
Micron Technology hat sein Geschäftsjahr 2026 mit einem weiteren Rekordquartal abgeschlossen. Der US Speicherchiphersteller erzielte im vierten Geschäftsquartal einen Umsatz von 54,229 Milliarden Dollar. Im Vorquartal waren es 41,456 Milliarden Dollar gewesen, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lediglich 11,315 Milliarden Dollar. Damit setzt Micron das außergewöhnlich starke Wachstum fort, das vor allem von der hohen Nachfrage nach Speicher für Rechenzentren und Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz getragen wird.
Der Nettogewinn nach US Rechnungslegungsregeln erreichte 37,701 Milliarden Dollar. Je verwässerter Aktie entsprach dies 32,87 Dollar. Auf bereinigter Basis meldete Micron einen Gewinn von 38,398 Milliarden Dollar beziehungsweise 33,42 Dollar je Aktie. Damit lag das Unternehmen auch über den Erwartungen, die vor Veröffentlichung der Zahlen am Markt bestanden hatten. Die Micron Technology Quartalszahlen zeigen zugleich, wie stark sich die Ertragslage innerhalb eines Jahres verändert hat. Im vierten Geschäftsquartal 2025 hatte der bereinigte Gewinn je Aktie noch bei 3,03 Dollar gelegen.
Noch höher als die aktuellen Quartalszahlen fällt die Prognose für das erste Geschäftsquartal 2027 aus. Micron erwartet einen Umsatz von 61,5 Milliarden Dollar, wobei eine Spanne von jeweils 1,5 Milliarden Dollar nach oben oder unten vorgesehen ist. Beim bereinigten Gewinn rechnet der Konzern mit 38,15 Dollar je verwässerter Aktie, ebenfalls mit einer Spanne von einem Dollar in beide Richtungen.
Auch die erwartete Profitabilität bleibt ungewöhnlich hoch. Micron kalkuliert für das laufende Quartal mit einer bereinigten Bruttomarge von rund 86,25 Prozent. Nach US Rechnungslegungsregeln werden rund 85,95 Prozent erwartet. Im gerade abgeschlossenen vierten Quartal lag die bereinigte Bruttomarge bei 87,0 Prozent.
Der Konzern hatte für das nun gemeldete vierte Quartal zuvor einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn von 31 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Beide Werte wurden deutlich übertroffen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 summierte sich Microns Umsatz auf 133,188 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 37,378 Milliarden Dollar gewesen. Der bereinigte Jahresgewinn je Aktie stieg von 8,29 auf 75,52 Dollar.
Hinter dem Wachstum steht vor allem der stark gestiegene Speicherbedarf moderner Rechenzentren. KI Beschleuniger benötigen neben leistungsfähigen Prozessoren große Mengen schnellen Arbeitsspeichers. Besonders wichtig ist dabei High Bandwidth Memory, kurz HBM. Dieser Speicher wird direkt mit leistungsfähigen KI Prozessoren kombiniert und ermöglicht eine deutlich höhere Datenübertragungsrate als herkömmlicher Arbeitsspeicher.
Micron hatte bereits im vorherigen Quartal mitgeteilt, dass HBM4 in hohen Stückzahlen für die Plattform eines führenden Kunden ausgeliefert werde. Muster waren zugleich an weitere Kunden gegangen. HBM Umsätze weist das Unternehmen allerdings nicht als eigene Umsatzposition in seiner Quartalsrechnung aus. Eine neue gesonderte HBM Umsatzzahl ging aus den am Mittwoch veröffentlichten Finanzkennzahlen daher nicht hervor.
Für Micron ist HBM dennoch ein zentraler Bestandteil des Ausbaus im Rechenzentrumsgeschäft. Der Konzern gehört neben SK Hynix und Samsung zu den großen Herstellern von DRAM Speicher. Die wachsenden Anforderungen von KI Systemen erhöhen nicht nur die Nachfrage nach HBM, sondern auch nach klassischem Serverspeicher und schnellen Speicherlösungen für Rechenzentren.
Die hohen Gewinne schlagen sich inzwischen deutlich im Mittelzufluss nieder. Micron erwirtschaftete im vierten Geschäftsquartal einen operativen Cashflow von 43,973 Milliarden Dollar. Im Vorquartal waren es 25,388 Milliarden Dollar gewesen, ein Jahr zuvor 5,730 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig investiert der Hersteller massiv in neue Produktionskapazitäten und Technologien. Die Nettoinvestitionen in Sachanlagen beliefen sich im vierten Quartal auf 10,77 Milliarden Dollar und im Gesamtjahr auf 27,37 Milliarden Dollar. Der bereinigte freie Cashflow erreichte im Schlussquartal dennoch 33,20 Milliarden Dollar. Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte Micron über liquide Mittel, handelbare Anlagen und gebundene Zahlungsmittel von insgesamt 73,48 Milliarden Dollar.
An der Börse lösten die deutlich höheren Zahlen zunächst keine vergleichbar starke Bewegung aus. Die Micron Aktie schwankte nach dem Ende des regulären US Handels nur geringfügig um ihren Schlusskurs. Gegen 22:15 Uhr MESZ lag die Aktie im nachbörslichen US-Handel rund 0,7 Prozent im Plus.
Damit fiel die unmittelbare Kursreaktion deutlich kleiner aus als die Veränderung der Geschäftszahlen. Der Konzern hatte die Erwartungen beim Quartalsumsatz und beim bereinigten Gewinn übertroffen und zugleich für das neue Quartal nochmals höhere Erlöse und Gewinne angekündigt. Weitere Details zu Nachfrage, HBM, Speicherpreisen und Investitionen waren für die anschließend angesetzte Ergebniskonferenz des Unternehmens vorgesehen.






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