Hamburger CDU reagiert auf drei schwere Wahlniederlagen

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Hamburger CDU hat nach den deutlichen Verlusten ihrer Partei bei drei Landtagswahlen einen sichtbar kritischeren Kurs gegenüber der Bundespolitik eingeschlagen. Auf dem Landesparteitag am Dienstagabend, 29. September 2026, in Hamburg-Othmarschen forderte Landeschef Dennis Thering eine stärkere politische Handschrift der Union und mehr Führung in der schwarz-roten Bundesregierung. Gleichzeitig verabschiedeten die knapp 190 Teilnehmer mit großer Mehrheit einen sozialpolitischen Leitantrag. Der CDU Hamburg Landesparteitag 2026 wurde damit sowohl von der bundesweiten Lage der Partei als auch von Hamburger Sachthemen geprägt.

Drei Wahlergebnisse setzen die CDU unter Druck

Hintergrund der Debatte waren die Landtagswahlen vom 20. September. In Sachsen-Anhalt kam die CDU nach dem endgültigen Ergebnis auf 17,2 Prozent der Zweitstimmen. Gegenüber 2021 verlor sie 19,9 Prozentpunkte. Die AfD erreichte dort 43,8 Prozent.

Noch einschneidender fiel das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern aus. Dort erreichte die CDU 4,9 Prozent und verfehlte damit den Wiedereinzug in den Landtag. Die AfD wurde mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD mit 35,5 Prozent.

Auch in Berlin verlor die CDU deutlich. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erreichte sie 18,8 Prozent der Zweitstimmen, 9,5 Prozentpunkte weniger als bei der Wiederholungswahl 2023. Die Linke lag mit 25,7 Prozent an erster Stelle. Die CDU-Fraktion verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis von 52 auf 34 Sitze.

Thering verlangt stärkere CDU-Handschrift im Bund

Dennis Thering bezeichnete die jüngsten Ergebnisse als mehr als gewöhnliche Wahlniederlagen und sprach von einem „Debakel“ für die CDU. Einen wesentlichen Grund sah er in der Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. Die Bundesregierung selbst habe zwar bei den drei Landtagswahlen nicht zur Abstimmung gestanden, die Ergebnisse seien nach seiner Auffassung aber auch eine Reaktion auf deren Arbeit gewesen.

Thering verlangte, dass die CDU ihre Rolle als größerer Partner der Koalition mit der SPD stärker wahrnimmt. Die politische Handschrift der Union müsse wieder deutlicher erkennbar werden. Zugleich forderte er eine langfristige Reformagenda für Deutschland und sprach von einer „Agenda 2030“ beziehungsweise „Agenda 2035“. Politik dürfe sich seiner Ansicht nach nicht allein an Umfragen orientieren, sondern müsse konkrete Probleme lösen.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss der Hamburger CDU-Vorsitzende erneut aus. Er begründete dies mit inhaltlichen Gegensätzen und nicht mit taktischen Überlegungen.

Hoppermann ruft Partei zur Geschlossenheit auf

Auch CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann griff die Lage der Bundespartei auf. Die Hamburger Bundestagsabgeordnete rief die CDU angesichts der Ergebnisse in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zur Geschlossenheit auf. Sie verwies dabei auf den bestehenden Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU und schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

Ihre Wortwahl machte zugleich deutlich, wie schwierig die Situation innerhalb der Partei wahrgenommen wird. Hoppermann erklärte den Delegierten, die Zeit sei für die CDU nicht einfach und es sei schon leichter gewesen, öffentlich für die Partei einzutreten. Gerade deshalb komme es nun auf gemeinsames Handeln an.

Sozialpolitik wird zum Schwerpunkt des Parteitags

Neben der bundespolitischen Debatte setzte die Hamburger CDU einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt. Der Landesparteitag verabschiedete mit großer Mehrheit den Leitantrag „Hamburg sozial stärken – Chancen schaffen, Verantwortung übernehmen“. Darin setzt die Partei auf mehr Prävention, Eigenverantwortung und einen effizienteren Einsatz öffentlicher Mittel. Soziale Hilfen sollen früher greifen, bestehende Angebote besser miteinander vernetzt und Zuständigkeiten klarer geregelt werden. Familien und Kinder gehören ebenfalls zu den Schwerpunkten.

Der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann war als Gast auf dem Parteitag. Er mahnte seine Partei, neben innerer und äußerer Sicherheit auch soziale Sicherheit stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Als Beispiel nannte er steigende Wohnkosten. Die CDU müsse den Bezug zu den alltäglichen Lebensbedingungen der Menschen bewahren.

Damit verband der Parteitag die Diskussion über den bundespolitischen Kurs mit einem klassischen Feld christdemokratischer Sozialpolitik. Der beschlossene Antrag soll nach Darstellung des Landesverbands Antworten auf demografischen Wandel, soziale Probleme und angespannte öffentliche Haushalte geben.

Thering nimmt auch den Hamburger Senat ins Visier

Auch die Landespolitik spielte eine Rolle. Thering wandte sich gegen Einsparungen bei Schulen, Hochschulen, innerer Sicherheit und Polizei. Zugleich kündigte er an, dass die Hamburger CDU eigene Vorschläge vorlegen wolle, an welchen Stellen stattdessen gespart werden könne. Seine Kritik richtete sich dabei gegen den rot-grünen Senat.

Der Parteitag zeigte damit zwei politische Ebenen: Auf Bundesebene verlangt die Hamburger CDU nach den drei Wahlniederlagen eine klarere Führung und ein stärker erkennbares Profil der Union. Auf Landesebene versucht sie, dieses Profil unter anderem mit Sozialpolitik und Kritik an den Haushaltsprioritäten des Senats zu schärfen. Die deutlichen Aussagen von Thering, Hoppermann und Laumann spiegelten zugleich den Druck wider, unter dem die CDU nach den Wahlergebnissen vom 20. September steht.

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