Energie verteuert sich: Chinas Inflation zieht wieder an

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Chinas Verbraucherpreise sind im August 2026 stärker gestiegen als im Vormonat. Der Verbraucherpreisindex lag nach Angaben des Nationalen Statistikamts im Jahresvergleich 0,8 Prozent höher. Im Juli hatte die Teuerungsrate noch bei 0,5 Prozent gelegen. Gegenüber Juli erhöhten sich die Verbraucherpreise im August um 0,4 Prozent, nachdem sie im Vormonat um 0,1 Prozent gesunken waren.

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Auch auf der Ebene der Unternehmen verstärkte sich der Preisauftrieb. Der chinesische Erzeugerpreisindex lag im August 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im Juli hatte der Anstieg noch bei 3,5 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Erzeugerpreise um 0,4 Prozent. Im Juli waren sie noch um 0,7 Prozent gefallen. Damit hat sich das Bild bei den Industriepreisen gegenüber der früheren Phase fallender Erzeugerpreise deutlich verändert.

Energiepreise treiben Verbraucherpreise nach oben

Eine wichtige Rolle für den höheren Verbraucherpreisindex spielten im August die Energiepreise. Sie lagen 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juli hatte der Anstieg lediglich bei 0,6 Prozent gelegen. Allein die Energiekomponente erhöhte die Jahresrate des Verbraucherpreisindex rechnerisch um rund 0,28 Prozentpunkte.

Besonders deutlich zeigte sich der Effekt bei Kraftstoffen. Benzin war im August 9,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Juli stiegen die Benzinpreise um 7,2 Prozent. Einen Monat zuvor waren sie im Monatsvergleich noch um 10,7 Prozent gefallen.

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Die Lebensmittelpreise wirkten dagegen weiterhin dämpfend auf die Inflation. Sie lagen im August 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Schweinefleisch verbilligte sich binnen eines Jahres um 11,8 Prozent, frisches Gemüse um 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Juli verteuerten sich Lebensmittel allerdings um 0,4 Prozent. Frisches Gemüse kostete 5,5 Prozent mehr als im Vormonat.

Kerninflation bleibt bei 1,0 Prozent

Ohne die besonders schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie lag die sogenannte Kerninflation im August bei 1,0 Prozent im Jahresvergleich. Im Juli hatte sie bei 0,9 Prozent gelegen. Die Kernrate wird häufig genutzt, um den grundlegenden Preisauftrieb in einer Volkswirtschaft besser einschätzen zu können.

Dass diese Rate trotz des kräftigen Anstiegs bei Energie nur moderat zunahm, zeigt, dass der Preisdruck in der chinesischen Binnenwirtschaft nicht in allen Bereichen gleichermaßen stark ist. Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 0,8 Prozent. Die gesamten Lebensmittelpreise gingen dagegen zurück.

Erzeugerpreise steigen um 3,8 Prozent

Noch stärker als die Verbraucherpreise zogen die Preise auf Unternehmensebene an. Der Erzeugerpreisindex, international meist als PPI bezeichnet, misst die Preisentwicklung von Waren, wenn sie den Hersteller beziehungsweise Industriebetrieb verlassen. Er zeigt damit, wie sich die Preise auf einer früheren Stufe der Wertschöpfung entwickeln, bevor Waren beim Einzelhandel und schließlich bei den Verbrauchern ankommen.

Im August lag Chinas PPI 3,8 Prozent über dem Vorjahresniveau und 0,4 Prozent über dem Stand vom Juli. Besonders stark verteuerten sich Rohstoffe und Vorprodukte. Die Preise im Bergbau lagen 17,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, Rohmaterialien verteuerten sich um 6,7 Prozent und Verarbeitungsgüter um 3,1 Prozent. Die Preise für sogenannte Lebenshaltungsgüter aus der Industrie gingen dagegen um 0,5 Prozent zurück.

