BYD verliert auf dem Heimatmarkt deutlich, Exporte stützen den Absatz

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der chinesische Elektroautobauer BYD hat im September 2026 auf seinem Heimatmarkt deutlich weniger Fahrzeuge an Endkunden verkauft als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig legte der weltweite Fahrzeugabsatz zu. Das Auslandsgeschäft gewinnt damit für den Hersteller weiter an Bedeutung. Allerdings könnte eine neue Entscheidung der chinesischen Regierung die Rentabilität künftiger Exporte belasten: Ab April 2027 wird die Steuererstattung für ausgeführte Elektroautos und Plug-in-Hybride reduziert.

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BYD im September: Inlandsverkäufe sinken um knapp 29 Prozent

Nach Zahlen des chinesischen Pkw-Branchenverbands CPCA verkaufte BYD im September 246.816 elektrifizierte Personenwagen an Endkunden in China. Das entspricht einem Rückgang von 28,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber August stiegen die Verkäufe dagegen um 5,5 Prozent. Mit einem Marktanteil von 22,8 Prozent blieb BYD der größte Anbieter von Elektroautos und Plug-in-Hybriden auf dem chinesischen Heimatmarkt.

Der Rückgang steht im Zusammenhang mit einer allgemeinen Schwäche des chinesischen Automarktes. Landesweit sanken die Pkw-Verkäufe an Endkunden im September laut CPCA um 28 Prozent auf rund 1,62 Millionen Fahrzeuge. Im Segment der Elektroautos und Plug-in-Hybride fiel das Minus mit 16,7 Prozent allerdings deutlich geringer aus. BYD entwickelte sich damit schwächer als der gesamte chinesische Markt für elektrifizierte Fahrzeuge.

Weltweiter BYD-Absatz steigt trotz schwachem Heimatmarkt

Ein anderes Bild ergibt sich aus den weltweiten Verkaufszahlen des Unternehmens. BYD meldete für September insgesamt 463.561 verkaufte Fahrzeuge. Im September 2025 waren es 396.270 gewesen. Damit erhöhte sich der Absatz gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent.

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Besonders deutlich zeigt sich die zunehmende Bedeutung des internationalen Geschäfts an den Exporten. Nach der vorläufigen Absatzmeldung führte BYD im September insgesamt 180.700 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus China aus. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der weltweite Gesamtabsatz bei rund 3,13 Millionen Fahrzeugen und damit 3,94 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Erfassungsmethoden. Während die chinesischen Inlandsdaten Verkäufe an Endkunden abbilden, beziehen sich die weltweiten Unternehmenszahlen auf den Absatz des Herstellers. Sie sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.

China kürzt Exporterstattung für Elektroautos ab April 2027

Parallel zur Entwicklung des Automarktes hat die chinesische Regierung eine Änderung der steuerlichen Förderung beschlossen. Das Finanzministerium und die staatliche Steuerverwaltung kündigten am 12. Oktober 2026 an, die Mehrwertsteuererstattung für den Export von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent zu senken.

Das entspricht einer Kürzung um vier Prozentpunkte. Maßgeblich für den jeweils geltenden Erstattungssatz ist das auf der Zollanmeldung angegebene Ausfuhrdatum.

Für chinesische Hersteller bedeutet die Änderung, dass sie bei entsprechenden Fahrzeugexporten künftig einen geringeren Teil der Mehrwertsteuer erstattet bekommen. Bei unveränderten Verkaufspreisen und Kosten kann dies die Gewinnmargen reduzieren. Alternativ könnten Unternehmen versuchen, die geringeren Erstattungen durch höhere Preise oder Kostensenkungen auszugleichen.

Wie stark BYD tatsächlich betroffen sein wird, ist noch nicht beziffert. Die Steueränderung bedeutet insbesondere nicht, dass Elektroautos in Europa automatisch um vier Prozent teurer werden.

Europa wird für BYD zu einem wichtigen Absatzmarkt

Während der Absatz in China zurückgeht, baut BYD seine Marktpräsenz in Europa aus. Auch in Deutschland verzeichnete der Hersteller zuletzt höhere Zulassungszahlen. Nach eigenen Angaben wurden im September 6.052 Fahrzeuge der Marke neu zugelassen. Der Anteil der Privatkunden lag laut BYD bei 65 Prozent.

Die weitere Expansion erfolgt allerdings unter veränderten handelspolitischen Bedingungen. Für batterieelektrische Fahrzeuge aus China gelten in der Europäischen Union bereits zusätzliche Ausgleichszölle. Darüber hinaus verständigten sich die EU und China Anfang Oktober vorläufig auf Beschränkungen für chinesische Hybridautoexporte nach Europa. Die Vereinbarung bedarf noch weiterer politischer Umsetzung.

Für BYD treffen damit zwei Entwicklungen aufeinander: Der internationale Absatz gewinnt angesichts des schwachen Heimatmarktes an Bedeutung, während regulatorische Maßnahmen den Zugang zu wichtigen Auslandsmärkten und die Wirtschaftlichkeit von Exporten beeinflussen können.

BYD-Aktie schließt in Hongkong im Minus

An der Börse in Hongkong schloss die BYD-Aktie am Dienstag, 13. Oktober 2026, bei 73,25 Hongkong-Dollar. Das entsprach laut den historischen Kursdaten von Investing.com einem Rückgang von 1,48 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. Der Schlusskurs bezieht sich auf etwa 16 Uhr Hongkonger Ortszeit.

Die Entwicklung zeigt, dass BYD trotz steigender weltweiter Monatsverkäufe vor wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Wie sich die schwächere chinesische Nachfrage und die ab 2027 geltende Kürzung der Exporterstattung auf Umsatz und Ergebnis auswirken, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Auslandsgeschäfts ab.

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