Chemielabor in Kieler Wohnung entdeckt: LKA räumt Räume weiter aus

Chemielabor in Kieler Wohnung entdeckt: LKA räumt Räume weiter aus
Foto: Caroline Muffert

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Ein ungewöhnlicher Fund beschäftigt seit Montag das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein in Kiel. Bei einer Durchsuchung in einem Mehrfamilienhaus in der Gutenbergstraße entdeckten Einsatzkräfte große Mengen verschiedener Chemikalien und ein Chemielabor in einer Wohnung in Kiel. Das Labor befindet sich nach Angaben des LKA in der Küche eines 52 Jahre alten Bewohners und verfügt über einen Abzug. Weil die Wohnung stark vollgestellt ist und die gefundenen Stoffe zunächst untersucht und bewertet werden müssen, setzte die Polizei ihre Arbeiten am Dienstag, 11. August 2026, fort. Die Lage sei unter Kontrolle, die übrigen Hausbewohner konnten in ihren Wohnungen bleiben.

Chemikalienfund Kiel Gutenbergstraße beschäftigt Spezialkräfte

Auslöser für den Chemikalienfund in der Kieler Gutenbergstraße war zunächst eine offene Wohnungstür. Nachbarn hatten diese am Sonntagabend bemerkt und versucht, den Bewohner zu erreichen. Weil auch wiederholtes Klingeln und Klopfen erfolglos blieb, verständigten sie die Polizei. Einsatzkräfte betraten daraufhin die Wohnung und stießen dort auf mehrere Gegenstände, die zunächst als möglicherweise gefährlich eingestuft wurden.

Am Montagvormittag übernahm das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein die weiteren Maßnahmen. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler schließlich große Mengen unterschiedlicher Chemikalien. Welche Stoffe konkret darunter sind und ob einzelne davon tatsächlich gefährlich sind, hat das LKA bislang nicht veröffentlicht. Die Substanzen müssen noch untersucht und fachlich bewertet werden.

Kleines Chemielabor in der Küche des 52-Jährigen entdeckt

Besondere Aufmerksamkeit gilt einem kleinen Chemielabor in der Wohnung in Kiel. Dieses befindet sich nach Angaben der Ermittler in der Küche und ist mit einem Abzug ausgestattet. Welche Arbeiten dort durchgeführt wurden und welchem Zweck das Labor diente, ist bislang offen. Das LKA macht dazu derzeit keine weiteren Angaben.

Neben der Wohnung selbst durchsuchten die Einsatzkräfte auch einen Dachbodenverschlag sowie den Kellerraum des Bewohners. Weil die Räume stark vollgestellt sind, konnten nicht alle Gegenstände bereits am Montag gesichtet und gesichert werden. Die Wohnung muss deshalb weiter ausgeräumt werden, bevor eine vollständige Bewertung der dort gelagerten Stoffe möglich ist.

Durchsuchung Kiel Gutenbergstraße dauert zweiten Tag

Die Durchsuchung in der Kieler Gutenbergstraße konnte am Montagabend nicht abgeschlossen werden. Nach Angaben des LKA war die Wohnung so vollgestellt, dass eine vollständige Sicherung möglicherweise gefährlicher Gegenstände nicht mehr möglich war. Polizeikräfte bewachten die Wohnung deshalb während der Nacht.

Für die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses bestand nach Einschätzung der Einsatzkräfte keine akute Gefahr. Sie konnten die Nacht in ihren eigenen Wohnungen verbringen. Am Dienstag wurden die Arbeiten fortgesetzt. Das Landeskriminalamt geht nach aktuellem Stand davon aus, dass die Durchsuchung noch im Laufe des Tages beendet werden kann. Voraussetzung ist, dass die weiteren Räume vollständig gesichtet und die relevanten Gegenstände gesichert werden können.

Kampfmittelräumdienst und Chemiker bei LKA Einsatz in Kiel

An dem LKA Einsatz in Kiel sind mehrere spezialisierte Einheiten beteiligt. Neben Ermittlerinnen und Ermittlern des Landeskriminalamtes befinden sich der Kampfmittelräumdienst, Chemiker des Kriminaltechnischen Instituts sowie Kräfte der Polizeidirektion Kiel vor Ort. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, die gefundenen Chemikalien und weitere Gegenstände zu untersuchen und mögliche Risiken zu bewerten.

Während des Einsatzes musste der Bereich vor dem betroffenen Haus zeitweise abgesperrt werden. Auch der Verkehr in der Gutenbergstraße wurde vorübergehend umgeleitet. Dauerhafte Evakuierungen waren jedoch nicht erforderlich. Nach Angaben des LKA befindet sich die Situation weiterhin unter Kontrolle.

52-jähriger Bewohner nicht in Haft

Bei dem Bewohner der durchsuchten Wohnung handelt es sich laut Landeskriminalamt um einen 52 Jahre alten Kieler mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er ist nach Angaben der Behörde bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Einzelheiten zu früheren Vorgängen nennt das LKA nicht.

Haftgründe liegen nach aktuellem Stand nicht vor. Auch zu einem möglichen Tatvorwurf oder dazu, ob gegen den Mann wegen bestimmter Straftaten ermittelt wird, machte die Behörde bislang keine näheren Angaben. Entscheidend für die weiteren Ermittlungen dürfte nun zunächst die Untersuchung der sichergestellten Chemikalien und Gegenstände sein. Erst danach lässt sich klären, welche Bedeutung der Fund für das laufende Verfahren hat.

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