Neue Abstellanlage am Hauptbahnhof Münster: Warum am Industrieweg gebaut wird

Baustelle auf der A59 bei Köln dauert länger als geplant
Symbolfoto

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Münsters Bahninfrastruktur wird südöstlich des Hauptbahnhofs erweitert. Die DB InfraGO AG plant dort eine neue Abstellanlage für lange Züge. Sichtbar geworden ist das Projekt zuletzt am Industrieweg, wo zunächst Bäume entfernt wurden und anschließend Baugerät auf dem Gelände zwischen Straße und Bahngleisen auftauchte.

Neue Gleise für lange Züge geplant

Nach Unterlagen im Antrags- und Beteiligungsportal des Bundes trägt das Vorhaben die Bezeichnung „Münster (Westf) Hbf – Neubau Abstellanlage Gl. 140 u. 142“. Geplant ist demnach nicht nur eine einfache Baustellenzufahrt, sondern ein größerer Umbau im Bereich des Bahnhofs Münster. Vorgesehen sind der Neubau beziehungsweise die Erneuerung mehrerer Gleise. Konkret genannt werden die Gleise 140, 142 und 156 sowie ein Lückenschluss im Gleis 125.

Die Gleise 140 und 142 sollen künftig als Abstellanlage für lange Züge genutzt werden. Damit bekommt der Bahnknoten Münster zusätzliche Infrastruktur, um Fahrzeuge außerhalb des laufenden Fahrgastbetriebs bereitzustellen oder abzustellen. Zum Projekt gehören nach den veröffentlichten Angaben auch Verkehrswege zur Andienung der Anlage sowie eine Oberleitungsanlage für die beiden Abstellgleise.

Mehrere Weichen werden zurückgebaut

Der Umbau betrifft auch die vorhandene Gleisinfrastruktur. In den veröffentlichten Projektunterlagen ist vorgesehen, das bestehende Gleis 141 zurückzubauen. Außerdem sollen mehrere Weichen entfernt werden. Im Antragsportal werden die Weichen 61, 62, 63, 81, 82, 83 und 85 genannt. Gleichzeitig sind neue Weichenverbindungen Teil der Maßnahme.

Damit lässt sich das Bauvorhaben präziser einordnen als eine reine Baustelle am Industrieweg. Der Industrieweg ist vor allem deshalb betroffen, weil dort die Zufahrt zur Baustelle liegt. Nach bisherigen Angaben können während der Arbeiten zeitweise Einschränkungen entstehen. Möglich sind unter anderem Fahrbahnverengungen oder Änderungen für den Geh- und Radverkehr.

Keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich

Das UVP-Portal des Bundes führt das Vorhaben als nicht UVP-pflichtig. Zuständige Behörde ist das Eisenbahn-Bundesamt. Das bedeutet nicht, dass es keine Eingriffe gibt, sondern dass für das konkrete Vorhaben nach der behördlichen Prüfung keine förmliche Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.

Die zuvor entfernten Bäume waren bereits im Ausgangspunkt der sichtbare Auslöser für Nachfragen. Nach Angaben der Stadt Münster fallen die Bäume auf dem betroffenen Areal nicht unter die städtische Baumschutzsatzung, weil es sich um Bahngelände handelt. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Verkehrsteilnehmer bleibt vor allem relevant, wann die Hauptarbeiten beginnen und wie stark der Industrieweg währenddessen eingeschränkt wird.

Zeitplan bleibt teilweise offen

Eine öffentliche Ausschreibungsinformation zu den Oberbauarbeiten nennt als geschätzte Laufzeit des betreffenden Loses den Zeitraum vom 20. März bis 27. Juli 2026. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf das Vergabeverfahren beziehungsweise das konkrete Leistungslos und sollte nicht mit allen sichtbaren Arbeiten vor Ort gleichgesetzt werden.

Nach bisherigen Angaben sollen die Hauptarbeiten am Industrieweg nach aktuellem Stand im August beginnen. Offen bleibt weiterhin, wie lange die Bauphase insgesamt dauert und welche betrieblichen Änderungen die neue Abstellanlage im Detail nach sich zieht. Auch zur endgültigen Größe der Anlage liegen bislang keine weiteren öffentlichen Angaben vor.

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