Charité kehrt zurück: Neue ARD-Staffel erzählt vom Cholera-Ausbruch 1831

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Die ARD setzt ihre Krankenhausserie „Charité“ mit einer fünften Staffel fort und führt das Publikum diesmal ins Berlin des Jahres 1831. Unter dem Titel „Charité 1831“ erzählt die vierteilige Produktion von einer Cholera-Epidemie, den medizinischen Herausforderungen des frühen 19. Jahrhunderts und einer jungen Frau, die entgegen den gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit als Ärztin arbeiten möchte. Die neuen Folgen starten am 18. Dezember 2026 in der ARD Mediathek. Im Ersten beginnt die Ausstrahlung am 22. Dezember um 20.15 Uhr. Nach der Zukunftsvision der vierten Staffel kehrt die Serie damit zu ihren historischen Wurzeln zurück.

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Charité Staffel 5 startet kurz vor Weihnachten

Mit der neuen Staffel setzt die ARD eine ihrer bekanntesten historischen Serienproduktionen fort. Wie der Sender am Freitag, 9. Oktober 2026, mitteilte, wird „Charité 1831“ zunächst in der ARD Mediathek veröffentlicht. Vier Tage später folgt die Fernsehausstrahlung im Ersten.

Die fünfte Staffel besteht aus vier Episoden und fällt damit kürzer aus als ihre Vorgänger, die jeweils sechs Folgen umfassten. Die Fernsehprogrammdatenbank fernsehserien.de führt alle vier neuen Episoden mit dem Streamingtermin 18. Dezember. Damit zeichnet sich eine gemeinsame Veröffentlichung ab. Eine wöchentliche Ausstrahlung ist bislang nicht angekündigt.

Der deutsche Titel „Charité 1831“ ist zugleich der Originaltitel der neuen Produktion. Sie gehört zur seit 2017 laufenden deutschen Serie „Charité“ und erzählt wie die vorangegangenen Staffeln eine eigenständige Geschichte aus einer bestimmten Epoche der Medizin.

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Eine junge Frau kämpft um ihren Platz in der Medizin

Im Mittelpunkt steht die von Marlene Burow gespielte Figur Overath. Die junge Frau möchte an der Berliner Charité medizinische Kenntnisse erwerben und als Ärztin arbeiten. Weil Frauen zu dieser Zeit der Zugang zum Arztberuf verwehrt ist, tritt sie als Mann auf und arbeitet als Unterarzt.

Ihre Situation verändert sich, als Calow, ein früherer Verlobter, eine Stelle an der Charité antritt. Der von Philip Froissant dargestellte Mediziner versorgt unter anderem arme Menschen. Seine Anwesenheit gefährdet Overaths verborgene Identität. Gleichzeitig wächst das Misstrauen ihres Kollegen Romberg.

Während sich die persönlichen Beziehungen innerhalb des Krankenhauses zuspitzen, breitet sich in Berlin die Cholera aus. Das medizinische Personal muss zahlreiche Erkrankte versorgen, obwohl die Ursachen und Übertragungswege der Krankheit noch nicht ausreichend verstanden werden.

Die Handlung verbindet damit zwei Konflikte: den Umgang mit einer gefährlichen Infektionskrankheit und den eingeschränkten beruflichen Möglichkeiten von Frauen. Medizinische Erkenntnisse, gesellschaftliche Hierarchien und persönliche Beziehungen prägen die Geschichte gleichermaßen.

Marlene Burow und Philip Froissant führen die Besetzung an

Neben Marlene Burow und Philip Froissant gehören zahlreiche bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler zur Besetzung der fünften Staffel.

Die ARD nennt Idan Weiss, Jan Krauter, Harald Krassnitzer, Kriemhild Hamann, Anna Schudt, Dominic Raacke, Marius Ahrendt und Lillemor Leistenschneider als weitere Hauptdarsteller.

Mit Krassnitzer, Schudt und Raacke sind auch mehrere Darsteller beteiligt, die durch ihre früheren Rollen in der Krimireihe „Tatort“ bekannt wurden. Krassnitzer gehört zur österreichischen Ausgabe der Reihe, Schudt spielte lange im Dortmunder Ermittlerteam und Raacke war als Berliner Kommissar zu sehen.

Für die Regie ist Alexander Dierbach verantwortlich. Die Drehbücher schrieb Sandra Stöckmann unter Beteiligung von Gesa Scheibner und Judy Horney.

