
Der FC Bayern München hat den Vertrag mit dem französischen Stürmer Noah Codjo-Evora vorzeitig verlängert. Der 19-Jährige bleibt dem deutschen Rekordmeister nach Vereinsangaben bis Juni 2030 erhalten. Sein bisheriger Vertrag wäre nach der laufenden Saison im Sommer 2027 ausgelaufen. Die Münchner gaben die Einigung am Donnerstag, 5. November 2026, bekannt. Codjo-Evora spielt seit dieser Saison für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern und gehört zugleich zum Aufgebot für die UEFA Youth League.
Die Vertragsverlängerung betrifft einen Angreifer, der am FC Bayern Campus den Übergang vom Juniorenfußball in den Männerbereich vollzieht. In der Mannschaft von Trainer Dante hat sich Codjo-Evora im bisherigen Verlauf der Saison 2026/27 regelmäßige Spielanteile erarbeitet. Mit dem neuen Vertrag sichert sich der Verein die weitere Zusammenarbeit mit einem Spieler, dessen bisherige Vereinbarung bereits im kommenden Sommer ausgelaufen wäre.
Der Verein nennt Juni 2030 als neuen Vertragsendpunkt. Angaben zu einem möglichen Gehalt, Ausstiegsklauseln oder weiteren vertraglichen Regelungen wurden nicht veröffentlicht. Auch eine bevorstehende Leihe oder ein fest vereinbarter Zeitpunkt für den Wechsel in den Profikader wurde nicht angekündigt. Der derzeitige sportliche Schwerpunkt liegt bei den Bayern-Amateuren.
Codjo-Evora wurde am 16. August 2007 geboren, besitzt die französische Staatsangehörigkeit und ist 1,94 Meter groß. Seine Position ist die des Mittelstürmers. Im Mai 2024 gab der FC Bayern seine Verpflichtung aus der Jugendakademie des französischen Vereins FC Annecy bekannt. Zum 1. Juli desselben Jahres wechselte er an den Campus und stieg zunächst ins Training der U19 ein.
Vor seiner Zeit in Annecy hatte der Angreifer im Nachwuchs des FC Villefranche-Beaujolais gespielt. Bereits bei der Verpflichtung beschrieb der damalige Campus-Verantwortliche Halil Altintop ihn als großen, kopfballstarken Mittelstürmer mit gutem Spielverständnis und ausgeprägten athletischen Fähigkeiten. Die Münchner hatten ihn nach eigenen Angaben mehrere Monate beobachtet, bevor sie ihn nach Deutschland holten.
In der laufenden Spielzeit 2026/27 absolvierte Codjo-Evora laut Vereinsmitteilung bis zum 5. November 13 Spiele in der Regionalliga Bayern und erzielte dabei vier Tore. Dazu kommen vier Einsätze mit einem Treffer in der UEFA Youth League, dem europäischen Nachwuchswettbewerb der Champions-League-Teilnehmer. Die UEFA bestätigt diese Bilanz in ihrem aktuellen Bayern-Kader.
Seine vier Regionalligatreffer erzielte der Stürmer im September und Oktober in vier aufeinanderfolgenden Partien. Unter anderem traf er gegen den TSV Aubstadt, die SpVgg Greuther Fürth II und die SpVgg Unterhaching. Mit diesen Leistungen unterstrich er seine Bedeutung für die Offensive der zweiten Mannschaft.
In seinen ersten beiden Spielzeiten am Campus kam Codjo-Evora nach Zählung des FC Bayern auf insgesamt 26 Spiele für die U19. Dabei erzielte er acht Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Die Statistikplattform FuPa weist für die DFB-Nachwuchsliga 2025/26 zehn Partien mit vier Treffern aus und verzeichnet außerdem zwei torlose Regionalligaeinsätze für Bayern II. Die statistischen Angaben umfassen unterschiedliche Wettbewerbe und Zeiträume.
Die Entwicklung des Stürmers verlief nicht durchgehend ohne Unterbrechungen. Michael Wiesinger, Leiter Sport und Nachwuchsentwicklung beim FC Bayern, verwies bei der Vertragsverlängerung darauf, dass Codjo-Evora in seinen ersten beiden Münchner Jahren wiederholt mit Verletzungsproblemen zu kämpfen gehabt habe.
Im Juli 2026 hatte der Verein außerdem eine Fraktur der Mittelhandknochen und eine anschließende Operation bekannt gegeben. Mittlerweile hat sich der Franzose wieder einen regelmäßigen Platz im Regionalliga-Aufgebot erarbeitet.
Wiesinger bezeichnete Codjo-Evora nun als feste Größe bei den Amateuren und im Youth-League-Team. Sein Entwicklungspotenzial sei weiterhin nicht ausgeschöpft. Die Verantwortlichen seien überzeugt, dass der Stürmer seine nächsten Schritte im Männerfußball beim FC Bayern gehen könne.
Auch Codjo-Evora äußerte sich zur Vertragsverlängerung. Er bedankte sich bei den Verantwortlichen für das entgegengebrachte Vertrauen und erklärte zu seiner weiteren Entwicklung: „Jetzt geht’s erst richtig los.“
Der Angreifer wird von der UEFA in dieser Saison zudem auf der B-Liste des Münchner Champions-League-Kaders geführt. Diese Liste ermöglicht Vereinen, entsprechend spielberechtigte Nachwuchskräfte für den europäischen Wettbewerb zu melden. Ein Einsatz in der Champions League ist für Codjo-Evora dort bislang nicht ausgewiesen. Auch die offizielle Bundesliga-Statistik führt für ihn in der Saison 2026/27 noch keinen Einsatz.
Die Aufnahme in den europäischen Kader bedeutet daher noch keine dauerhafte Beförderung in die erste Mannschaft. Der Franzose gehört weiterhin zum Team von Dante, das in der viertklassigen Regionalliga Bayern antritt. Dort kann er regelmäßig Erfahrungen im Männerfußball sammeln.
Die langfristige Vereinbarung verschafft dem Rekordmeister mehr zeitlichen Spielraum für seine weitere Entwicklung. Ob Codjo-Evora perspektivisch direkt in die Bundesligamannschaft aufrückt oder zwischenzeitlich bei einem anderen Verein Spielpraxis sammeln soll, blieb zunächst offen.
Die Mitteilung zu Codjo-Evora erfolgte an einem Tag, an dem der FC Bayern auch die Zukunft seines prominentesten Mittelstürmers regelte. Der englische Nationalspieler Harry Kane verlängerte seinen Vertrag ebenfalls vorzeitig, in seinem Fall bis zum 30. Juni 2029. Die Vereinbarung mit dem 33-Jährigen wurde am Donnerstagvormittag bekannt gegeben.
Beide Entscheidungen betreffen die Offensive des deutschen Rekordmeisters, allerdings auf unterschiedlichen Ebenen. Während Kane bereits eine tragende Rolle in der Bundesligamannschaft spielt, steht bei Codjo-Evora die weitere sportliche Ausbildung im Vordergrund.
Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen beiden Vertragsabschlüssen wurde nicht bekannt gegeben. Ebenso wenig gibt es eine offizielle Ankündigung, wonach Codjo-Evora langfristig als direkter Nachfolger von Kane vorgesehen wäre.
Mit der Einigung bis 2030 ist zunächst die vertragliche Grundlage für seine weitere Entwicklung am FC Bayern Campus geschaffen. Der Verein setzt damit auf einen Angreifer, der seit Sommer 2024 in München spielt, zwischenzeitliche Verletzungsprobleme überwunden hat und mittlerweile regelmäßig im Männerfußball eingesetzt wird.
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