
Eintracht Frankfurt könnte seinen neuen Sportvorstand Joti Chatzialexiou früher als zunächst vorgesehen bekommen. Der 1. FC Nürnberg hat die Nachfolge des 50-Jährigen bereits geregelt und Dieter Frey am 4. November 2026 mit sofortiger Wirkung zum neuen Sportvorstand ernannt. Eigentlich soll Chatzialexiou seine Tätigkeit beim Bundesligisten erst am 1. Februar 2027 aufnehmen. Nach Informationen von Sky und BILD wird jedoch über einen früheren Wechsel gesprochen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Vereine bislang nicht bekanntgegeben.
Die Verpflichtung von Joti Chatzialexiou als neuem Sportvorstand von Eintracht Frankfurt steht seit dem 31. Oktober 2026 fest. An diesem Tag bestätigten sowohl der Bundesligist als auch der 1. FC Nürnberg den bevorstehenden Wechsel. Der gebürtige Frankfurter übernimmt die Nachfolge von Markus Krösche und hat bei der Eintracht einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030 unterschrieben.
Als offizieller Amtsbeginn wurde der 1. Februar 2027 vereinbart. Der Zeitpunkt sollte Nürnberg ermöglichen, die anstehende Wintertransferperiode noch gemeinsam mit Chatzialexiou vorzubereiten und abzuschließen.
Sein bisheriger Vertrag beim Zweitligisten läuft bis 2028 und enthält nach Angaben der Eintracht eine besondere Ausstiegsklausel für einen Wechsel nach Frankfurt. Über die konkrete Ablösesumme machten die Vereine keine Angaben. Sky bezifferte die Zahlung auf rund 500.000 Euro, während der Hessische Rundfunk von weniger als 500.000 Euro ausging. Eine offiziell bestätigte Summe liegt damit nicht vor.
Mit der Berufung von Dieter Frey hat der 1. FC Nürnberg die sportliche Führung früher als ursprünglich erwartet neu besetzt. Der 54-Jährige wurde am Mittwoch, 4. November, als Nachfolger von Chatzialexiou vorgestellt und übernahm seine neue Funktion mit sofortiger Wirkung.
Frey ist seit vielen Jahren mit dem Verein verbunden. Zwischen 2001 und 2004 spielte er für die Nürnberger Profimannschaft. Anschließend arbeitete er unter anderem als Trainer und Ausbildungsleiter im Nachwuchsbereich. Seit Sommer 2024 war er hauptamtlich als Sportlicher Leiter und Verantwortlicher für die Trainerentwicklung tätig. Im Februar 2026 übernahm er die Gesamtleitung des Nachwuchsbereichs.
Aufsichtsratsvorsitzender Peter Meier bezeichnete Frey bei dessen Ernennung als „logische und bestmögliche Lösung“. Der Verein setzt damit auf einen Verantwortlichen, der die bestehenden Strukturen kennt und die bisherige Entwicklung fortsetzen soll.
Mit Freys sofortigem Amtsbeginn ist die sportliche Zuständigkeit in Nürnberg neu geregelt. Offen ist allerdings, wann Chatzialexiou den Verein endgültig verlässt und ob sein bereits vereinbarter Amtsantritt in Frankfurt entsprechend vorgezogen wird.
Schon am 2. November hatte Sky darüber informiert, dass Eintracht Frankfurt einen früheren Amtsbeginn seines künftigen Sportvorstands anstrebt. Durch die inzwischen erfolgte Ernennung von Dieter Frey könnte sich diese Möglichkeit konkretisieren.
BILD griff die Entwicklung am 4. November auf und berichtete über einen möglichen vorzeitigen Wechsel. Auch am 5. November beschäftigte sich die Zeitung mit den Voraussetzungen für einen früheren Start des neuen Frankfurter Sportvorstands.
Entscheidend ist dabei die vertragliche Situation in Nürnberg. Dass Frey bereits die sportliche Verantwortung übernommen hat, bedeutet nicht automatisch, dass Chatzialexiou seinen bisherigen Vertrag vorzeitig beenden kann.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur erklärte Nürnbergs Aufsichtsratschef Peter Meier am Mittwoch, dass Gespräche über den genauen Zeitpunkt des Abschieds liefen. Eine endgültige Regelung wurde zunächst nicht genannt.
Ein Amtsantritt noch im Jahr 2026 wäre für Frankfurt vor allem mit Blick auf die Wintertransferperiode relevant. Der neue Sportvorstand könnte dann früher an der Kaderplanung und den sportlichen Entscheidungen mitwirken. Verbindlich bestätigt bleibt bislang jedoch der 1. Februar 2027.
Ausgangspunkt der Veränderungen ist der Abschied von Markus Krösche. Der bisherige Sportvorstand hatte den Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck um seine sofortige Freistellung gebeten. Am 18. Oktober 2026 entsprach der Aufsichtsrat diesem Wunsch einstimmig.
Krösches ursprünglich bis zum 30. Juni 2028 laufender Vertrag besteht nach Vereinsangaben in angepasster Form weiter. In seiner Abschiedserklärung hatte der Funktionär erklärt, nach mehr als fünf Jahren bei der Eintracht eine berufliche Veränderung anzustreben.