Produziert wurde die neue Staffel von UFA Fiction in Zusammenarbeit mit UFA Mitte. Als Produzenten werden Markus Brunnemann, Henriette Lippold und Nico Hofmann genannt. Beteiligt sind außerdem ARD Degeto Film und die ARD-Gemeinschaftsredaktion Serien im Hauptabendprogramm. Die Produktion wurde durch medizinhistorische Fachberatung unterstützt und entstand mit Unterstützung der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Die Cholera-Epidemie von 1831 als historischer Hintergrund

Die fünfte Staffel behandelt eine Zeit, in der die moderne Infektionsmedizin noch am Anfang ihrer Entwicklung stand. Als die Cholera 1831 Berlin erreichte, waren die tatsächlichen Ursachen der Erkrankung nicht vollständig aufgeklärt.

Die Epidemie führte zu zahlreichen Todesfällen und stellte die medizinische Versorgung vor erhebliche Herausforderungen. Nach Angaben des Deutschen Historischen Museums wurden in Berlin bis Dezember 1831 insgesamt 2.249 Erkrankungen registriert, von denen 1.417 tödlich endeten. Die Stadt hatte damals rund 240.000 Einwohner.

Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht. Der Erreger verbreitet sich insbesondere über verunreinigtes Trinkwasser und belastete Lebensmittel. Schwere Erkrankungen können aufgrund des erheblichen Flüssigkeits- und Salzverlustes innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Das Wissen über den Erreger entwickelte sich allerdings erst Jahrzehnte nach der in der Serie dargestellten Epidemie. Der italienische Wissenschaftler Filippo Pacini beschrieb das Bakterium bereits 1854. Robert Koch identifizierte den Cholera-Erreger später ebenfalls und trug wesentlich zum Verständnis seiner Übertragung bei.

Die Charité selbst besitzt eine deutlich längere Geschichte. Das Krankenhaus geht auf ein 1710 eingerichtetes Pesthaus zurück. 1727 erhielt die Einrichtung ihren heutigen Namen und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem bedeutenden medizinischen Standort.

Nach Staffel vier im Jahr 2049 folgt erneut eine historische Geschichte

Die Serie „Charité“ feierte 2017 ihre Premiere. Ihre Besonderheit liegt im Wechsel der erzählten Epochen. Statt eine fortlaufende Geschichte mit derselben Besetzung über mehrere Jahre zu erzählen, behandelt jede Staffel einen eigenen Abschnitt der Medizingeschichte.

Die erste Staffel spielte im Berlin des Jahres 1888 und beschäftigte sich unter anderem mit Robert Koch und der Entwicklung der modernen Bakteriologie. Die zweite Staffel führte in die Zeit des Nationalsozialismus und thematisierte das Verhältnis von Medizin, Forschung und politischer Macht.

Die dritte Staffel aus dem Jahr 2021 spielte rund um den Bau der Berliner Mauer und zeigte die Auswirkungen der deutschen Teilung auf das Krankenhaus und seine Beschäftigten.

2024 verließ die Serie erstmals den historischen Rahmen. Die vierte Staffel zeigte eine fiktive Zukunft im Jahr 2049, in der medizinische Technologien, Gesundheitsdaten und eine umstrittene Reform des Gesundheitssystems im Mittelpunkt standen. Die sechs Folgen wurden ab dem 5. April 2024 in der ARD Mediathek und ab dem 9. April im Ersten gezeigt.

Mit „Charité 1831“ führt die fünfte Staffel nun weiter in die Vergangenheit zurück als alle bisherigen Teile. Zugleich greift sie erneut den Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen auf.

Altersfreigabe und weitere Fortsetzung noch offen

Für die fünfte Staffel war am 9. Oktober 2026 noch keine verbindliche Altersfreigabe veröffentlicht. Frühere Folgen der Serie sind in der ARD Mediathek teilweise ab zwölf Jahren gekennzeichnet. Ob diese Einstufung auch für „Charité 1831“ gilt, ist noch nicht offiziell bekannt.

Ebenso gibt es bislang keine bestätigte Ankündigung einer sechsten Staffel. Die aktuelle Fortsetzung wird von der ARD als fünfte Staffel bezeichnet, nicht als abschließende Staffel der gesamten Serie.

Fest steht dagegen der nächste historische Schauplatz: Mit vier neuen Episoden führt die ARD ihr Publikum im Dezember in eine Phase zurück, in der die Behandlung gefährlicher Infektionskrankheiten von erheblichen Wissenslücken geprägt war. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die medizinischen Möglichkeiten des Jahres 1831, sondern auch die Frage, wer überhaupt das Recht erhielt, diesen Beruf auszuüben.

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