
Borussia Dortmund hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen. Der börsennotierte Fußball-Bundesligist weist für den Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 einen Konzernjahresfehlbetrag von 21,718 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Gewinn von 6,497 Millionen Euro gestanden. Gleichzeitig gingen die Konzernumsatzerlöse von 526,019 auf 460,467 Millionen Euro zurück. Die endgültigen Zahlen stehen im am 28. September veröffentlichten Jahresfinanzbericht der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.
Der größte Rückgang entfiel auf die TV-Vermarktung. Die Erlöse aus diesem Bereich sanken von 227,200 Millionen Euro auf 168,440 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 58,760 Millionen Euro. Borussia Dortmund führt den Rückgang vor allem darauf zurück, dass die Mannschaft in der Champions League früher ausschied als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Hinzu kamen stichtagsbedingt geringere Einnahmen aus der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025.
Auch andere Erlösbereiche gingen zurück. Der Spielbetrieb brachte 50,312 Millionen Euro nach 55,221 Millionen Euro im Vorjahr ein. Im Merchandising sank der Umsatz von 40,033 auf 38,691 Millionen Euro. Conference, Catering und sonstige Erlöse gingen von 50,008 auf 45,145 Millionen Euro zurück. Gegen den Trend entwickelte sich die Werbung. Hier stiegen die Erlöse von 153,557 auf 157,880 Millionen Euro.
Vor Ertragsteuern stand ein Minus von 20,339 Millionen Euro, nachdem im Geschäftsjahr 2024/25 noch ein Plus von 9,537 Millionen Euro erreicht worden war. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, sank von 115,853 auf 92,166 Millionen Euro. Das EBIT verschlechterte sich von plus 10,506 Millionen Euro auf minus 19,230 Millionen Euro.
Das Transfergeschäft lieferte dem BVB dagegen einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag als im Vorjahr. Die Brutto-Transferentgelte stiegen von 63,625 auf 76,763 Millionen Euro. Nach Transferkosten sowie der Berücksichtigung von Restbuchwerten und sonstigen Ausbuchungen erreichte das Ergebnis aus Transfergeschäften 59,289 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 37,842 Millionen Euro gewesen.
Der höhere Transferbeitrag reichte allerdings nicht aus, um den Rückgang der übrigen Erlöse auszugleichen. Gleichzeitig erhöhten sich die Abschreibungen von 105,347 auf 111,396 Millionen Euro. Positiv wirkte sich dagegen aus, dass die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 162,311 auf 145,361 Millionen Euro sanken.
Auch beim größten Kostenblock gab es eine Entlastung. Der Personalaufwand ging um 8,415 Millionen Euro von 268,296 auf 259,881 Millionen Euro zurück. Damit wurden die Personalkosten trotz des weiterhin hohen sportlichen und wirtschaftlichen Aufwands reduziert.
Zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2026 verfügte der Konzern über Eigenkapital von 298,749 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 326,327 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote sank damit von 53,0 auf 51,5 Prozent. Die Bilanzsumme verringerte sich von 615,650 auf 579,964 Millionen Euro.
Gleichzeitig gingen die Gesamtschulden von 289,324 auf 281,215 Millionen Euro zurück. Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zusammen auf 28,489 Millionen Euro, nach 34,173 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Borussia Dortmund hatte den bestehenden Kontokorrentrahmen von 75 Millionen Euro zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.
Für den Spielerkader weist die Bilanz Zugänge bei den Spielerwerten von 82,238 Millionen Euro aus. Im Geschäftsbericht bezeichnet Borussia Dortmund das Transfergeschäft weiterhin als einen wesentlichen Bestandteil des Geschäftsmodells. Zugleich soll das Risiko von Fehlinvestitionen im Lizenzspielerbereich unter anderem durch die Verpflichtung von Sportdirektor Ole Book und stärker leistungsabhängige Transferbestandteile begrenzt werden.
Der Geschäftsbericht enthält auch Angaben zur Vergütung der Geschäftsführung. Insgesamt beliefen sich die Bezüge im Geschäftsjahr 2025/26 auf 5,752 Millionen Euro nach 7,848 Millionen Euro im Vorjahr. Darin enthalten waren 100.000 Euro erfolgsabhängige Vergütung.
Für Carsten Cramer wurden 1,448 Millionen Euro feste Vergütung und 37.000 Euro sonstige Vergütung ausgewiesen. Thomas Treß erhielt 1,304 Millionen Euro sowie 60.000 Euro, Lars Ricken 1,500 Millionen Euro sowie 81.000 Euro. Für Svenja Schlenker, die seit Dezember 2025 der Geschäftsführung angehört, wurden 233.000 Euro feste und 17.000 Euro sonstige Vergütung ausgewiesen. Der im November 2025 aus der Geschäftsführung ausgeschiedene Hans-Joachim Watzke erhielt für den entsprechenden Zeitraum 953.000 Euro feste sowie 19.000 Euro sonstige Vergütung.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 plant Borussia Dortmund wieder mit schwarzen Zahlen. Die Prognose sieht einen Konzernjahresüberschuss zwischen null und zehn Millionen Euro vor. Bei den Konzernumsatzerlösen werden 485 bis 495 Millionen Euro erwartet. Für die Bruttokonzerngesamtleistung liegt die Planung zwischen 530 und 540 Millionen Euro. Die Prognose hängt weiterhin unter anderem vom sportlichen Abschneiden und von Transferaktivitäten ab.
Der Geschäftsbericht macht zugleich deutlich, wie eng sportliche und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden bleiben. Borussia Dortmund nennt die Abhängigkeit der Finanzplanung vom sportlichen Erfolg ausdrücklich als Risiko. Für die Kaderplanung bedeutet das einen fortlaufenden Ausgleich zwischen sportlicher Wettbewerbsfähigkeit, Personalkosten und Transfererlösen. Der Konzern verweist dabei auf strengere Budgetierung, stärker variable Vergütungsbestandteile und unterschiedliche Planungsszenarien.
Die ordentliche Hauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ist für den 23. November 2026 angesetzt. Zuvor soll am 12. November die Quartalsmitteilung für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 veröffentlicht werden.
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