Frankfurter Crowne Plaza stellt Betrieb kurzfristig ein

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Schließung des Crowne Plaza Frankfurt kam für Gäste und Beschäftigte kurzfristig. Das große Kongresshotel im Stadtteil Niederrad stellte am Montag, 21. September 2026, seinen Betrieb ein. Betreiber Novum Hospitality begründet den Schritt mit erheblichen baulichen Mängeln, die einen sicheren Weiterbetrieb nicht mehr zugelassen hätten. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert dagegen vor allem den Ablauf der Entscheidung und erklärt, Betriebsrat und Belegschaft seien vorab nicht ausreichend einbezogen worden.

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Betrieb am Montagvormittag eingestellt

Der Hotelbetrieb endete am Montag gegen 11 Uhr. Gäste mussten das Haus verlassen und wurden in andere Hotels gebracht. Das 10. Polizeirevier erhielt am Morgen einen Hinweis aus dem Hotel auf eine nicht näher bezeichnete Sicherheitsproblematik. Das Crowne Plaza Frankfurt Congress Hotel verfügt über 395 Zimmer und einen großen Veranstaltungsbereich. Novum Hospitality führt das Haus als Franchisenehmer unter der Marke Crowne Plaza von IHG Hotels & Resorts.

Für den Standort ist die Betriebseinstellung ein deutlicher Einschnitt. Novum hatte das frühere Arabella Sheraton zum Jahresbeginn 2018 übernommen und später als Crowne Plaza neu positioniert. 2019 teilte das Unternehmen mit, rund vier Millionen Euro in Renovierung und Revitalisierung zu investieren. Noch im Frühjahr 2026 wurde das Hotel von Novum mit 395 Zimmern und Konferenzkapazitäten für bis zu 500 Personen vermarktet.

Novum nennt Mängel an Brandschutz und Gebäude

Novum Hospitality erklärte zur Schließung, in dem Gebäude seien schwerwiegende bauliche und technische Mängel festgestellt worden. Genannt wurden Probleme beim Brandschutz, bei der Sicherung der Fassade und beim Betrieb der Aufzüge sowie der Umgang mit Asbest. Nach Darstellung des Betreibers reiche der Versicherungsschutz unter diesen Voraussetzungen nicht mehr für einen regulären Hotelbetrieb aus. Bemühungen um eine Sanierung seien zudem an einer fehlenden Einigung mit dem Eigentümer der Immobilie gescheitert.

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Behördliche Angaben zu den einzelnen Mängeln lagen am Dienstag zunächst nicht öffentlich vor. Unklar blieb auch, welche Arbeiten konkret erforderlich wären, wie lange eine Sanierung dauern könnte und ob das Hotel nach einer Instandsetzung wieder eröffnet werden kann. Damit ist die Begründung des Betreibers bekannt, die technische Gesamtlage des Gebäudes aber nicht in allen Punkten öffentlich dokumentiert.

NGG kritisiert den Umgang mit Betriebsrat und Belegschaft

Die Gewerkschaft NGG erklärte, die Beschäftigten seien erst am Montagmorgen darüber informiert worden, dass der Betrieb noch am selben Tag ende. Sie sollten nach Darstellung der Gewerkschaft widerruflich freigestellt werden. Der Betriebsrat sei vor der Entscheidung nicht eingebunden worden. Zudem sollen der Vorsitzende des Betriebsrats und seine Stellvertreterin bereits am Freitag zuvor fristlos gekündigt und mit Hausverbot belegt worden sein.

Die Gründe für diese Kündigungen waren zunächst nicht öffentlich geklärt. Ebenso blieb unklar, ob und in welchem Zusammenhang die Personalmaßnahmen mit der Betriebseinstellung standen. Die NGG kündigte eine rechtliche Prüfung an. Novum erklärte unterdessen, für die verbleibenden tariflich Beschäftigten gemeinsam mit der Mitarbeitendenvertretung nach Lösungen suchen zu wollen.

Deutsche Hotellerie mit Rekordnachfrage und Kostendruck

Der Fall trifft auf eine Hotelbranche, in der hohe Nachfrage und wirtschaftlicher Druck gleichzeitig zu beobachten sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen die Beherbergungsbetriebe in Deutschland von Januar bis Juli 2026 auf 282,1 Millionen Übernachtungen. Das waren 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich 0,4 Prozent mehr als im bisherigen Rekordzeitraum des Jahres 2019.

Die Umsatzentwicklung fällt jedoch schwächer aus. Hotels und andere Beherbergungsunternehmen setzten im Juli 2026 preisbereinigt 2,0 Prozent weniger um als ein Jahr zuvor. Nominal lagen die Erlöse 2,9 Prozent höher. Steigende Übernachtungszahlen führen damit nicht automatisch zu einer stärkeren realen Ertragslage.

Auch der Hotelverband Deutschland beschreibt eine angespannte wirtschaftliche Situation. Für 2025 nennt sein Branchenreport eine durchschnittliche Zimmerauslastung von 68,1 Prozent. Der durchschnittliche Nettozimmerpreis sank um 2,8 Prozent auf 109 Euro, der Erlös pro verfügbarem Zimmer lag bei 74 Euro. Zugleich stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe 2025 nach Verbandsangaben um 40,1 Prozent.

Große Betreiberstrukturen werden neu geordnet

Wie stark sich der Markt verändert, zeigt auch die Insolvenz der Revo Hospitality Group. Für 178 insolvente Hotels mussten neue Lösungen gefunden werden. Bis Anfang Oktober sollen 154 Häuser an internationale Hotelgruppen und weitere Investoren übergeben werden. Ein Großteil der 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels soll erhalten bleiben. Der Fall des Crowne Plaza in Frankfurt ist damit jedoch nicht gleichzusetzen. Für das Haus in Niederrad nennt Novum keine Insolvenz als Grund, sondern konkrete Probleme an der Immobilie.

Novum selbst gehört zu den großen privaten Hotelbetreibern in Deutschland und ist eng mit IHG verbunden. Eine 2024 geschlossene langfristige Kooperation sah vor, mehr als 100 Novum Häuser schrittweise in das System von IHG zu integrieren. Die Betriebseinstellung in Frankfurt betrifft damit ein einzelnes großes Kongresshotel innerhalb eines deutlich größeren europäischen Portfolios.

Zukunft des Hotels zunächst offen

Für Gäste ist der Betrieb beendet, laufende Aufenthalte wurden umorganisiert. Für die Beschäftigten hängt die weitere Entwicklung nun von arbeitsrechtlichen Verfahren, möglichen internen Lösungen und der Zukunft des Standorts ab. Ob eine Sanierung des Gebäudes vereinbart wird und unter welchen Bedingungen später wieder ein Hotelbetrieb möglich wäre, war am Dienstag zunächst offen.

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