Parallel zur Freistellung wurde Axel Hellmann vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden der Eintracht Frankfurt Fußball AG ernannt. Er übernahm zusätzlich übergangsweise die Aufgaben des Sportvorstands.
Am 29. Oktober passte Frankfurt außerdem die Verantwortlichkeiten im sportlichen Bereich an. Sportdirektor Timmo Hardung erhielt zusätzliche Zuständigkeiten für den Männerfußball, darunter das Nachwuchsleistungszentrum und den medizinischen Bereich. Die Frauenfußballabteilung blieb interimistisch in Hellmanns Verantwortungsbereich.
Die Frankfurter Führung hat damit eine Übergangsstruktur geschaffen, die bis zum Einstieg des neuen Sportvorstands bestehen kann.
Beim 1. FC Nürnberg ist der bevorstehende Abschied von Chatzialexiou besonders für Trainer Miroslav Klose eine Veränderung. Der frühere Nationalspieler wurde im Sommer 2024 unter der Verantwortung des Sportvorstands verpflichtet.
Nach Bekanntwerden des Wechsels erklärte Klose, dass Chatzialexiou für ihn ein enger Vertrauter gewesen sei. Zugleich betonte er, personelle Veränderungen gehörten zum Fußballgeschäft. Er vertraue darauf, dass der Verein eine geeignete Nachfolgelösung finde.
Die Entscheidung für Dieter Frey wurde von Klose ebenfalls positiv aufgenommen. Nach Angaben von Aufsichtsratschef Meier hatte der Trainer dessen Berufung ausdrücklich unterstützt.
Auch Nürnbergs Vorstandskollege Niels Rossow würdigte die bisherige Arbeit von Chatzialexiou. Bei der Vorstellung von Frey erklärte Rossow laut Deutscher Presse-Agentur: „Der Joti hat uns eine Ambition eingehaucht. Wir laufen wieder aufrechter.“ Gleichzeitig bedauerte er den Zeitpunkt des Abschieds.
Chatzialexiou selbst hatte bereits bei der offiziellen Bekanntgabe seines Wechsels erklärt, dass die Anfrage aus Frankfurt wegen seiner persönlichen Verbindung zum Verein eine besondere Bedeutung habe. Er wolle Nürnberg nicht kurzfristig verlassen, sondern einen geordneten Übergang unterstützen.
Für den 50-Jährigen bedeutet der Wechsel nach Frankfurt eine Rückkehr zu seinem früheren Verein. Chatzialexiou wurde 1976 in Frankfurt am Main geboren und war von 2001 bis 2009 als Jugendtrainer bei Eintracht Frankfurt tätig.
Parallel dazu begann seine Laufbahn beim Deutschen Fußball-Bund. Zwischen 2003 und 2023 übernahm er dort verschiedene Aufgaben. Von 2006 bis 2011 arbeitete er als Teammanager der deutschen U21-Nationalmannschaft, anschließend mehrere Jahre als Nachwuchskoordinator.
Ab 2018 war Chatzialexiou fünf Jahre lang Sportlicher Leiter Nationalmannschaften. In dieser Funktion beschäftigte er sich unter anderem mit Talententwicklung, sportlichen Strukturen und der Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes.
Im Sommer 2024 wechselte er zum 1. FC Nürnberg und wurde dort Sportvorstand. Gemeinsam mit Trainer Klose prägte er die sportliche Neuausrichtung des Zweitligisten. Zu seinen Aufgaben gehörten die Kaderplanung, die Weiterentwicklung des Scoutings und die Förderung junger Spieler.
Unter seiner Verantwortung erzielte Nürnberg Einnahmen durch Spielertransfers und entwickelte sich sportlich weiter. Nach zehn Spieltagen der Saison 2026/27 stand der Club auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga.
Bei Eintracht Frankfurt soll Chatzialexiou künftig insbesondere die strategische Kaderplanung und die Entwicklung der sportlichen Strukturen verantworten.
Präsident Mathias Beck hob bei seiner Verpflichtung die Erfahrung des neuen Sportvorstands in der Förderung junger Spieler hervor. Der Verein wolle eigene Talente stärker entwickeln und den deutschen Spielermarkt intensiver berücksichtigen. Gleichzeitig sollen die internationalen sportlichen Ambitionen erhalten bleiben.
Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann verwies ebenfalls auf Chatzialexious Netzwerk und seine Erfahrung beim Aufbau sportlicher Strukturen. Die Zusammenarbeit im Gesamtvorstand solle dazu beitragen, sportliche Ziele mit wirtschaftlicher Stabilität zu verbinden.
Am 5. November bekräftigte Beck im vereinseigenen Podcast „Eintracht vom Main“ die Bedeutung einer klaren sportlichen Ausrichtung und einer stärkeren Einbindung eigener Nachwuchsspieler. Auch dort wurde der 1. Februar 2027 weiterhin als Amtsbeginn von Chatzialexiou genannt.
Die Nachfolge von Markus Krösche ist bei Eintracht Frankfurt damit personell entschieden. In Nürnberg hat Dieter Frey bereits die Verantwortung übernommen. Noch offen ist, ob beide Vereine den ursprünglich vereinbarten Zeitplan ändern und Chatzialexiou bereits vor dem Jahreswechsel seine neue Tätigkeit aufnehmen kann.
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