
Münster. Bei Crown Castle steht Ende Juni vor allem der strategische Neustart nach dem Verkauf des Fiber- und Small-Cell-Geschäfts im Mittelpunkt. Die Aktie des US-Tower-Betreibers notierte zuletzt bei 78,63 Dollar und lag damit knapp fünf Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Die Crown Castle aktuelle Lage ist von einem klaren Konzernumbau geprägt. Die Bewegung fällt in eine Phase, in der Anleger die neue Struktur des Konzerns, den Schuldenabbau und die weitere Entwicklung der US-Mobilfunkmieten bewerten. Eine Anlageempfehlung ergibt sich daraus nicht.
Im ersten Quartal 2026 meldete Crown Castle Site-Rental-Revenues von 1,047 Milliarden Dollar nach 1,103 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal, einem Rückgang um fünf Prozent. Der Nettogewinn lag bei 151 Millionen Dollar oder 0,34 Dollar je Aktie, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 464 Millionen Dollar angefallen war. Das bereinigte EBITDA sank von 722 auf 675 Millionen Dollar, der AFFO von 479 auf 446 Millionen Dollar. Je Aktie lag der AFFO bei 1,02 Dollar nach 1,10 Dollar im Vorjahr.
Ohne die Belastungen aus DISH-Kündigungen und Sprint-Cancellations lag die organische Contribution bei 30 Millionen Dollar beziehungsweise 3,1 Prozent. Ohne DISH-Erlöse in der Vergleichsbasis ergab sich ein Wert von 3,3 Prozent. Belastet wurde der Umsatz unter anderem durch geringere Amortisierung vorausbezahlter Mieten und niedrigere Straight-Line-Revenues.
Der wichtigste Einschnitt ist der abgeschlossene Verkauf des Fiber-Solutions-Geschäfts an Zayo und des Small-Cell-Geschäfts an Arium Networks, eine Gesellschaft im Portfolio von EQT. Der Kaufpreis belief sich auf 8,5 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 8,4 Milliarden Dollar nach vorläufigen Anpassungen. Der Abschluss wurde am 1. Mai 2026 bekannt gegeben.
Mit dem Erlös will Crown Castle nach eigenen Angaben Aktien im Umfang von 1,0 Milliarden Dollar zurückkaufen und ausstehende Schulden um mehr als 7,0 Milliarden Dollar reduzieren. Der Konzern bezeichnet sich nach dem Abschluss als großer, börsennotierter, auf die USA fokussierter Pure-Play-Tower-Anbieter.
Der Verwaltungsrat erklärte am 20. Mai 2026 eine Quartalsdividende von 1,0625 Dollar je Aktie. Die Auszahlung ist für den 30. Juni 2026 an Aktionäre vorgesehen, die am 15. Juni 2026 eingetragen waren. Crown Castle stellte zugleich klar, dass künftige Dividenden weiterhin der Zustimmung des Boards unterliegen.
Im ersten Quartal hatte Crown Castle insgesamt rund 473 Millionen Dollar an Dividenden gezahlt. Je Aktie entsprach das ebenfalls 1,0625 Dollar, rund 32 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Diese Senkung steht im Zusammenhang mit dem bereits angekündigten neuen Kapitalrahmen nach der Trennung vom Fiber-Geschäft.
Das operative Kerngeschäft liegt nun klar bei den rund 40.000 Mobilfunktürmen in den USA. Crown Castle erzielt seine Site-Rental-Revenues überwiegend aus langfristigen Verträgen mit Mobilfunkkunden. Für das erste Quartal 2026 entfielen rund 93 Prozent dieser Site-Rental-Revenues auf T-Mobile, AT&T und Verizon Wireless.
Unklar blieb zunächst, ob Crown Castle über die laufenden Vereinbarungen hinaus neue große Tower-Mietverträge mit Verizon, AT&T oder T-Mobile abgeschlossen hat. In den vorliegenden Q1-Unterlagen stehen vor allem bestehende Verträge im Vordergrund.
Beim Thema 5G nennt Crown Castle den steigenden Bedarf an Daten, Investitionen der Mieter zur Verbesserung der Netzqualität und zusätzliche Mieter auf bestehenden Türmen als wesentliche Treiber. Der Konzern erklärte außerdem, dass nahezu alle Türme zusätzliche Belegung aufnehmen könnten, entweder direkt oder nach technischen Anpassungen.
Im ersten Quartal 2026 lagen die diskretionären Investitionen bei 50 Millionen Dollar. Sie entfielen überwiegend auf Verbesserungen bestehender Türme zur Unterstützung zusätzlicher Mieter sowie auf den Erwerb von Land unter den Türmen.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der Streit mit DISH Wireless. Crown Castle hatte im Januar 2026 eine Kündigungsmitteilung wegen Zahlungsverzugs zugestellt und erklärt, DISH schulde aus den Vereinbarungen noch mehr als 3,5 Milliarden Dollar.
In der Prognose für 2026 sind keine Beiträge von DISH enthalten. Im ersten Quartal belasteten DISH-Terminations die Site-Rental-Revenues mit 49 Millionen Dollar, zusätzlich kamen 5 Millionen Dollar aus Sprint-Cancellations hinzu.
Nach dem Verkauf erwartet Crown Castle für 2026 Site-Rental-Revenues zwischen 3,828 und 3,873 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA wird mit 2,665 bis 2,715 Milliarden Dollar angegeben. Beim AFFO rechnet der Konzern mit 1,945 bis 1,995 Milliarden Dollar beziehungsweise 4,53 bis 4,65 Dollar je Aktie. Die erwarteten Zinsaufwendungen wurden nach dem Verkauf um 40 Millionen Dollar gesenkt.
Damit richtet sich Crown Castle 2026 auf ein deutlich schmaleres, aber fokussierteres Geschäftsmodell aus. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr Glasfaser und Small Cells, sondern US-Tower, Carrier-Leasing, Schuldenabbau, Aktienrückkäufe und eine stabilisierte Dividendenpolitik.
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