möglichen Koundé-Transfer insbesondere in Zusammenhang mit einem vorherigen Abgang in der Defensive.
Dass der FC Bayern tatsächlich für Januar mit Koundé plant, ist damit jedoch nicht bestätigt. Weder Sportvorstand Max Eberl noch Sportdirektor Christoph Freund oder Trainer Vincent Kompany haben sich öffentlich zu einem konkreten Interesse an dem Franzosen geäußert. Der FC Bayern führt Minjae Kim weiterhin im Kader und berichtete zuletzt auch über dessen Abstellung zur südkoreanischen Nationalmannschaft.
Der aktuelle Stand bleibt deshalb eindeutig: SPORT hat Koundé erneut mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, zahlreiche Portale haben die Meldung anschließend aufgegriffen. Ein konkretes Angebot, bestätigte Gespräche oder eine feststehende Ablösesumme gibt es bislang nicht. Wegen der langen Vertragslaufzeit bis 2030 hätte der FC Barcelona zudem eine starke Verhandlungsposition, falls aus dem Gerücht tatsächlich ein Transferfall werden sollte.






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