Bei Kohlebergbau und Kohleaufbereitung lagen die Preise 26,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Preise in der Verarbeitung von Nichteisenmetallen stiegen um 20,8 Prozent, bei Öl und Gas um 10,5 Prozent und bei der Verarbeitung von Erdöl, Kohle und anderen Brennstoffen um 11,1 Prozent.

Auf der anderen Seite verzeichneten unter anderem die Strom und Wärmeversorgung, der Automobilbau, die Herstellung nichtmetallischer Mineralprodukte, die Pharmaindustrie sowie Teile der Lebensmittelindustrie weiterhin Preisrückgänge. Der starke Gesamtanstieg des PPI wird damit zu einem erheblichen Teil von Rohstoffen, Energie und ausgewählten Industriezweigen getragen.

Rohstoffe verteuern Produktion in China

Auch im Monatsvergleich lässt sich der Einfluss internationaler Rohstoffpreise erkennen. Die Preise der Ölgewinnung stiegen im August gegenüber Juli um 10,4 Prozent. Raffinierte Erdölprodukte verteuerten sich um 4,1 Prozent. Zusammen mit höheren Preisen für Nichteisenmetalle trugen vier besonders betroffene Branchen rund 0,31 Prozentpunkte zum monatlichen PPI-Anstieg von insgesamt 0,4 Prozent bei.

Die Preise, die chinesische Industrieunternehmen beim Einkauf von Produktionsmitteln zahlen, lagen im August 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Brennstoffe und Energie verteuerten sich um 9,8 Prozent, Nichteisenmetalle und Kabel um 19,8 Prozent sowie chemische Rohstoffe um 9,5 Prozent.

Was die Zahlen über Chinas Konjunktur sagen

Der aktuelle Preisauftrieb beendet nicht automatisch die Sorgen um die Stärke der chinesischen Binnenkonjunktur. Die Kerninflation lag mit 1,0 Prozent weiterhin deutlich unter der Gesamtentwicklung bei den Erzeugerpreisen. Gleichzeitig blieben Lebensmittel im Jahresvergleich billiger und bei industriellen Konsumgütern wurden teilweise weiterhin sinkende Preise gemessen.

Parallel dazu wird Chinas Wachstum stark vom Außenhandel gestützt. Die chinesischen Exporte lagen im August 25 Prozent über dem Vorjahreswert, während die Importe um 28,2 Prozent zunahmen. Die kräftige Exportentwicklung steht damit einer weiterhin weniger dynamischen Binnennachfrage gegenüber.

Warum die Entwicklung auch Europa betrifft

Für europäische Unternehmen sind Chinas Preisindikatoren aus zwei Gründen relevant. Steigende chinesische Produktionskosten können bei international gehandelten Waren und Vorprodukten grundsätzlich auf Importpreise durchschlagen. Wie stark dieser Effekt tatsächlich in Europa ankommt, hängt unter anderem von Wechselkursen, Lieferverträgen, Transportkosten und den Gewinnmargen der Unternehmen ab.

Gleichzeitig bleibt China einer der wichtigsten Lieferanten für die Europäische Union. Der Warenhandelsfehlbetrag der EU gegenüber China lag 2025 bei 360,6 Milliarden Euro und weitete sich im ersten Halbjahr 2026 nochmals aus. In Europa stehen deshalb auch Chinas hohe Produktionskapazitäten und wachsende Ausfuhren etwa bei Batterien, Elektrofahrzeugen, Textilien und Kunststoffen im Fokus.

Die August-Daten ergeben somit ein gemischtes Bild. Höhere Energie und Rohstoffpreise treiben Chinas Verbraucherpreise und vor allem die Produktionskosten nach oben. Zugleich bleibt der zugrunde liegende Preisauftrieb bei den Verbrauchern begrenzt. Von einer allgemeinen Schwäche der Erzeugerpreise lässt sich anhand der aktuellen Zahlen nicht mehr sprechen. Der Anstieg auf 3,8 Prozent wird allerdings stark von Energie, Rohstoffen und einzelnen Industriebranchen geprägt.

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