
Clemens Fuest Rezession: Der Praesident des ifo-Instituts schlaegt Alarm. Falls der Handelsstreit mit den USA eskaliert und Washington die angedrohten Zoelle auf EU-Autos von 15 auf 25 Prozent anhebt, droht Deutschland im laufenden Jahr in eine Rezession zu rutschen. Gleichzeitig senkt das ifo-Institut seine Wachstumsprognose fuer 2026 deutlich.
Ifo-Praesident Clemens Fuest warnte gegenueber der Zeitung Bild eindringlich vor den Folgen eines neuen Handelskrieges. US-Praesident Donald Trump hat angekuendigt, die Importzoelle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Fuer Fuest waere das ein schwerer Schlag: Die geplanten Zollerhohungen treffen die deutsche Automobilindustrie in einer ohnehin schwierigen Situation. Marken wie BMW, Mercedes und Volkswagen sind in hohem Masse vom US-Markt abhaengig und koennen die gestiegenen Kosten nicht einfach auffangen. Sollte die EU mit eigenen Gegenmassnahmen auf US-Produkte reagieren, waere laut Fuest das Szenario einer Rezession sehr realistisch.
Parallel zu den Rezessionswarnungen hat das ifo-Institut seine Konjunkturprognose fuer Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Fuer das laufende Jahr 2026 erwartet das Institut nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent — das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als noch im Herbst vorhergesagt. Die US-Zoelle unter Praesident Trump belasten die deutschen Exporteure spurbar: Allein fuer 2026 beziffert das ifo-Institut den Wachstumsverlust durch die amerikanischen Handelsbarrieren auf 0,6 Prozentpunkte. Fuest sprach eindringlich von einer drohenden Erosion des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Auch das ifo-Beschaeftigungsbarometer vom April 2026 hatte bereits den groessten Jobabbau seit der Finanzkrise signalisiert — ein weiteres Alarmzeichen fuer die Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Trotz der duesteren Prognosen gab es zum Jahresauftakt einen kleinen Lichtblick: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenueber dem Vorquartal — staerker als von Analysten erwartet, auch angesichts der Belastungen durch den Iran-Konflikt. Doch ifo-Chef Fuest daempfte die Freude umgehend. Die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Aufschwung seien erst einmal vorbei, so Fuest. Das ueberraschende Wachstum sei vor allem auf Sondereffekte zurueckzufuehren und spiegele nicht die strukturelle Staerke der deutschen Wirtschaft wider. Mehr zur aktuellen BIP-Entwicklung lesen Sie in unserem Bericht: BIP Deutschland Q1 2026: Wirtschaft waechst um 0,3 Prozent.
Die wirtschaftlichen Risiken schlagen sich auch auf den Stellenmarkt nieder. Laut Prognosen des Instituts fuer Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) soll die Zahl der Beschaeftigten in Deutschland 2026 erstmals seit Jahren sinken — um rund 20.000 Personen. Gleichzeitig verliert der Babyboomer-Austritt aus dem Erwerbsleben an Kompensationskraft. Unternehmen halten sich bei Neueinstellungen zurueck, viele Branchen fahren Investitionen zurueck. Besonders betroffen sind exportorientierte Sektoren wie Maschinenbau und Automobilindustrie. Fuest betont, dass strukturelle Reformen und eine starke Industriepolitik der Bundesregierung jetzt dringend noetig seien, um die Wettbewerbsfaehigkeit zu erhalten.
Fuehren de Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren fuer Deutschland 2026 ein BIP-Wachstum von nur 0,6 Prozent — die Bundesregierung geht sogar von nur 0,5 Prozent aus. Eine technische Rezession, definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum, ist damit nicht sicher, aber deutlich naeher gerueckt als noch vor einem Jahr. Clemens Fuest sieht das entscheidende Risiko in der weiteren Entwicklung des Handelskonflikts: Wenn Washington die 25-Prozent-Zoelle auf EU-Fahrzeuge tatsaechlich durchsetzt und Bruessel mit Gegenmassnahmen reagiert, droht der deutschen Wirtschaft ein ernsthafter Rueckschlag. Ob die Konjunktur die Kurve bekommt, haengt also massgeblich von der Handelspolitik ab — und von den Nerven auf beiden Seiten des Atlantiks.
Quellen: t-online.de, finanznachrichten.de, wiwo.de, der-farang.com, welleniederrhein.de, zdfheute.de
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